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Die DSGVO schränkt die Nutzung künstlicher Intteligenz ein (Foto: stock.adobe.com).
Lisa Mayerhofer DSGVO KI

DSGVO: Künstliche Intelligenz ermöglicht Datenauswertung für Unternehmen

Zwei Monate nach Start der EU-Datenschutzverordnung DSGVO herrscht immer noch Chaos und Unklarheit. Das EU-Gesetz hat weltweit Unternehmen aufgescheucht: In den USA sind etwa 1000 Nachrichtenseiten für EU-Bürger gesperrt, weil sie nicht mit der Verordnung konform sind. Ein Berliner Startup verspricht eine Lösung.

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Was viele Unternehmen bei der DSGVO überfordert: Personenbezogene Daten dürfen nicht mehr erhoben, verarbeitet oder weitergegeben werden. Der Bürger muss der Datennutzung aktiv zustimmen, ein stillschweigendes Einverständnis gilt nicht mehr.

Noch ist völlig offen, welche Konsequenzen die Verordnung für die unterschiedlichen Wirtschaftsbereiche haben wird. Viele kleine Unternehmen oder auch Vereine fürchten sich vor Abmahnungen.

Am stärksten betroffen sind aber die Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die mit Datensätzen arbeiten müssen und dabei zunehmend auf neue Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) angewiesen sind.

Sebastian Weyer
Sebastian Weyer, CEO von Statice. (Foto: Statice)

Denn künstliche Intelligenz braucht große Datenmengen, um in Machine-Learning-Modellen trainiert werden zu können. Nun können viele aber diese Daten wegen der DGSVO nicht nutzen.

Das Berliner Startup Statice verspricht eine Lösung für dieses Problem: Es hat eine Software entwickelt, die Daten sicher anonymisieren kann, ohne dass sie dabei an Informationsgehalt einbüßen.

Ein Algorithmus soll anonyme Daten mit Informationsgehalt generieren

„Wir haben festgestellt, dass beim Aufbau einer KI auch der Datenschutz ein großes Thema ist, die DSGVO war ja schon vergangenes Jahr mehrmals im Gespräch und es war klar, dass sich was ändern wird“, sagte Sebastian Weyer, CEO von Statice, im Gespräch mit LEAD.

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Der Algorithmus sei darauf trainiert, statistische Daten zu verstehen und daraus synthetische Daten zu generieren. Diese sind laut Weyer völlig anonym, behalten aber ihren Informationsgehalt bei. Selbst versteckte Zusammenhänge soll der Algorithmus im Datensatz erkennen können.

Weyer erklärt weiter: „Der Algorithmus wird aus den Originaldaten des jeweiligen Kunden trainiert und orientiert sich nur daran. Dadurch ist er aber auch an die Qualität der erhobenen Daten gebunden.

Die Datenanalyse mit anonymen Daten löse laut Weyer zwei Probleme: „Die Menschen sind geschützt und Unternehmen können damit arbeiten."

Die DSGVO als Chance für Startups

Den Schutz der Privatsphäre, den die DSGVO garantieren soll, findet Weyer wichtig. „Die DSGVO ist gut weil wir Datenschutz brauchen. Was ich negativ finde, ist der verbietende Charakter der Verordnung. Es gibt keine Klarheit, die es erlauben würde, eine KI-Strategie zu entwickeln und das ist natürlich nicht innovationsfördernd.“

Besonders betroffen ist in Weyers Augen der Gesundheitsbereich, aus dem viele seiner Kunden stammen.

Weyer: „Gesundheitsdaten werden nun wegen der DSGVO weggeschlossen, dabei haben sie aber für die Forschung großen Mehrwert. Ein Algorithmus könnte zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit oder das Risiko von Krankheiten ausrechnen. Dafür bräuchte er aber spezielle Daten, die momentan schwer oder nicht zugänglich sind."

Weyer hofft auf ein Umdenken, wenn klar wird, dass die Daten anonymisiert werden können. Denn er hat noch viel vor: Statice soll Kernplattform eines Austausches anonymer Datensätze werden. „Wir sehen, dass Daten langfristig für unterschiedlichste Unternehmen relevant sein können. Wir planen deshalb Kollaborationen, bei denen Unternehmen mit Partnern anonym Daten austauschen können."

Er appelliert auch an andere Startups, neue Entwicklungen positiv zu sehen: „Die DSGVO kann für ein Start-up eine Chance sein, man muss Privacy von Anfang an in Produktentwicklung einbinden. Die Kleinen haben die Probleme der Großen nicht, die ihre Infrastruktur und Projekte überarbeiten müssen."

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