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Die Straßen der Großstädte sind längst nicht mehr nur zur Rush Hour verstopft und die Feinstaub-Werte steigen in immer bedenklichere Höhen. Die Lösung: Digitale On-Demand-Mobilitätsangebote (Bild: iStock)
Mobilität Autonomes Fahren Carsharing

"Die Zukunft der Mobilität ist geteilt, elektrisch und autonom"

Die Straßen der Großstädte sind längst nicht mehr nur zur Rush Hour verstopft und die Feinstaub-Werte steigen in immer bedenklichere Höhen. Die Lösung: Digitale On-Demand-Mobilitätsangebote. Davon ist Chris Snyder, CEO des Joint Ventures ViaVan überzeugt. Ein Interview.

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LEAD: Inwiefern ist Ridesharing die beste Möglichkeit, um urbane Mobilität zu gewährleisten?

Chris Snyder: Das eigene Auto war früher ein Symbol für Freiheit, aber heute ist es das Symbol eines Transportsystems, das in den großen Städten in der Krise steckt. Es führt zu verstopften Straßen, einem Rückgang der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und steigenden Treibhausgasemissionen. Wir sehen eine Zukunft vor uns, die verschiedene Arten von Verkehr verbindet – von geteilten Fahrten bis zu Fahrrädern, Rollern und Zügen.

LEAD: Wie wird die Zukunft zur Gegenwart?

Snyder: Um zu verhindern, dass einzelne Menschen Auto fahren, müssen wir den Leuten mehrere erschwingliche Mobilitätsangebote zur Verfügung stellen, die so bequem sind wie ein eigenes Auto, aber keine Staus herbeiführen und so emissionsarm wie der Nahverkehr sind. ViaVan bietet flexible und dynamische On-Demand-Mobilitätsangebote, die den Kunden ein Gefühl von Komfort und Unabhängigkeit von festgelegten Routen bietet.

Dafür arbeiten wir schon jetzt mit verschiedenen Städten und deren Nahverkehrssystem in ganz Europa zusammen, wie in Berlin mit der BVG und in London mit Transport for London.

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LEAD: Welche Vorteile bietet ViaVan gegenüber anderen Anbietern wie zum Beispiel Uber?

Snyder: Es gibt zwei Faktoren, mit denen wir uns vor allem von der Konkurrenz absetzen: Unsere Technologie und unsere Vision. Unsere Plattform wurde speziell für einen On-Demand-Nahverkehr entwickelt. Mehr als 200 Entwickler sind ständig dabei, unsere Algorithmen zu optimieren. Dazu verfügen wir über eine sechsjährige Betriebserfahrung in ganz unterschiedlichen Umgebungen. Von den weltweit größten Städten wie London und New York bis zu ländlichen Gegenden in Texas und Großbritannien.

Unsere Vision ist es, den öffentlichen Nahverkehr auf globaler Ebene zu modernisieren. Dafür arbeiten wir direkt mit den Städten, den Verkehrsgesellschaften und Firmen zusammen und setzen erstklassige Technologien so ein, dass sie perfekt auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst ist.

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LEAD: Wo liegen die Herausforderungen?

Snyder: Bei Mobilität gibt es kein One-fits-all und wir sind in der Lage, unsere Erfahrung in der Shared-Ride-Technologie auf alle Dienste im öffentlichen Nahverkehr von der ersten bis zur letzten Meile zu übertragen, wie wir es bereits in Los Angeles getan haben - aber auch auf den Einsatz von buchbaren Doppeldecker-Bussen in Singapur bis hin zum Einsatz von Elektrofahrzeugen in Berlin mit der BVG.

LEAD: Welche Rolle spielt E-Mobilität bei ViaVan und wie wird sich das in naher Zukunft entwickeln?

Snyder: ViaVans Zukunft ist elektrisch. Wir haben uns dazu verpflichtet, 100 Prozent aller Fahrzeuge, die in unserem Besitz sind und von uns betrieben werden, bis spätestens 2022 auf Elektroantrieb umzustellen. Und bis spätestens 2025 erwarten wir, dass die restlichen Fahrzeuge, die von Drittanbietern betrieben werden, ebenfalls voll elektrisch laufen. In Berlin besteht jetzt schon ein Großteil der Flotte aus E-Autos und wir sind stolz, die weltweit ersten eVito Tourer in unseren Service aufzunehmen. Zusätzlich zur Elektrifizierung unserer Flotte konzentrieren wir uns darauf, eine smarte Technologie zu entwickeln, um diese Elektroautos so effizient wie möglich einzusetzen.

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Chris Snyder Via Van Ceo
Chris Snyder ist CEO des Joint Ventures ViaVan. (Bild: ViaVan)

LEAD: Planen Sie, autonome Fahrzeuge einzuführen?

Snyder: Die Technologie für autonomes Fahren entwickelt sich ständig weiter und auch wir arbeiten an Lösungen, mit denen autonome Fahrzeuge als Teil eines optimierten Ridesharing-Services zum Einsatz kommen. Ich kann zum momentanen Zeitpunkt keine Details nennen, aber wir freuen uns darauf, schon bald Neuigkeiten bezüglich eines neuen AV-Services in Europa bekanntzugeben.

LEAD: Warum haben Sie sich gerade Berlin für Ihren Marktstart in Deutschland ausgesucht?

Snyder: Als wir unseren Maktstart in Deutschland geplant haben, war die BVG zeitgleich auf der Suche nach einem erfahrenen Partner für App-basiertes Ridesharing, um eine neue Form des öffentlichen Verkehrs zu testen, die ihr Angebot verbessern und optimieren würde. Für uns war Berlin vor allem wegen seiner Größe, der starken bestehenden Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs und der zunehmenden Verstopfung durch private Fahrzeuge interessant.

Wir waren überzeugt, dass unsere Technologie das bestehende U- und S-Bahnnetz gut ergänzen und viele Berliner dazu bringen würde, den öffentlichen Nahverkehr mit der Nutzung von hocheffizientem, praktischem und bezahlbarem Ridesharing zu verbinden. Dadurch bekommen wir einzigartige Einblicke in das Kundenverhalten und die Sichtweise eines großen deutschen Verkehrsbetreibers, die der Schlüssel dafür sind, die Herausforderungen im Hinblick auf den Transport zu meistern. Wir sehen Deutschland als Schlüsselmarkt für ViaVan.

Wir alle müssen nun eine wichtige Entscheidung treffen, da autonome Fahrzeuge nicht mehr nur Science-Fiction sind, sondern mehr und mehr die Realität werden.

LEAD: Funktioniert das Konzept nur in größeren Städten wie London, Amsterdam und Berlin oder auch in kleineren Städten beziehungsweise sogar im ländlichen Raum?

Snyder: Wir haben unseren Service in Kooperation mit dem Betreiber Arriva auch schon in kleinen Städten wie Sittingbourne in Großbritannien gelaunched. Zuletzt haben wir einen bedarfsgerechten Bus-Piloten mit Transport for London (TfL) im Außenbezirk von Sutton gestartet. Der GoSutton Service verbindet den öffentlichen Nahverkehr mit regionalen Bus-Netzwerken, um die Notwendigkeit von privat genutzten Fahrzeugen zu reduzieren.

LEAD: Gibt es außerhalb von Berlin weitere Pläne für Deutschland und wie sehen die aus?

Snyder: Außerhalb von Berlin betreiben wir zwei Corporate Services mit der BASF in Ludwigshafen und Mercedes-Benz in Bremen. Und wir führen gerade Gespräche mit verschiedenen Städten unterschiedlicher Größe sowie Verkehrsbetreibern, wobei wir zum jetzigen Zeitpunkt nichts Konkretes sagen können.

LEAD: Was glauben Sie, wie sich die urbane Mobilität angesichts steigender Bevölkerungszahlen in den Großstädten und dem wachsenden Bewusstsein in Umweltfragen in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird?

Snyder: Die Mobilitätstechnologie wird sich in den kommenden Jahren drastisch verändern, aber die Städte stecken schon heute in einer Krise und suchen verzweifelt nach neuen Lösungen. Wir alle müssen nun eine wichtige Entscheidung treffen, da autonome Fahrzeuge nicht mehr nur Science-Fiction sind, sondern mehr und mehr die Realität werden: Wird die Zukunft durch Shared Mobility bestimmt?

Falls nicht, wird die beste Technologie - egal, ob Elektroautos oder autonome Fahrzeuge - nicht dazu führen, die Überlastung in unseren Städten zu reduzieren.

Die Zukunft der Mobilität ist geteilt, elektrisch und autonom. Und der wichtigste Punkt, der sofort angegangen werden muss, ist Shared Mobility. Nach einer Studie der OECD kann Shared Mobility die Zahl der gefahrenen Kilometer im großstädtischen Raum um 55 Prozent reduzieren und die CO2-Emissionen um 62 Prozent.

Obwohl das privat genutzte Auto in naher Zukunft nicht verschwinden wird, werden Shared Mobility-Services wie ViaVan, genauso wie öffentliche Verkehrsmittel, Laufen und Fahrradfahren, eine Rolle dabei spielen, wie das Privatauto ersetzt und die Zukunft des Verkehrs nachhaltig gestaltet werden kann.

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