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1140291810 Mark Zuckerberg F8 2019  Getty Images Amy Osborne
In San Francisco hat Facebooks Entwicklerkonferenz F8 stattgefunden. Zum Auftakt hat Mark Zuckerberg seine Visionen für Facebook verkündet (Foto: GettyImages/Amy Osborne)
Facebook Social Media Mark Zuckerberg

Die Zukunft ist privat

In San Francisco hat Facebooks Entwicklerkonferenz F8 stattgefunden. Zum Auftakt hat Mark Zuckerberg seine Visionen für Facebook verkündet. Das große Schlagwort lautet Privacy.

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Nach all den Skandalen rundum Cambridge Analytica und Fake News ist Mark Zuckerberg bemüht, das Thema Sicherheit in den Vordergrund zu rücken. Er will zeigen, dass Facebook verstanden hat, was die User wollen. Der Facebook-Chef stellt eine ganze Menge neuer Features und Funktionen in San Francisco vor. Der große Wurf ist allerdings ausgeblieben.

Facebook Messenger – kleiner, schneller, weniger Akkuverbrauch

Ganz groß schreibt Zuckerberg das Thema Messenger. Denn Diskussionen finden immer weniger in der Timeline und immer mehr privat - in Stories oder direkt im Messenger (auf WhatsApp oder im Facebook Messenger) statt. Und daher bastelt Facebook auch an einer komplett neuen Infrastruktur für den Facebook Messenger.

Das große Ziel: Der Messenger soll schneller und deutlich kleiner werden. In Zahlen: Die App soll nur noch 30 Megabyte groß sein. Und Inhalte sollen doppelt so schnell laden, auch bei schlechter Netzwerkverbindung. Das alles soll dazu beitragen, den Handyakku zu schonen. Schön, aber sollte das nicht eine Selbstverständlichkeit sein?

Dann das Lieblingsthema Videos: Bald soll es möglich sein, Videos von Facebook im Messenger zu entdecken und zu teilen. So können Videos zusammen mit anderen im Chat angesehen werden. Diese Funktion wird gerade getestet und im Laufe des Jahres weltweit ausgerollt.

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Außerdem arbeitet Facebook an einer neuen Desktop-Version. Denn die Nutzer wollen sich - so die Idee - ohne Unterbrechung von jedem Gerät aus austauschen können. In der Desktop-App sind Gruppenanrufe per Video möglich – zum Beispiel um gemeinsam an Projekten zu arbeiten oder parallel zum Chat weitere Dinge zu erledigen. Diese Funktion für Mac und PC wird gerade getestet und soll im Herbst 2019 ausgerollt werden. Unterm Strich handelt es sich bei den Messenger-Neuerungen also eher um Kosmetik, die der Nutzer einfach erwartet.

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Hilfe bei der Partnerwahl!

Noch viel zu oft gilt im Influencermarketing: Hauptsache, irgendwen! Aber wie den Richtigen finden? Das LEAD Bookazine 1/2019 zeigt, wie Unternehmen bei der Partnerwahl richtig vorgehen. Es ist eigentlich gar nicht so schwer. Außerdem #alltagohnefilter: Influencer und Marketer über Instagram.

Termine buchen im Messenger

Interessanter, aber auch nicht gerade innovativ, sind die Optionen, die Unternehmen an die Hand bekommen sollen. Denn in den Augen von Facebook ist der Messenger nicht länger nur eine Verbindung unter Freunden. Auch Unternehmen sollen mehr Möglichkeiten bekommen, mit ihren Kunden direkt zu interagieren. Im Anzeigenmanager gibt es daher jetzt Vorlagen zur Lead Generierung.

Damit können Unternehmen eine Anzeige erstellen, die die Kunden zu einem kurzen Fragebogen im Messenger führt. Und um die Terminvereinbarung mit Unternehmen wie Autohäusern, Kosmetiker oder Reinigungsdiensten zu erleichtern, gibt es eine Funktion, mit der Termine im Messenger gebucht werden können.

WhatsApp Business Catalog

A propos Unternehmen: WhatsApp wird nicht nur privat genutzt, sondern auch geschäftlich in Form der Business App. Und hierfür hat Facebook den Business Catalog entwickelt. Darüber können die Unternehmen ihre sämtlichen Produkte direkt über WhatsApp zum Kauf anbieten.

Gedacht ist die Lösung vor allem für Unternehmen mit einer überschaubaren Produktpalette, die so eine schöne Bühne für den Abverkauf bekommen. Nachteil: Die Anbieter machen sich von einer fremden Plattform abhängig und können Daten weniger gut auswerten als im eigenen Webshop.

Facebook Gruppen

Neben Sicherheit und Privacy ist das Thema Community einer der wichtigen Pfeiler in Zuckerbergs Zukunftsvision. "Die Grundlage von Facebook sind Communitys. Sie helfen uns, uns zu entwickeln. Communitys sind daher fast so wichtig wie Freunde", verkündet Zuckerberg auf der F8 Keynote. Und er glaubt, dass es für jeden Menschen eine Community gibt.

Die "Gruppen" rücken daher beim Redesign der Mobile App (und der Desktop-App) in den Mittelpunkt. Die Gruppen sollen - wie Freunde und Familie - das Herzstück von Facebook werden. Dabei will Facebook in Zukunft besser passende Gruppen für jeden Nutzer vorschlagen. Das geht natürlich nur mit einer genauen Interessensanalyse des Einzelnen. Werden hier die Daten, die bereits zum Ausspielen von Werbung genutzt werden, herangezogen? Oder werden weitere Daten ausgewertet? Wie genau Facebook hier vorgehen will, lässt Zuckerberg wie immer im Dunkeln. Beim Thema Transparenz hat Facebook seine Hausaufgaben immer noch nicht gemacht.

Dafür spricht Zuckerberg erneut von Security – die Sicherheit soll auch in den Gruppen gewährleistet sein. Das impliziert, dass Nutzer, die gegen die Regeln verstoßen, aus der Gruppe ausgesperrt werden. In den Kommentaren, die während des Livestreams auf Facebook zu lesen waren, sind viele jedoch skeptisch und sprechen von Zensur.

Facebook Dating

Die bisherigen Ankündigungen entlocken dem Publikum im Saal eher ein müdes Klatschen. Begeisterungsstürme gehen anders. Etwas lebhafter wird es, als der Tech-Riese Facebook Dating vorstellt. Dabei scheint Facebook nun auch bei Tinder zu wildern: Man will eine Dating Funktion launchen. Während dir in "Facebook Dating" unbekannte Kandidaten vorgeschlagen werden sollen, sollen mit der Funktion "Secret Crush" Flirtversuche mit euch bekannten Menschen möglich werden.

Wenn du zum Beispiel auf einer Party warst, kannst du anschließend eine Liste von den Leuten anlegen, die du vielleicht gerne näher kennenlernen möchtest. Nimmt ein anderer Partygast deinen Namen ebenfalls auf seine Liste: Bingo! Und Facebook verkuppelt euch. Und schließlich soll es rund um das Thema Kennenlernen noch ein weiteres Feature geben: "Meet new Friends". Dieses Feature soll helfen, neue Leute kennenzulernen, wenn jemand in eine fremde Stadt zieht.

Instagram

Facebook will mehr private Interaktionen auf Instagram fördern. Daher hat man sich auch entschlossen, die Anzahl der Likes nicht länger öffentlich anzuzeigen - auch wenn der Accountbesitzer sie nach wie vor sehen kann. Facebook möchte damit den Druck herausnehmen, dass User nur noch auf die Anzahl der Likes schielen und dabei den eigentlichen Sinn – die persönliche Kommunikation – aus den Augen verlieren.

Außerdem gibt es mehr Möglichkeiten, sich in Stories auszudrücken: Ging das bislang nur mit Fotos oder Videos, so lassen sich bald auch Sticker und andere interaktive Elemente als Stories gestalten. Weitere Verbesserung für Instagram: Facebook eröffnet einen neuen Shoppingkanal. Ab Anfang Mai 2019 kann die Community bei einigen ausgewählten Instagram Creators Produkte direkt shoppen. Statt einen Screenshot zu machen oder in Kommentaren oder Direktnachrichten Produktdetails zu erfragen, muss der Nutzer dann nur noch auf das Einkaufstaschensymbol tippen, um mehr über die gezeigten Produkte zu erfahren.

Und auch Spenden ist per Instagram in Zukunft möglich: Dafür können die Nutzer unter den interaktiven Elementen im Stories-Bereich direkt auf einen Spenden-Sticker klicken. Diese Spenden gehen zu 100 Prozent an die ausgewählte Organisation. Spenden-Sticker sind zunächst in den USA verfügbar.

VR und AR

Seit einigen Jahren wird Mark Zuckerberg nicht müde, die Vorteile von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) zu predigen. Er begeistert sich wie ein kleines Kind, wenn virtuelle Objekte in die reale Welt gesetzt werden können. Inzwischen nutzen zwei Milliarden Menschen Augmented Reality auf Facebook. Und daher hat Facebook AR Studio nun für Windows und Mac gelauncht. Mit AR Studio können Entwickler Augmented Reality Anwendungen auf Facebook schaffen.

Portal: Nach den USA und Kanada sollen die VR-Apps Portal und Portal+ auch in Europa angeboten werden. Zudem kommt WhatsApp auf die VR-App Portal – und damit auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass man einen Freund anrufen kann, der kein Portal hat, aber WhatsApp sowie Messenger verwendet.

Oculus Rift Mark Zuckerberg hat auch zwei neue Modelle der VR-Brille Oculus vorgestellt: das Modell Oculus Rift S und das Modell Oculus Quest. Die Quest erfüllt endlich den Traum von Freiheit, denn das Headset kommt ohne Kabel aus. Vorbestellungen sind ab 1. Mai 2019 möglich. Jedes Modell kostet 399 US-Dollar. Und um das Thema VR erneut anzuheizen, hat Facebook allen Entwicklern im Saal eine Oculus Quest geschenkt. Doch auch die Quest wird es nicht richten und den schon lange erhofften Durchbruch schaffen. Denn die zwei Hauptfehler, die VR-Brillen haben, bestehen weiterhin: Sie sind dick und klobig und zu teuer.

Facebook – Quo vadis?

Die diesjährige Keynote mit den vielen kleinteiligen Ankündigungen hat niemanden vom Stuhl gerissen. Das Leitmotiv Security und Privacy konnte wenig überzeugen. Zuckerbergs Visionen sollen Facebook komplett verändern. Es geht ihm nicht nur um ein paar technische Verbesserungen. "Wir bauen die Zukunft, die wir wollen, und verbinden uns mit den Menschen, mit denen wir uns verbinden wollen." Diese Worte spricht Mark Zuckerberg nicht zum ersten Mal aus.

Doch die vielen Kommentare während der Keynote zeigen etwas anderes: Die Menschen glauben nicht, dass es in Zeiten von Social Media noch Privacy gibt. Und auch die Tatsache, dass Regierungen die Verschlüsselungs-Codes verlangen, sprechen nicht gerade für Privacy. Und auch Security ist ein heikles Thema: Denn automatisierte Überwachung, um Fake News und Fehlverhalten zu verhindern, bedeutet auch immer in irgendeiner Form Zensur. Doch wo sind die Grenzen? Welche Äußerungen sollten noch erlaubt sein? Und welches Verhalten sollte zum Ausschluss führen? Hier gibt es noch viele Fragen zu beantworten.

Eines gleich vorweg: Wer die ganz großen Neuerungen erwartet hat, wird enttäuscht sein. Es sind eher viele kleine Schritte, die Facebook Richtung Zukunft geht.

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