Anzeige
Anzeige
Interview Driving tomorrow IAA

"Driving tomorrow": Was wir von der neuen IAA erwarten können

2019 präsentiert sich die IAA in einem neuen Format, das das Auto in seinem multidimensionalen Charakter abbilden will. LEAD hat mit dem Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Martin Koers, über die Mobilitätserwartungen der Zukunft und das neue Markenbild der Leitmesse gesprochen.

Als Europas führende Mobilitätsmesse soll die IAA Diskussions- und Demonstrationsplattform für die Mobilität von morgen sein (Bild: IAA)
Anzeige
Anzeige

LEAD: Herr Koers, die IAA befindet sich im Wandel. Warum ist die Automesse in ihrerklassischen Form nicht mehr zeitgemäß?

Martin Koers: Nur wer sich wandelt, bleibt stark. Die gesamte Automobilindustrie transformiert sich und das gesamtgesellschaftliche Verständnis von Mobilität wandelt sich stärker denn je – so auch die IAA. Als Spiegelbild der Branche bilden wir Mobilität in all ihren Facetten ab, zeigen Technologien und Innovationen, wollen diese diskutieren und erfahrbar machen. Wir denken 2019 die klassische Ausstellung weiter und schaffen eine Plattform , die inspiriert statt nur präsentiert.

Als Europas führende Mobilitätsplattform soll die IAA Diskussions- und Demonstrationsplattform für die Mobilität von morgen sein. Mit ihr wollen wir gestalten und den Begriff Automobil neu denken: weg vom beliebten, aber eindimensionalen Produkt Auto - hin zur herausfordernden, multidimensionalen Automobility und deren Bedeutung für Politik, Gesellschaft und das Individuum.

LEAD: Neu auch der diesjährige Markenauftritt. Was sind die zentralen Botschaften der Kampagne und was war Ihnen dabei wichtig?

Anzeige

Koers: Die IAA ist in den vergangenen Jahren zunehmend zur Networking-, Informations- sowie Erlebnisplattform geworden. Diese Transformation von der Ausstellung hin zur Plattform wollen wir auch mit Hilfe eines neuen Markenauftritts unterstreichen. Dazu gehört der neue IAA-Claim "Driving tomorrow". Der darin enthaltene Anspruch, "das Morgen zu gestalten" geht über die reine Mobilität, über die Frage, wie wir von A nach B kommen, weit hinaus. Die sich rasant entwickelnde Mobilität von morgen hat unmittelbaren Einfluss auf Politik, Gesellschaft und das Individuum. Die IAA 2019 ist der Ort, an dem wir Antworten auf neue Fragen diskutieren und gemeinsame Lösungsansätze finden wollen.

Die neue "Da"-Kampagne bewirbt die IAA als 360-Grad-Erlebnis. Für die Kreativkampagne wurde die Hamburger Designagentur Mutabor engagiert, die das ausgeprägt digitale Corporate Design sowie die "Da"-Kampagne verantwortet.

Das neue Erscheinungsbild der IAA spiegelt auch die neue Positionierung wider: Das überarbeitete Logo und Corporate Design sind jünger und digitaler. Die neue Website hat zudem den klaren Anspruch, die Zukunftsthemen der Mobilität auch online zu besetzen und den Dialog entsprechend ganzjährig – über das Event hinaus und weltweit – zu führen.

LEAD: Der Internetauftritt präsentiert sich jünger und hipper. Was bedeutet das für die Zielgruppe der IAA?

Koers: Die Zielgruppe der IAA hat sich nicht verändert, sondern erweitert. Denn wenn wir über die Zukunft der Mobilität reden, müssen wir auch die jüngere Generation mit einbeziehen - hier liegt unser aller Zukunft. Vor allem mit dem neuen Format der IAA Conference bieten wir allen Teilnehmern und Besuchern eine Plattform zum Austausch. Unsere Themen sind ja auch für die jüngeren Generationen interessant: Es geht auf der IAA auch immer um Nachhaltigkeit und Digitalisierung, um Smart Cities und Inklusion. Aber auch unseren autoaffinen Stammbesuchern bleiben wir eng verbunden und zeigen auf der IAA Exhibition zahlreiche Weltneuheiten und Premieren.

LEAD: Was sind die größten Änderungen der IAA und wie präsentiert sich diese neue"Erlebnisplattform" dem Besucher?

Koers: Um das Erlebnis "Mobilität" allen Besuchern der IAA näher zu bringen, fußt die neue IAA auf den vier Säulen IAA Conference, IAA Exhibition, IAA Experience und IAA Career. In den vergangenen Jahren haben wir diese Formate im Rahmen der New Mobility World bereits getestet, sie wurden mit großer Resonanz angenommen. Entsprechend ist die IAA Conference unser inhaltliches Fundament: Branchenübergreifende Top-Speaker, wie zum Beispiel IBM-CEO Virginia Rometty, Umweltaktivist Louis Palmer oder Daimler-CEO Ola Källenius diskutieren und debattieren hier über die Zukunft der Mobilität.

Das könnte dich auch interessieren: Der Wettlauf um automobile Antriebe

Martin Koers6184
Dr. Martin Koers ist Geschäftsführer des VDA. (Bild: Privat)

LEAD: Was kann ich als Besucher an einem Messetag alles entdecken?

Koers: Wir wollen Mobilität mit allen Sinnen erlebbar machen: sehen, fühlen, riechen, darüber diskutieren. Auf der IAA können Besucher nicht nur "Autos gucken", sondern auch die neuen Modelle erleben und am Steuer Platz nehmen. Hinzu kommen Fahrerlebnisse wie der der E-Move Track mit E-Scootern und E-Rollern auf 1500 Quadratmetern oder der Offroad-Parcours. Ein autonom fahrender Shuttle-Bus fährt die Besucher über das Gelände.

Die gesellschaftliche Bedeutung von Mobilität, aber auch Themen wie Automation und Connectivity oder Clean und Sustainable Mobility werden auf der IAA Conference diskutiert, auf der sich die Visionäre zum Zukunftsdialog treffen. Hier erleben die Besucher spannende Impulse und sind Teil einer Plattform, auf der sie die Zukunft der Mobilität diskutieren und aktiv mitgestalten können.

LEAD: Stichwort KI und Elektromobilität: Wie geht die Branche mit der Transformation von Mobilität um? Wie sehen Sie den aktuellen Status Quo?

Koers: Die Entwicklung autonomer Fahrzeuge und der Elektromobilität schreitet voran. Bis 2023 werden die deutschen Hersteller ihr Angebot an Elektromodellen auf über 150 verfünffachen. Die deutschen Unternehmen sind führend bei Patenten für autonome Fahrzeugtechnologien. Allerdings muss auch die Ladeinfrastruktur rasch, nachhaltig und flächendeckend ausgebaut werden. Zur Erreichung der Klimaziele geht die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität in ihren aktuellen Berechnungen von etwa sieben bis 10,5 Millionen E-Fahrzeugen im Bestand im Jahr 2030 aus. Hier muss die Politik schnell handeln und die entsprechenden Voraussetzungen und die nötige Infrastruktur schaffen.

Mit dem Wachstum neuer, digitaler Technologien steigt auch der Druck auf die traditionellen Unternehmen der Automobilindustrie. Digitale Player mit technischem Know-how kommen in den Markt und entwickeln neue Technologien. Angesichts der Infrastruktur und der neuen Akteure im Mobilitätsmarkt ist die Vernetzung, der Diskurs und die Debatte um die Zukunft der Mobilität auf Plattformen wie der IAA also wichtiger denn je.

LEAD: Wie sind die Auswirkungen des Branchenwandels auf der IAA spürbar?

Koers: Viele Unternehmen sind in einer Phase der Transformation, da sich gerade das gesamte Ökosystem der Mobilität ändert. Unsere "klassischen" Mitglieder bieten nicht nur Fahrzeuge oder Fahrzeugteile an, sondern betreiben mittlerweile einen bedeutenden Teil ihrer Wertschöpfung aus mobilitätsnahen Services. Und immer mehr Digitalunternehmen wie IBM und Samsung sind bereits fester Bestandteil der Mobilitätsbranche. Diesen Wandel geht die IAA konsequent mit.

Selbstverständlich stellen die veränderten Umstände aber auch andere Anfragen an Mobilitätsplattformen wie die IAA. Dementsprechend passen wir nicht nur unser Angebot an, sondern stellen auch selbst andere Ansprüche an die IAA und messen unseren Erfolg zukünftig vor allem an qualitativen Kriterien.

LEAD: Die IAA ist nicht die einzige Veranstaltung, die sich verändert hat. Treten wir in ein neues Messezeitalter ein, deren Format sich von Grund auf verändern muss, um an den Entwicklungen "dran" zu bleiben?

Koers: Die Zeit einer einseitigen Messekommunikation im Sinne einer reinen Leistungsshow ist vorbei. Die Besucher wollen interagieren, erleben und diskutieren. Der Showfaktor wird auch für Ausstellungen immer wichtiger, das wirkt sich auch auf die Veranstaltungsformate aus. Die IAA Experience mit ihren vielen Erlebnisangeboten zielt darauf ab, unseren Teilnehmern und Besuchern spieltypische Elemente und Erlebnischarakter zu bieten. Und auch die Unternehmen investieren zunehmend in interaktive Formate. Entsprechend erweitert sich unser Angebot.

Events brauchen allerdings weiterhin Ziel und Statement. Viele Veranstaltungen diversifizieren ihr Angebot und wandeln sich zu einer Querschnittsveranstaltung wie die CES. Und auch sie bieten Aufmerksamkeit – und den Vorteil, diese nicht mit vielen Unternehmen aus der eigenen Branche teilen zu müssen. Angesichts des tiefgreifenden Wandels der Mobilitätswelt werden wir nie aufhören, am besten Angebot für unsere Zielgruppe zu arbeiten.

Auch interessant: "Die Zukunft der Mobilität ist geteilt, elektrisch und autonom"

Lead 4 Cta 1200X1200 V3 July 011

Wusstest du, dass es LEAD auch als Bookazine am Kiosk gibt? 4 x im Jahr kannst du uns zuhause, unterwegs oder im Büro in der Hand halten und uns anfassen beim Lesen!

Es geht um dich und dein digitales Leben! Hier gibt's dein Abo zum Sonderpreis!

Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote
Anzeige