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(Screenshot: amazedmag.de)
DSGVO Blogger Recht

DSGVO: Nicht anstellen - umstellen!

LEAD-Autorin Antonia Wille bloggt seit mehr als zehn Jahren. Gemeinsam mit Amelie Kahl und Milena Heißerer betreibt sie das Blogazine Amazedmag.de. Auch wenn sich alle drei als technisch versiert beschreiben würden - die DSGVO raubte ihnen den letzten Nerv. Ein Erfahrungsbericht.

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DSGVO was? Tatsächlich beschäftigten wir uns für unsere Website amazedmag relativ früh mit dem Thema der neuen Datenschutzgrundverordnung, brauchten aber mehrere Anläufe, da wir jedes Mal beim Thema Kopfschmerzen bekamen. Wer soll bloß diese Behördensprache verstehen? Wir sind hier doch im Internet, wo alles schnell und einfach geht.

Die DSGVO lehrte uns aber anderes. Schnell und DSGVO gibt’s nicht. Zumindest nicht, wenn man als Blogger auf der sicheren Seite sein will. Begriffe wie "SSL" und "Anonymisieren der IP-Adresse" flogen uns um die Ohren. Und während wir nur brav nickten und sagten: „Machen wir alles“, blieb dennoch die Frage: „Ja, wie denn bloß?“

Sicher: In zehn Jahren Blogger-Dasein kann man sich so einiges an Technik-Wissen aneignen, kleinere Html-Änderungen vornehmen und Plugins erweitern. Bei der DSGVO kamen aber so viele mögliche kleine Änderungen hinzu, dass uns irgendwann der Kopf brummte.

Rettender Anlaufpunkt war am Ende unser Programmierer. Der musste doch Bescheid wissen, was denn nun fehlt oder was der gemeine Blogger im Internet 2018 braucht. Tatsächlich kam die Antwort: „Ich habe keine Ahnung, fuchse mich auch gerade rein – und alle wollen meine Hilfe.“

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Okay. Reinfuchsen war das Stichwort. Gemeinsam mit unserem Programmierer, der noch ein paar weitere hysterische Kunden an seiner Seite hatte, gruben wir uns also rein ins Thema und kamen der Sache langsam näher. Knapp zwei Monate nach Inkrafttreten der DSGVO können wir ein erstes Fazit ziehen: Das sind die wichtigsten Dinge, die du als Blogger checken solltest.

1. Das Aus für den Like-Button

Like-Buttons sammeln Daten. Erlaubt die neue Datenschutzgverordnung nicht, wenn der User nicht automatisch zustimmt. Die Alternative: ein Sharelink. Unser Programmierer ließ den Like-Button verschwinden – und bastelte uns wunderschöne klassische Icons. Nun kann unser Content auf Facebook, Instagram, Pinterest & Co. geteilt werden. Sieht eh viel schöner aus als ein Like-Button.

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(Screenshot: amazedmag.de)

2. Die Seite auf SSL umstellen

Die Webseite muss nach der DSGVO mit SSL verschlüsselt sein. Bei manchen Websites kann diese Https-Umleitung in den Einstellungen vorgenommen werden – oder in der Website umgeschrieben werden. Hat auch unser Programmierer hingekriegt.

3. Den User vor Cookies warnen

Ein Blog und jede Website benötigt der DSGVO zufolge eine Cookie-Warnung, der der User zustimmen kann. Diese erscheint, sobald man die Website anklickt und sollte einen Link zur aktualisierten Datenschutzerklärung beinhalten.

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(Screenshot: amazedmag.de)

4. IP-Adressen bei Kommentaren anonymisieren

Seit 25. Mai dürfen IP-Adressen bei Kommentaren nicht länger gespeichert werden. Eine Anonymisierung ist demnach wichtig. Wordpress und Co. bieten hierzu Tools an – oder man fragt einen guten Webdesigner nach Rat.

5. Bei Kommentaren auf die Datenschutzerklärung hinweisen

Schnell zu erledigen: Alle User werden bei der Abgabe eines Kommentars darauf hingewiesen, dass sie die Datenschutzerklärung gesehen und gelesen haben sollten. Ein Link führt auch nochmal zur Datenschutzerklärung, eine doppelte Absicherung sozusagen. Auch hier agierte unser Programmierer prompt.

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(Screenshot: amazedmag.de)

6. Plugins überprüfen

Um den Blog DSGVO-konform zu machen, sollten auch alle Scripte, Plugins und selbst zugefügte Codes daraufhin untersucht werden, ob sie personenbezogene Daten speichern. Gegebenenfalls müssen diese dann entfernt, angepasst oder eben durch eine datenschutzfreundliche Alternative ersetzt werden. Darunter fallen Tracking-Codes wie Google Analytics, Social Plugins, Spam-Plugins wie Askimet oder auch Newsletter-Formulare wie Mailchimp oder Werbeanzeigen wie Google Adsense.

7. Die Datenschutzerklärung anpassen

Der vielleicht einfachste Teil für alle Blogger: Ein jeder Blog braucht ein aktuelles Impressum sowie natürlich eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung. Und das haben wir auch – mit kleiner Hilfe – selbst hinbekommen. Zahlreiche Anbieter im Internet bieten Tools an, mit denen man relativ einfach eine akurate Datenschutzerklärung für den eigenen Blog erstellen kann. Man hangelt sich eine Checkliste entlang, bis die passende Datenschutzerklärung downloadbar ist und in den Blog eingefügt werden kann. Wir nutzten hierfür das praktische Tool von E-Recht24 Premium.

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(Screenshot: amazedmag.de)

8. Ein Verfahrensverzeichnis anlegen

Es klingt bürokratisch, ist es auch. Als Blogger sollte man ein Verfahrensverzeichnis anlegen, in dem alle Vorgänge festgehalten werden, in denen man personenbezogene Daten auf dem Blog nutzt. Dazu zählen die Kommentarfunktion auf dem Blog, Google Analytics, Affiliate-Programme, das Webhosting oder auch die Veröffentlichung von Bildern. Auch hierfür gibt es zahlreiche Anbieter, die Mustervorlagen anbieten.

Emojis - nutzen wir auf Amazed nicht - und Google Fonts müssen DSGVO-konform sein. Für alle Newbies im Bereich DSGVO gibt es ellenlange Checklisten im Internet, was denn nun wie geändert werden muss. Auch wir arbeiteten uns mit zahlreichen geöffneten Tabs, Checklisten, Tipps von befreundeten Bloggern und eigenem Wissen an der DSGVO ab.

Pünktlich zum Stichtag war unsere Website dann auch datenschutzrechtlich auf dem neuesten Stand. Unser Fazit: Glücklicherweise muss das Ganze nur einmal wirklich durchgezogen werden. Kann man gut alleine machen – mit viel Zeit, aber wir sagen ganz ehrlich: Glücklicherweise haben wir einen tollen Programmierer. Und bitte liebe EU, keine weiteren bürokratischen Neuerungen.

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