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Digital Media Camp in München: Ignite, Inspire, Discuss, Ideate

Das Digital Media Camp des Media Lab Bayern hat sich neu erfunden: Als spezialisiertes Media Innovation Camp geht es am 22. und 23. März in München in die erste Runde.

Das Media Innovation Camp geht am 22. und 23. März in München in die erste Runde (Bild: David Pierce)
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Newsroom-Automatisierung, Inhouse Innovation und das immer irgendwie schmerzhafte Thema Content-Monetarisierung: Ein paar der Topics, die beim ersten Media Innovation Camp bearbeitet werden könnten, legen ordentlich den Finger in die Wunde des (nicht nur digitalen) Journalismus. Denn mit diesen Herausforderungen hat ja so ziemlich jedes Verlagshaus zu kämpfen, jede Online-Only-Redaktion experimentiert mit Formaten vor sich hin und jeder Medienschaffende fragt sich, wo noch mal die Glaskugel ist, mit der man endlich in die Zukunft der Branche blicken kann.

Nun soll es möglich sein, gebührend in die Tiefe zu gehen

Wenn es sie gibt, diese Glaskugel, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass interessierte Visionäre am kommenden Wochenende in München daran reiben können. Natürlich nicht einfach so, sondern im Rahmen des Media Innovation Camps, das vom Media Lab Bayern am 22. und 23. März bei Partner Google in der Münchner Erika-Mann-Straße ausgerichtet wird.

Obwohl das Camp das erste Mal stattfindet, ist es bereits ein Nachfolger – des sehr erfolgreichen Digital Media Camps, das das Media Lab von 2015 bis 2018 mit wechselnden Partnern organisiert hatte und das Jahr für Jahr mehr Teilnehmer verbuchen konnte – bis es fast die Grenzen sprengte: „Das Digital Media Camp ist ein bisschen zu groß geworden für das, was es eigentlich bieten sollte: Austausch“, schrieb Geschäftsführerin Lina Timm schon Ende Januar im Blog des Media Labs.

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"Man konnte nicht mehr jeden an einem Wochenende sprechen, es fanden nicht mehr alle das Wissen, das sie erhofft hatten. Und das liegt an der Emanzipation des Digitalen.“ Viel mehr Experten in Micro-Bereichen gibt es demnach mittlerweile, mehr Diversifizierung und Professionalisierung im digitalen Journalismus als in den Anfangsjahren des Camps – umso schwieriger sei es, bei kurzen Diskussionen, wie das DMC es bot, gebührend in die Tiefe zu gehen.

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Speaker sind unter anderem Sebastian Werner, Maria Kilg und Florian Stickel

Diesen neuen Bedürfnissen Folge tragen soll das Media Innovation Camp, kurz #micmuc, das sich als spezialisiertes Format versteht: Angesprochen fühlen sollen sich "Media Pioneers", die Technologien als Chancen für den Journalismus begreifen, Innovationsbegeisterte und natürlich auch Gründer im Media-Tech-Bereich. Das Barcamp als „Un-Konferenz“ oder offene Tagung mit agil entwickelbaren Workshops hat sich als Format bewährt, da in keiner anderen Veranstaltungsform zu Beginn Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern so unmittelbar selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden können.

An zwei Tagen nun soll das #micmuc den Maximen "Ignite, Inspire, Discuss, Ideate" folgen: Der Morgen startet jeweils mit sogenannten kurzen „Ignite Talks“, die als Inspiration und Ideen-Aktivierer für den Tag dienen sollen: Speaker sind etwa Sebastian Werner, Topic Lead Social Media bei RTL, Alexa-Editor Maria Kilg oder Microsoft-Chefredakteur Florian Stickel. Danach folgen Inspire- und Discuss-Sessions, in denen Teilnehmer ihre Expertise und Best Practices in innovativen Themen weitergeben und zur Diskussion stellen können – ganz nach der Devise: "In der Medieninnovation gibt’s für die neuesten Themen noch keine Lösungen, aber umso mehr Fragen."

Um letztere geht es in der die Tagung abschließenden Ideate-Session, in der mit einem Methodencoach in Kleingruppen an konkreten Lösungen für Ideen oder drängende Fragen gearbeitet werden soll. Unterbrochen (oder besser: ergänzt) wird das Camp durch Pausen, Mahlzeiten, eine abendliche Party – kurz: Gelegenheiten zum Austausch und Networking.

Diskutiert wird wahrscheinlich über Chatbots, Data Security und Design Thinking

Das Barcamp-Format bringt es mit sich, dass es keine fest gebuchten Referenten gibt, sondern sämtliche Sessions von den Tagungsgästen gestaltet werden. So ist auch das Media Innovation Camp auf das aktive Interesse seiner Teilnehmer und deren Motivation zur Mitgestaltung angewiesen. Da Google im Vergleich zu vorherigen Location-Partnern (zur Süddeutschen Zeitung kamen laut Media-Lab-Blog im Jahr 2018 über 300 Camp-Teilnehmer) weniger Gäste aufnehmen kann, wurde der Ticketverkauf um eine kurze Bewerbungsschleife erweitert, in der Interessierte auch Vorschläge für interessante Tagungsthemen abgeben konnten.

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Im vergangenen Jahr hieß die Veranstaltung noch Digital Media Camp (Bild: David Pierce)

Außerdem konnte so bei der Auswahl (anders als beim First-Come-First-Serve-Prinzip) darauf geachtet werden, dass Teilnehmer aus verschiedenen Berufsgruppen und mit unterschiedlichen Expertisen, Freiberufler wie Festangestellte, aber auch Studenten Chancen auf ein Ticket hatten. Die vorab eingereichten Ideen klingen vielversprechend: So könnten beim ersten Media Innovation zum Beispiel die Topics Chatbots, Data Security und Design Thinking diskutiert werden, hieß es kürzlich in einem Update auf der Event-Page bei Facebook. Nach Barcamp-Regeln werden die Themen final jedoch erst vor Ort entschieden. An interessierten Gästen mangelt es auf jeden Fall nicht, das Event ist ausverkauft.

Insgesamt 180 Medienpioniere, Tech-Fans und engagierte Start-up-Gründer werden am Wochenende hoffentlich Innovationen in der Medienbranche vorantreiben – und auch ohne Glaskugel zumindest einen Einblick gewinnen, wie Medien in Zukunft aussehen (und sich anfühlen) können. Wer kein Ticket mehr ergattern konnte, der kann dem Event unter dem Hashtag #micmuc in den sozialen Medien folgen, sich ab kommender Woche über das Blog des Media Labs über die wichtigsten Ergebnisse informieren – oder sich einfach aufs nächste Camp im Jahr 2020 freuen: Denn nach der Innovation ist ja bekanntlich vor der Innovation.

Das Media Lab Bayern ist Teil der Medientage München GmbH und wird gefördert von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und dem Staatsministerium für Digitales, Medien und Europa. Als Inkubator für Start-ups und Talente in der Journalismus- und Medienbranche fördert es digitale Innovation und richtet sich an Studenten und Berufstätige aus den Bereichen Medien, Journalismus, Informatik, Design und Business Development.

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