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Eine Session in einem Barcamp kann ein Workshop, Vortrag, Happening oder eine Diskussion sein (Foto: iStock)
Barcamp Digitalisierung Bildung

Digitale Fortbildung im Barcamp

Ein Barcamp ist der Gegenentwurf zu einer Konferenz. Die Themen können dabei stark variieren, haben aber meist einen digitalen Bezug. So geht es unter anderem um Social-Media, Online-Marketing oder Programmierung. Ähnlich wie Hackathons, die vergleichbare Ansätze haben, können auch Barcamps für Digitalarbeiter als Fortbildung gesehen werden.

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Der Legende nach entstand die Idee eines Barcamps bei einer Veranstaltungsreihe des Software-Entwicklers und Verlagsgründers Tim O’Reilly, bei der die Teilnehmer feststellten, dass die wichtigen und spannenden Themen nicht während der Vorträge hochdotierter Sprecher ausgetauscht wurden, sondern in den Kaffeepausen dazwischen. So entstand die Idee einer weniger exklusiven und dadurch gleichberechtigteren Unkonferenz.

Der Ablauf eines Barcamps ist zwar mittlerweile ähnlich dem einer “normalen” Konferenz, es gibt allerdings ein paar Unterschiede. Klassische Barcamps sind in der Regel nicht gewinnorientiert, das heißt, dass die Eintrittspreise bestenfalls die Kosten der Organisation decken. Meist werden zusätzlich Sponsoren gesucht, um diese Kosten so gering wie möglich zu halten.

Obwohl es mittlerweile Themenbarcamps gibt, sind klassische Barcamps nicht themengebunden. Es gibt außerdem keine Gäste, sondern nur Teilnehmer. Auch wenn die Themen nicht vorgegeben sind, sind sie durch die tendenziell jungen Teilnehmer oft im digitalen Bereich eingeordnet.

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Ablauf und Sessions

Obwohl sich ein Barcamp bewusst von klassischen Konferenzen abhebt, gibt es mittlerweile ein paar “Regeln” in den Abläufen, die sich etabliert haben. Diese Regeln betreffen aber primär den organisatorischen Ablauf, nicht den Inhalt.

In der Szene umstritten ist die Vorstellungsrunde. Falles es eine gibt, findet diese zu Tagesbeginn statt, indem sich jeder Teilnehmer mit drei Hashtags vorstellt. Anschließend läuft die Sessionplanung.

So gibt es Zeitslots von 45 Minuten, die nacheinander und parallel ablaufen. In diesen Zeitslots finden die Sessions statt. Jeder Teilnehmer kann und soll eine solche Session vorschlagen, die aber wiederum inhaltlich nicht geregelt ist. Eine Session kann also Workshop, Vortrag, Happening, Diskussion, Diskurs oder Fragerunde sein - alles was erlaubt ist, ist erlaubt.

Nicht gern gesehen sind allerdings Werbevorträge oder Selbstmarketing. Finden sich genug Interessierte, findet die Session statt. Außer bei Werbevorträgen ist dies aber meistens der Fall und selbst wenn kein Raum verfügbar ist, treffen sich die Sessteilnehmer oft einfach draußen.

Den Horizont erweitern

Durch die offenen Themen und die Vielseitigkeit der Teilnehmer habe ich auf einigen Barcamps schon viele interessante Sessions erlebt. Die Themen reichen hier von klassischen Workshop-Themen wie Social-Media, Online-Marketing oder Programmierung hin zu “Meine Erfahrung mit Drogen”, “Gefangen im falschen Körper”oder “Pilzzucht - wie geht das”.

Gerade bei Barcamps ist es interessant, sich mit neuen Themen zu befassen und auf eine Session einzulassen, die jetzt nicht zur klassischen eigenen Filterblase gehört. Die Bandbreite an Themen ist zwar groß und quasi unbegrenzt, durch die Struktur der Teilnehmer sind die Themen aber oft digital angelehnt.

So gibt es gerade für digital interessierte Menschen viele Themenbarcamps, bei denen dann der Schwerpunkt “Digital” gesetzt ist. Bei barcamps.net und barcamp-liste.de seht ihr eine Übersicht über die demnächst stattfindenden Barcamps in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Oft trifft man dort die Fachleute, die auf anderen Konferenzen für viel Geld sprechen. Bei Barcamps sind sie “nahbarer” und man kann oft auch direkt Fragen stellen und ins Gespräch kommen.

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Wie man ein Barcamp organisiert

Wenn du schon ein paar Mal als Teilnehmer bei einem Barcamp dabei warst, hast du möglicherweise auch Lust, selbst eines zu organisieren. Auch hier habe ich ein paar Tipps zusammengefasst. Diese sind natürlich nicht verbindlich und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, basieren dafür aber auf eigenen Erfahrungswerten.

Zuerst zum wichtigsten Punkt: Alles steht und fällt mit dem Team. Auch wenn ein Barcamp weniger Aufwand ist als eine Konferenz, wo zum Beispiel Speaker eingeladen werden müssen, ist je nach Anspruch doch einiges zu organisieren. Je nach Größe des Barcamps ist ein ausgewogenes Mittelmaß an Teamgröße wichtig.

  • Organisatoren: Ein oder zwei Mitglieder im Team sind die Organisatoren. Sie entscheiden in Zweifelsfragen oder Unstimmigkeiten und sorgen dafür, dass die anderen Team-Mitglieder Aufgaben bekommen und diese erfüllen.
  • Team: Das Team bringt sich und sein Netzwerk mit ein und kümmert sich gemeinsam mit den Organisatoren um die Vorbereitung. Bestenfalls hat jedes Mitglied “Fachbereiche”, aber vieles kann auch gemeinsam erledigt werden. Sollte jemand aus eurem Team Kontakte zu Firmen haben, sollten diese genutzt werden - zum Beispiel für die Organisation von Location, Sponsoren und Medienpartnern.
  • Helfer: Vor allem am Tag des Barcamps braucht es Helfer vor Ort, die unter anderem die Zutritte regeln, Fragen der Teilnehmer beantworten, Rettungswege kennen, sich um das Catering kümmern und sich um die Einhaltung der Sessionzeiten oder des Code of Coduct sorgen.

Catering und Location

Mit dem Essen steht und fällt die Stimmung. Ein gutes Catering ist daher essentiell, vor allem in der zweiten Hälfte am Nachmittag. Denke hier auch an Lebensmittelunverträglichkeiten, Vegetarier und Veganer. Tipp: Fleischesser können durchaus vegan essen, Veganer und Vegetarier allerdings kein Fleisch.

Und wo soll das Barcamp stattfinden? Je besser die Räume ausgestattet sind, desto wohler fühlen sich die Gäste. Co-Working-Spaces eignen sich zum Beispiel besonders gut.

Aber auch immer mehr große Firmen sind stellen gerne Räume für Barcamps bereit. So können sie sich einem jungen Publikum präsentieren und sich als fortschrittlich und aufgeschlossen verkaufen.

Sponsoren und Code of Conduct

Gerade weil ein Barcamp für die Teilnehmer nicht viel kosten soll, kommt es kaum ohne Sponsoren aus. Größte Kostenfaktoren sind meist die Räume und das Catering. Aber auch Kleinigkeiten wie das Bier für den Abend, Snacks für die Pausen und eine Eventversicherung sind hier zu beachten.

Um das Barcamp bekannt zu machen, sind außerdem Medienpartner sinnvoll. Hier eignen sich besonders Fachmagazine, regionale Radiosender, größere Blogs und Digitalmagazine.

Was du dir auch überlegen solltest: Ein Code of Conduct ist noch nicht unbedigt üblich, wird aber immer wichtiger und liegt bei immer mehr großen Events vor, so zum Beispiel auch bei der Republica.

In einem Code of Conduct legst du Verhaltensregeln für dein Barcamp fest, die zwar normalerweise klar sein sollten, aber eben nicht immer allen bekannt sind. Dazu gehört unter anderem, dass alle gleich behandelt werden sollten und niemand diskriminiert werden darf. Wichtig ist auch, anzugeben, dass ein Ausschluss vom Event droht, sollte jemand gegen den Code of Conduct verstoßen.

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