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Tech Streaming KI

Düstere Gegenwart: So realistisch ist die neue Black-Mirror-Staffel

Die Netflix-Serie „Black Mirror“ zeigt gespenstische Bilder digitalisierter Welten. Staffel 4 ist dabei so aktuell wie keine ihrer Vorgänger. Sie verrät, was passiert, wenn der Mensch die Kontrolle über Technologien wie KI oder VR verliert.

Die erfolgreiche Architektin Mia verbirgt ein grausames Geheimnis. Bild: Netflix.
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Spoiler-Alarm: Dieser Text verrät Teile des Plots von Black Mirror, Staffel 4.

Black Mirror läuft seit 2011 auf Netflix und beleuchtet seitdem so ziemlich alle Schattenseiten des digitalen Wandels: In „Abgestürzt“ (Staffel 3) hängt sozialer Status von der Popularität in einem sozialen Netzwerk ab. Die Protagonisten von „Mach, was wir sagen“ fallen einem Erpresser zum Opfer, der droht, ihre düsteren Geheimnisse ins Netz zu stellen, und in „Wiedergänger“ (Staffel 2) lässt eine Frau ihren Ehemann als Künstliche Intelligenz (KI) von den Toten auferstehen.

Der Twist bleibt immer der gleiche: Eine nützliche Technologie entpuppt sich als gefährliche Waffe. Dieser Dreh wirkt nur auf den ersten Blick fortschrittsfeindlich.Tatsächlich seziert der Produzent Charlie Brooker die menschliche Psyche, legt Schicht für Schicht unsere Schwächen frei, bis nichts mehr bleibt als ein Wesen, das getrieben von Gier, Ehrgeiz und Narzissmus Mord und Folter als notwendiges Mittel zum Zweck akzeptiert. In "Black Mirror" ist der Mensch das Monster. Nicht die Technik.  

Seit dem 29.12.2017 zeigt Netflix die vierte Staffel der dystopischen Serie. Die Episoden handeln allesamt von aktuellen Trends und Technologien: Virtual Reality, KI, Gesichtserkennung, zensierte Inhalte. Ein Blick in die Zukunft? Von wegen. Die Episoden im Überblick:

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1. ​USS-Callister: Wenn der Nerd zum Tyrann wird

Captain Robert Daly, im wahren Leben CTO des VR-Gaming-Unternehmens Callister Inc., kopiert unliebsame Kollegen als Klone in ein VR-Computerspiel. Als Crew seines Raumschiffes USS-Callister fristen sie dort ein Sklavendasein im Weltraum. 

Woher wir das kennen: Immer mehr Unternehmen experimentieren mit VR-Technologien. Ikea-Kunden können ihre Küche in der virtuellen Welt planen und die Lufthansa lädt ein zum simulierten Flug auf beliebten Strecken der Airline. Und seit Sony 2016 seine VR-fähige Playstation auf den Markt brachte, können Gamer in virtuellen Welten zocken.

Abgesehen davon ist der Typus des tyrannischen Tech-Genies so alt wie der digitale Wandel selbst: Zum Beispiel Apple-Gründer Steve Jobs, der nicht nur für seinen aufbrausenden Führungsstil bekannt war, sondern sogar seinen Freund und Kompagnon Steve Wozniak aus dem Unternehmen warf. Oder ganz aktuell Travis Kalanick, Gründer des Fahrdienstes Uber. Kalanick musste seinen Chefposten im vergangenen Jahr räumen. Der Grund: Sexismus und Diskrimierung als Teil der Unternehmenskultur.

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Captain Robert Daly und die USS-Callister-Crew. (Bild: Netflix)

2. Arkangel: Die zensierte Welt

Die alleinstehende Mutter Marie lässt ihrer Tochter einen Chip implantieren, mit dem sie immer weiß, wo sich die Kleine aufhält – und was sie sieht.  

Woher wir das kennen: Soziale Netzwerke und auch Medienhäuser geraten immer mehr unter Druck, Inhalte auf rechtliche oder ethische Bedenklichkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls zu entfernen. Vor allem Facebook musste sich Vorwürfe gefallen lassen, als soziales Netzwerk die Verbreitung von Fake-News zuzulassen und so die politische Meinung zu beeinflussen. Nachvollziehbar. Genauso wie die Forderung, gewaltverherrlichende Inhalte zu identifizieren oder zu entfernen. Nur wer bestimmt die Regeln, nach denen gefiltert wird?  

3. Krokodil: Die Gedanken sind frei

Die Architektin Mia hütet ein dunkles Geheimnis. Zufällig beobachtet sie einen Unfall und muss bei einem Versicherungsunternehmen als Zeugin aussagen. Schlecht für Mia, denn die Firma nutzt eine Technologie, die ihre Erinnerungen abrufen, sehen und speichern kann. Und bei ihr entdecken die Agenten mehr als nur die Szenen eines harmlosen Auffahrunfalls.

Woher wir das kennen: In „Krokodil“ spürt die Versicherung die Unfallzeugen mit einer Gesichtserkennungstechnologie auf. Die gibt es schon heute: Software erkennt auf einem Smartphone-Bild das Gesicht einer Person und kann Informationen über deren Geschlecht, Alter, Gesichtsausdruck und Identität liefern. Dann gibt es noch die tatsächliche Gesichtserkennung. Damit können Smartphone-User schon heute, beispielsweise in China, Smartphones entsperren und in Apps bezahlen.

4. Hang the DJ: Liebe in Zeiten der Algorithmen

Frank und Mia haben sich über ein Datingsystem kennengelernt, das verspricht, für jeden den idealen Partner zu finden. Bis es soweit ist, sind alle Partnervorschläge mit einem Ablaufdatum versehen, auch die von Frank und Mia. Nur haben die beiden sich ineinander verliebt – und versuchen, das System zu umgehen.  

Woher wir das kennen: Parship, Elite-Partner, Tinder, Once, und und und… Online-Dating ist heute so normal wie die Butter auf dem Brot. Interessen, Freunde, Standort, Beruf und Optik verschmelzen zu einem Algorithmus, der vorgibt, für jeden den richtigen Partner zu finden. So weit ist das nichts Neues. Nur unterstellt „Hang the DJ“, dass Liebe eben nicht mess- und planbar ist. 

5. Metallkopf: Die Robocalypse

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Sieht süß aus, ist aber gemeingefährlich. Die Killer-KI aus der fünften Folge. (Bild: Netflix)

In der schwarz-weiß-Episode der Staffel flieht Bella, Plünderin und Outlaw, vor einem Killerroboter in Hundegestalt. Und er ist nicht der Einzige... 

Woher wir das kennen: KI ist eines der ganz großen Tech-Buzzwords 2017 und wird auch in diesem Jahr ein wichtiges Thema bleiben. Der Clou an der Sache: KI entwickelt sich selbst weiter, sie lernt im Unterschied zum Roboter, der nur das ausführt, worauf ihn der Mensch programmiert hat. Schon in naher Zukunft könnte KI in zahlreichen Berufen (Pflege, Steuerprüfung) den Menschen ersetzen. Damit hat KI zwar noch nicht die Weltherrschaft an sich gerissen. Auszuschließen wäre aber auch ein solches Szenario nicht. Tesla-Gründer Elon Musk meint, dass KI sogar einen dritten Weltkrieg auslösen könnte.

6. Black Museum: Ein Medley der digitalen Abscheulichkeiten

Die alleinreisende Nish strandet an einer Tankstelle in der Wüste. Die Zeit verkürzt sie sich im benachbarten Rolo Haynes' World Famous Black Museum. Besitzer Haynes sammelt dort kriminologische Artefakte aus seiner Zeit im St. Juniper's Krankenhaus, wo er Versuchspersonen für medizinisch-technologische Experimente rekrutierte. Unter den Exponaten befindet sich beispielsweise ein Set aus Haarnetz und Chip, mit dem der Arzt Pete Dawson die Schmerzen seiner Patienten spüren konnte.

Woher wir das kennen: Aus der Bibel. Den Technologie-Schnick-Schnack einmal beiseite gelassen, zitiert die letzte Folge der Staffel den uralten, alttestamentarischer Satz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.

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Direktor Rolo Haynes zeigt Nish die morbiden Ausstellungsstücke seines Museums. (Bild: Netflix/Jonathan Prime)
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