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Die Zukunft von Apps heißt PWA

Nach zehn Jahre App Store und Millionen von Apps möchte Google die mobile Zukunft mit Progressive Web Apps (PWA) einläuten. Wir erklären, wie diese Zukunft aussehen soll und wo die Vorteile von PWAs liegen - für Nutzer und die Unternehmen.

Progressive Web Apps haben den Vorteil, dass sie gecachte Daten auch ohne Verbindung darstellen können (Bild: Google)
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Als Apple nach dem Launch des ersten iPhones den App Store ins Leben rief, startete das Unternehmen ein Distributionsmodell für Software, das die IT-Branche umkrempelte und dem Smartphone den Weg zum Erfolg ebnete. Zehn Jahre und Millionen von Apps später möchte Google die Zukunft dieses Modells mit Progressive Web Apps (PWA) einläuten. Wir erklären, wie diese Zukunft aussehen soll und wo die Vorteile von PWAs liegen.

Normalerweise verhält es sich bei der Entwicklung von nativen Apps fürs Smartphones und Tablets so, wie in der klassischen Programmierung: Eine Anwendung wird entwickelt, auf ein bestimmtes Betriebssystem zugeschnitten (iOS, Android oder das, was vom Windows Phone Store übrig ist), durchläuft dann den Review-Prozess des Stores und steht dann zum Download zur Verfügung. Im Grunde ein bewährtes Prinzip, das in Zeiten von agiler Webentwicklung, Cloud Native Applications (CNA) und Öffnung neuer Märkte mit langsameren Mobilfunknetzen nicht mehr zeitgemäß erscheint.

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Progressive Web Apps fühlen sich fast an wie klassische

Das hat Google, als die wohl treibende Kraft im Mobile Web, erkannt und 2015 zum ersten Mal den Begriff Progressive Web Apps gemünzt, der mobile Software in ein neues Zeitalter hieven soll. Die Idee ist dabei recht simpel: Statt Apps auf dem oben beschriebenen Weg zu entwickeln, stellt Google ein kostenloses Framework zur Verfügung: das Web App Manifest. Das erlaubt es mit ein paar wenigen Codezeilen im Quellcode einer Webseite, diese zu einer App zu verwandeln. Surft ein Nutzer die Webseite mit einem Smartphone an, erscheint nicht mehr oben die Aufforderung zur Installation der App aus dem App Store, sondern eine Einblendung am unteren Bildschirmrand, die Webseite zum Homescreen hinzuzufügen.

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Pwa
Progressive Web Apps haben den Vorteil, dass sie gecachte Daten auch ohne Verbindung darstellen können (Bild: Google)

Es zeigt sich wie gewohnt ein App-Icon und die PWA ist mit deutlich weniger Speicherplatz und schneller als eine native Apps installiert. Die Anwendung fühlt sich dann im Grunde genauso an, wie eine native App, zumindest ist das der Plan für die Zukunft. Im Moment sind nämlich einige Funktionen noch nicht integriert, selbst bei Googles eigenen PWA-Versionen seiner bekannten Apps. Bei der Variante von Google Maps fehlt beispielsweise die Routennavigation, bei Google Drive sind noch nicht alle Funktionen zum Dateihandling integriert. Wenn man aber davon ausgeht, dass man rein technisch gesehen eine Software in einem Browsercontainer beziehungsweise korrekter, einer App-Shell, nutzt, zeigt sich direkt einer der größten Vorteile von PWAs.

Zahlreiche Vorteile für Entwickler und Nutzer

Statt mehrere Versionen für verschiedene Betriebssysteme entwickeln und regelmäßig mit Updates ausspielen zu müssen, reicht es bei PWAs, die eigene Webseite entsprechend anzupassen. Surft ein Nutzer sie mit seinem PC an, sieht diese wie gewohnt aus, erreicht er sie mit dem Smartphone, kann er sie als PWA installieren und bekommt die Ansicht und Funktionsweise, die er seit Jahren von nativen Apps gewohnt ist. Der deutlich geringere Entwicklungsaufwand ist hier ein großer Vorteil für die Unternehmen, denn dieser verlagert sich jetzt zurück zum Web-Developer, der die mittlerweile mächtigen Schnittstellen und Funktionen moderner Browser für echte, mobile Software nutzen kann. Davon ab reicht die Entwicklung einer PWA aus um sie auf jedem Gerät darzustellen, dass über einen modernen Browser verfügt, nicht nur Smartphones.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Updates nicht mehr wie bisher über den App Store installiert werden müssen, sondern wie bei SaaS beziehungsweise Cloud-Applikationen inkrementell eingespielt werden. Sprich: Der Nutzer muss nichts mehr nach der ersten Einrichtung nachinstallieren. Er bekommt neue Funktionen, Informationen oder den grafischen Relaunch einer App sofort zu sehen, wenn die Entwickler ihn auf ihrer Webseite implementiert haben.

Die PWA spart also hier eine Menge an übertragenen Daten sowie Verbindungen und schont somit die immer voller werdenden Mobilfunknetze sowie das Smartphone des Nutzers. Besonders in Ländern wie Indien, die gerade einen Boom bei der Nutzung des Internets erleben, aber noch nicht über die mobile Infrastruktur verfügen, zahlt sich der Einsatz von PWAs aus. Vermutlich auch nicht uneigennützig für Google selbst, die als das größte Ad-Netzwerk der Welt hunderte Millionen neuer Werbekunden erreichen können, wenn auch indirekt. Zumindest springen (anonyme) Daten zur Analyse und Verbesserung der eigenen Services dabei raus.

Weniger Daten = bessere User Experience

Diese ganze Datenersparnis hat übrigens einen sehr positiven Nebeneffekt und zwar dass die Apps schneller dargestellt werden und Daten flotter nachladen. Wer sich ein Bild davon machen möchte, kann mal vergleichen, wie sich die native Twitter-App im Gegensatz zur PWA Twitter Lite anfühlt, die nach dem Aufruf von mobile.twitter.com zur Installation angeboten wird. Wie bei Googles Apps fehlen auch hier ein paar kleinere Funktionen, alles wichtige funktioniert aber schon. Die wohl beste Figur macht momentan Tinder, das von der nativen App kaum noch zu unterscheiden ist. Vermutlich auch, weil es weniger Funktionen benötigt, die Google, Apple und Microsoft zweifelsohne in Zukunft in ihre Browser-Engines integrieren werden. Unterstützt werden PWAs übrigens seit Frühjahr 2018 auf allen gängige Browsern, beziehungsweise Geräten mit der Engine als Unterbau, sprich halbwegs moderne Apple und Android-Versionen.

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(Bild: Screenshot Twitter)

Was aus Sicht der Nutzer zu einer besseren Customer Experience führt, hat für die Webseiten- und PWA-Betreiber aka Unternehmen wiederum den Vorteil, dass die Verweildauer bei schneller ladenden Apps deutlich steigt. Shop-Betreiber können sich also theoretisch über höhere Abverkäufe freuen, News-Seiten über mehr Aufrufe von Artikeln und somit Bannerimpressionen und Social Media-Netzwerke über ein höheres Engagement seiner Nutzer. Und für Unternehmen, denen die Hürde App-Entwicklung (mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der LEAD 03/18) eine zu große ist, steht in Zukunft eine einfachere Variante zur Verfügung, um den überfälligen digitalen Schritt zu wagen.

Dass die Stunde von klassischen Apps geschlagen und die von Progressive Web Apps gekommen ist, kann man übrigens noch nicht sagen. Laut Bitkom hat sich der Umsatz von mobilen App-Downloads seit 2015 in Deutschland fast verdreifacht und lag Anfang des Jahres bei 1,5 Milliarden Euro - Tendenz steigend.

Trotz aller Vorteile und Möglichkeiten bleibt die Entwicklung und der Erfolg von PWAs also abzuwarten. Es wäre nach dem "E-Mail-Killer" Google Wave und Dutzenden anderen nicht das erste Projekt, das als gute Idee gestartet und dann wieder verschwunden ist. Die Zeichen stehen jedoch sehr gut, vor allem da die Technologie PWA sich graduell in bereits bestehende Services und Umgebungen einbettet. Wer sich einen Überblick über bisher entwickelte PWAs verschaffen will, kann sich mal bei Appscope umsehen, um die ein oder andere Variante auszuprobieren, darunter auch Instagram, Uber oder Starbucks.

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