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Grafik: D21 Digital Index 2018/ 2019, eine Studie der Initiative D21, Kantar TNS
Digitalisierung Mobilität New Work

Digitalisierung in Deutschland: Zur Lage der Nation

84 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online, jedoch bleiben Chancen des mobilen Arbeitens ungenutzt: Die Initiative D21 hat mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier den "D21-Digital-Index 2018/2019" zur Lage der digitalen Gesellschaft in Deutschland vorgestellt - mit teils verblüffenden Ergebnissen.

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"Digitalisierung ist der Megatrend des 21. Jahrhunderts. Durch digitale Prozesse, Produkte und Angebote prägen Unternehmen den technologischen Fortschritt und tragen maßgeblich zu Wohlstand und Wachstum in Deutschland bei", so Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag, den 22. Januar, bei der Vorstellung der Studie "D21-Digital-Index 2018/2019" die Initiative D21.

Die von Kantar TNS durchgeführte Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur digitalen Gesellschaft.

Digitalisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten hat die deutsche Gesellschaft einen mittleren Indexwert von 55 Punkten erreicht. Der Digital-Index steigt damit im Vergleich zum Vorjahr um 2 Punkte. Grund für den Zuwachs sind Steigerungen beim Zugang (+6 Punkte) und in der Kompetenz (+2 Punkte). Das Nutzungsverhalten nimmt leicht ab (-1 Punkt), die Offenheit gegenüber digitalen Themen bleibt gleich.

84 Prozent der deutschen Bevölkerung sind online, das ist ein Zuwachs von drei Prozentpunkten. Dieser stammt insbesondere von der zunehmenden Verbreitung des mobilen Internets, das inzwischen 68 Prozent der Bevölkerung nutzen (+4 Prozentpunkte). Den größten Zuwachs – und damit entscheidenden Anteil an den Steigerungen – verzeichnen die älteren Generationen: 79 Prozent der 60 bis 69-Jährigen und mittlerweile 45 Prozent der über 70-Jährigen sind online.

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Grafik: D21 Digital Index 2018/ 2019, eine Studie der Initiative D21, Kantar TNS

Weniger Menschen im digitalen Abseits

Der D21-Digital-Index teilt die Bevölkerung in verschiedene Nutzergruppen und -typen mit spezifischen Merkmalen ein. Dabei ist im Vergleich zu den Vorjahren eine Verschiebung hin zu den digitaleren Gruppen zu beobachten. Die Gruppe der Digital Abseitsstehenden schrumpft um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent und umfasst damit noch ca. 13 Millionen Menschen. Die größte Gruppe sind nach wie vor Digital Mithaltende mit 42 Prozent (+1 Prozentpunkt), dies entspricht etwa 27 Millionen Menschen.

Den größten Zuwachs verzeichnet die Gruppe der Digitalen Vorreiter, zu de-nen nun 37 Prozent der deutschen Bevölkerung zählen (+3 Prozentpunkte). Diese Gruppe geht sehr offen und souverän mit den Anforderungen sowie den Errungenschaften der Digitalisierung um.

Betrachtet man den Digitalisierungsgrad im Zusammenhang mit verschiedenen sozioökonomischen Faktoren, wird deutlich, in welchen Bereichen digitale Spaltung stattfindet. Auch wenn Teile der älteren Generationen aufholen, sind nach wie vor die jüngeren Generationen digital weitaus aktiver. Höher Gebildete haben im Schnitt einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad als Menschen mit niedriger formaler Bildung.

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Ebenso führt Berufstätigkeit generell, insbesondere aber Schreibtischtätigkeit, zu mehr Berührungspunkten und Erfahrungen mit digitalen Technologien und Anwendungen und damit zu einem höheren Digital-Index. Die meisten Menschen bringen sich digitale Kompetenzen selbst bei durch Ausprobieren (58 Prozent) oder holen sich Hilfe bei Bekannten. Knapp jeder Fünfte bildet sich digital gar nicht fort (19 Prozent).

Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, sagt dazu: "Es müssen mehr Anreize geschaffen werden, dass die Digitalisierung nicht an den Menschen mit niedrigerem Bildungsstand und an den ländlichen Regionen vorbeigeht. Die Antwort kann nur sein, noch stärker in die Köpfe der Menschen zu investieren – dies muss vor allem in den Schulen beginnen und sich konsequent im Berufsleben fortsetzen."

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Die Berufswelt wird digitaler, doch flexibles Arbeiten bleibt die Ausnahme

Knapp die Hälfte der Berufstätigen geht davon aus, dass sich ihr Beruf in der näheren Zukunft spürbar durch die Digitalisierung verändern wird. 38 Prozent sehen darin Chancen für neue Jobentwicklungen in ihrem Arbeitsumfeld.

41 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung aber auch einem ständigen Lern- und Anpassungsdruck ausgesetzt. Denn lebenslanges Lernen bildet die Voraussetzung für beruflichen Erfolg, das sehen 84 Prozent der Berufstätigen so.

Für die Hälfte der Berufstätigen bedeutet zeitlich und räumlich flexibles Arbeiten eine Steigerung ihrer eigenen Lebensqualität. Doch mobiles Arbeiten bleibt bislang die Ausnahme: Nur 16 Prozent arbeiten nach eigenen Angaben gelegentlich orts- oder zeitunabhängig.

Bei einem Viertel davon schafft das Unternehmen nicht die notwendigen Voraussetzungen. Ein weiteres Viertel gibt an, kein Interesse daran zu haben. Für mehr als die Hälfte ist flexibles Arbeiten im eigenen Tätigkeitsfeld generell nicht möglich.

Noch geringe Erfahrung mit E-Health und Smart Home

Nur eine kleine Minderheit der deutschen Bevölkerung sammelte bereits persönlich Erfahrungen mit E-Health- oder Smart-Home-Anwendungen. Am meisten verbreitet sind digitale Gesundheitsanwendungen, die bislang zwölf Prozent genutzt haben.

Halb so viele Menschen verfügen über persönliche Erfahrungen mit intelligenten Haushaltsgeräten oder -robotern. Damit bleiben Smart-Home- und E-Health-Anwendungen bislang Nischenprodukte für Technik-Begeisterte.

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Unabhängig von der tatsächlichen Nutzung ist aber eine gewisse Offenheit gegenüber dieser Technik vorhanden: Jeder Dritte kann sich die zukünftige Nutzung von Haushaltsrobotern, mit dem In-ternet verbundenen Überwachungskameras oder per App steuerbarer Licht- und Heizungsanlagen vorstellen.

Die gesundheitlichen Folgen der Digitalisierung schätzen mehr Menschen positiv als negativ ein, sowohl für sich selbst als auch für die Gesellschaft insgesamt. Die Mehrheit sieht die Auswirkungen jedoch neutral. Mit Blick in die Zukunft sind die Menschen in Deutschland optimistisch: Sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene glauben sie, dass die Digitalisierung in 15 Jahren positivere gesundheitliche Auswirkungen haben wird, als sie diese momentan empfinden.

Über die Studie: Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar TNS. Sie erfasst die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Mittels persönlich-mündlicher Befragung, sog. "face-to-face"-Erhebung (CAPI = computergestütztes persönliches Interview) wurden 20.406 Interviews in Deutschland durchgeführt, davon 2.052 mit vertiefenden Fragen. Das Studienprojekt ist gemeinschaftlich finanziert über eine Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie durch Sponsoring.

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