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Gute Mitarbeiter zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass sie Motivation, Eigeninitiative und Lernbereitschaft mitbringen (Foto: iStock Alvarez)
LEAD 02/2019 Employer Branding Recruiting

Diversity statt Tischtennisplatte: Was Unternehmen für Bewerber attraktiv macht

Unternehmen sind aufgrund des Fachkräftemangels zusehends gefordert, sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen. Dafür müssen sie zunächst herausfinden, was sie als Arbeitgeber attraktiv macht - und das kommunizieren.

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Motivation, Eigeninitiative und Lernbereitschaft: So erkennen Arbeitgeber heute einen guten Mitarbeiter. Doch auch die Unternehmen sind aufgrund des Fachkräftemangels zusehends gefordert, sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen. Dafür müssen sie zunächst herausfinden, was sie als Arbeitgeber attraktiv macht - und das kommunizieren.

Stefan Kraft, CEO bei der Personalberatung Personalwerk, erklärt, wie es über digitales Storytelling in sozialen Netzwerken gelingt, Bewerbern einen Eindruck vom Arbeitsalltag des jeweiligen Unternehmens zu geben.

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Personalberater Stefan Kraft: "Unternehmen müssen sich auf allen Kanälen authentisch präsentieren"

LEAD: Wie hat sich der Bewerbermarkt verändert, nach welchen Fachkräften wird vor allem gesucht?

Stefan Kraft: Aus dem Arbeitgebermarkt wird zunehmend ein Arbeitnehmermarkt, in dem sich vor allem gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte ihren Arbeitsplatz aussuchen können. Den Begriff Fachkräftemangel sollte man sehr differenziert betrachten: Natürlich gibt es gerade in der Pflege- oder IT-Branche flächendeckend zu wenige qualifizierte Arbeitskräfte. Dies spüren vor allem Firmen im ländlichen Raum. Hier sind Unternehmen gefragt, sich trotzdem als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und Fachkräfte zu finden sowie zu binden.

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Wo lassen sich gute Mitarbeiter finden und was zeichnet sie aus?

Kraft: Gute Mitarbeiter zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass sie Motivation, Eigeninitiative und Lernbereitschaft mitbringen. Welcher Bewerber am besten geeignet ist, darüber entscheiden Personaler häufig nach Bauchgefühl. Denn trotz der Unterstützung durch Software oder künstliche Intelligenz steht in der Personalauswahl der Faktor Mensch immer noch an erster Stelle.

Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sollten Personalabteilungen heutzutage auf einen guten Maßnahmen-Mix setzen: Neben der Schaltung von Stellenanzeigen in geeigneten Online- oder Printmedien und einer ansprechenden Karriereseite sollten sie das Recruiting via Social Media und anderen Touchpoints, wo sich die Zielgruppe aufhält, ausbauen. Bei stark nachgefragten Fach- und Führungskräften gehören Active Sourcing oder Direct Search mittlerweile zum Standard, um die passenden Mitarbeiter zu finden.

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Was müssen Firmen heute bieten, um gut anzukommen?

Kraft: Auch wenn Klassiker wie der Obstkorb oder der wöchentliche Yogakurs auf den ersten Blick attraktiv wirken sind sie doch nicht der alles entscheidende Faktor, durch den Mitarbeiter zum Bleiben bewegt werden. Mitarbeiterbindung auf emotionaler Ebene hat die stärkste Bindungskraft: Wenn Mitarbeiter die Werte und Ziele ihres Unternehmens teilen, setzen sie sich im besonderen Maße für ihren Arbeitgeber ein.

Auch hier spielt Kommunikation nach innen und außen eine große Rolle: Denn nur wenn Firmen wissen, was sie als Arbeitgeber attraktiv macht, können sie bestehende und zukünftige Mitarbeiter von sich überzeugen.

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Welche Rolle spielt Diversity - und wie gehen Firmen damit richtig um?

Kraft: Gerade für Millenials ist Diversität eine der wichtigsten Eigenschaften bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Diversity Management kann Firmen dabei helfen, eine offene Unternehmenskultur zu etablieren, die für potenzielle sowie für aktuelle Mitarbeiter attraktiv ist. Viele Unternehmen beobachten sogar, dass diverse Teams bessere Ergebnisse liefern. Dabei dürfen Diversität und Chancengleichheit nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern müssen wirklich gelebt werden. Denn wenn die kommunizierten Werte nicht mit der Realität übereinstimmen, sind die Bewerber schnell weg.

Auf der Suche nach dem Best Fit: Wie sollte man Bewerber heute am besten ansprechen?

Kraft: Authentizität ist hier das Schlüsselwort. Unternehmen müssen sich konsistent zeigen und sich authentisch präsentieren - und zwar auf allen Kanälen. Der Versuch, sich wie ein hippes Start-up-Unternehmen auszugeben, wenn es sich um ein bodenständiges, mittelständisches Traditionsunternehmen mit herzlicher, aber dennoch respektvoller Siez-Kultur handelt, geht nach hinten los. Vielmehr sollten Aspekte adressiert werden, die für die jeweilige Zielgruppe von Bedeutung sind. Dabei sollten Arbeitgeber die Perspektive der möglichen Kandidatinnen und Kandidaten einnehmen, um herauszufinden, womit sie sie oder ihn begeistern können.

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Welche Plattformen eignen sich dazu?

Kraft: Um die richtigen Medien für ihr Recruiting auszuwählen, sollten sich Personaler ihre Zielgruppe genau ansehen – wie sie ihre Freizeit verbringt, welche Medien sie nutzt. Snapchat und Instagram sind bei jüngeren Zielgruppen beliebt, LinkedIn eher bei Personen, die bereits im Berufsleben angekommen sind. Digitales Storytelling in sozialen Netzwerken oder auf der Karriereseite eignen sich hervorragend dafür, um die Unternehmenskultur zu kommunizieren und Bewerbern einen Eindruck von dem Arbeitsalltag zu geben.

Wie stellen Firmen sicher, ob die Bewerber wirklich zu ihnen passen?

Kraft: Ob ein Kandidat zum Unternehmen passt, können Personaler nur zum Teil überprüfen. Die Fachabteilungen sollten in jedem Fall mit ins Boot geholt werden, denn diese kann am besten den Personal Team Fit abgleichen und damit abschätzen, ob jemand ins Team passt.

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