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LEAD-Kolumnist Johannes Ceh (Bild: Thomas Dashuber)
leadfaces Storytelling Publishing

Die Publisher-DNA: Teil 2

Auch wenn die These heutzutage lautet: "Content kann jeder", glaubt LEAD-Kolumnist Johannes Ceh trotzdem, dass journalistische Texte die Zukunft von Unternehmen und Gesellschaft prägen werden. Die ersten neun von Johannes' Lieblingstextern gab es letzte Woche in Teil 1, den zweiten Teil seiner Hitliste zeigt LEAD heute.

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Lukas Kircher

Wohl kaum ein Zeitungsrelaunch im deutschsprachigen Raum lag nicht bereits auf dem Schreibtisch von Lukas Kircher. Kircher ist Designer, Österreicher, Familienmensch, geht hin und wieder auf Partys. Zusammen mit seinem Partner Rainer Burkhardt definierte er mit Content Marketing eine neue Disziplin. Das sorgte in der Werbebranche für derartige Aufregung, dass der CEO von BBDO Germany sich in einem Interview empörte, da schwinge sich ein gewisser Editorial Designer "zum Gralshüter des Content Marketings" auf. Wer glaubt, Lukas Kircher sei müde, nachdem in seiner Agentur C3 ein neuer CEO installiert wurde, täuscht sich gewaltig. Zum Jahreswechsel begeisterte auf den Native Advertising Days mit seiner Keynote zu Dark Native. Dort wo Lukas Kircher Präsenz zeigt, ist er mit voller Leidenschaft.

Nick Sohnemann

Es gibt einen Mann, der begibt sich zu Anlässen wie der SXSW ganz tief in den Motorenraum der Technik und berichtet darüber mit einer Leidenschaft und Detailliebe, die an die Moderation der Hobbythek eines Jean Pütz in den 80er Jahren im deutschen Fernsehen erinnert. Nick Sohnemann arbeitete einst als Produktionshilfe für Channel 4, wurde Redakteur bei Studio Hamburg. Als der Schritt zum Assistent der Verlagsleitung bei GEO nicht klappte, gründete Sohnemann Europas führende Innovationsagentur Future Candy. Wenn Nick Sohnemann über Artificial Intelligence und Virtual Reality spricht, dann werden diese Technologien für den Zuhörer so nahbar, als würde er diese direkt vor unseren Augen kinderleicht aus einem YPS Heft zusammenbauen.

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Christian Thunig

Im April 2017 verkündete Christian Thunig, nicht mehr weiter als Chefredakteur der Absatzwirtschaft zu arbeiten. Beim Lesen der Nachricht wurde ich traurig, Christian Thunig hat den Diskurs im deutschen Marketing geprägt wie kaum ein zweiter. An vorderster Front stellt Christian Thunig in der Auseinandersetzung mit Schwergewichten mit Professor Heribert Meffert (Gründer des ersten deutschen Institutes für Marketing) oder Professor Ralf Strauß (Präsident des deutschen Marketing Verbandes) die entscheidenden Fragen für die Zukunft der Branche und setzt sich für Ethik ein. Nach seinem Wechsel von der Absatzwirtschaft zu Innofact Marktforschung machte er sich selbst und der Branche ein Geschenk, in dem er als Autor, Moderator und Organisator im Bereich Marketing weiter aktiv blieb. Die Arbeit von Christian Thunig hat meinen eigene Meingung zum Thema Marketing nachhaltig geprägt.

Christian Erxleben

Wenn Christian Erxleben über WhatsApp-Kniffs schreibt, möchte ich ihm am liebsten mein iPhone direkt zur Reparatur übergeben. Detailwissen zu technischen Applikationen des User-Alltags gepaart mit einer freundlichen unterhaltsamen Erzählweise. Spätestens wenn wir nach einem seiner Tutorials WhatsApp, Instagram oder Snapchat selber wieder reparieren konnten, steht Christian Erxleben oben auf der Leseliste. Basicthinking führt Erxleben zusammen mit Tobias Gillen, der auf Augenhöhe die Investoren der TV Sendung "Höhle der Löwen" interviewt und uns dabei an seinem eigenen Weg als Investor teilhaben lässt. Storytelling? Umsetzer aus dem Maschinenraum berichten hautnah von ihrem Schweiß, ihren Tränen, ihren Kniffs. Chapeau.

Christian Fill

Marketingberater neigen dazu, Geschichten davon zu erzählen, dass es bis heute Unternehmensvorstände gebe, die kein iPhone bedienen könnten und sich E-Mails ausdrucken ließen. Wenn dieselben Berater den Unternehmen raten, Maßnahmen wie Owned Media einzusetzen, ohne diese selbst auszuprobieren, wird das Gespräch schnell schräg. Nicht so bei Christian Fill. Zusammen mit seiner Profilwerkstatt produziert Fill neben Kundenprojekten den Werkstattbrief, welcher nicht nur durch exzellentes redaktionelles Handwerk glänzt, sondern auch durch Haltung und Diskurs. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Content Marketing Forums. Auf seinem Facebook- Profil schreibt Schwarzgurtträger Dr.Christian Fill "Bumbo Ryodo – Schwert und Feder sind beides Wege zur Erleuchtung". Wer Fill kennt, weiß, dass er beide Werkzeuge meisterhaft bedienen kann.

Andreas Quinkert

Ausbildung zum "Pressestellen-Journalisten"? Chefredakteur von ZIELBAR, einem Online Magazin mit Blogger- Herz, und Content-Marketing-Vordenker. Egal, welcher Blickwinkel, welche Aufgabe und welches Medium: Keiner legt bei seiner Arbeit derart konsequent journalistische Maßstäbe zu Grunde wie Andreas Quinkert. Quinkert ist sich bewusst, dass er sich in einer Grauzone zwischen Journalismus und Marketing bewegt. Umso mehr empfindet er es als Aufgabe, im Journalismus verankerte Maßstäbe erst recht im Content Marketing anzulegen. Wer ZIELBAR liest, bekommt Geschichten direkt von der Werkbank. Wenn beispielsweise Stephanie Kowalski über visuelles Storytelling schreibt, so gibt sie einen Einblick in ihre eigene Arbeit. ZIELBAR ist gelebtes Teamplay von Experten unterschiedlichster Disziplinen, die den Leser an ihrem Wissen teilhaben lassen.

Tanja Josche

Wer einen qualitativen Gegenentwurf zum Glaubenssatz "Content kann jeder" lesen will, muss Tanja Losches Texte lesen. Josche ist Content-Marketing-Expertin und schreibt als freie Journalistin unter anderem für ZEIT Online und Geo. Während viele Content Marketing als B2C verstehen, schreibt Tanja Josche den "Praxisleitfaden B2B Content Marketing". Als ehemalige Marketing Leiterin eines international agierenden Beratungsunternehmens weiß sie, wovon sie redet. Auf die Frage, welchen Redakteur mir Kollegen für Projekte empfehlen würden, ergab mein Hausfrauentest neulich zum wiederholten Male den Namen Tanja Losche. Qualität setzt sich durch.

Richard Gutjahr

Als Richard Gutjahr und ich Mitte der 90er zusammen den Kurs Reportage an der LMU München besuchten, hätten wir wohl kaum gedacht, dass wir uns 20 Jahre später als Keynote Speaker zum Thema Digitalisierung wieder treffen. Moderator der Abendschau im Bayerischen Fernsehen? Macher, Vordenker, Ermahner, wenn es um die digitalen Themen in unserem Alltag geht. Gutjahr redet nicht von Apple Stores, er hat als Erster vor vielen Jahren vor Apple Stores geschlafen und davon berichtet. So war es kaum überraschend, dass Richard Gutjahr als einer der ersten in Deutschland die Brisanz des Cambridge Analytica Falles erkannte und hierzu ermahnte. Während in den sozialen Medien im Falle von Cambridge Analytica deutsche User reihenweiseGutjahr mehr oder weniger freundlich Contra geben wollten, die News zu Cambridge Analytica sei doch gar nicht neu, analysierte dieser blitzschnell und entwaffnte so die internationalen Fachmedien. Er legte den Finger in die Wunde, lange bevor viele deutschen Medien und Nutzer sich ansatzweise bewusst wurden, welche Bombe gerade geplatzt war.  

Franziska Bluhm

Sie war Leiterin für digitale Vernetzung beim Handelsblatt, heute ist sie freie Beraterin und Mentorin beim "Next Media Accelerator". Franziska Bluhm ist mittendrin statt nur dabei. So wundert es kaum, dass Franziska Bluhm an forderster Front von Hackathons berichtet und als Mitinitiatorin seit 2007 "die Goldenen Blogger auszeichnet" – eine  interaktiven Live-Internetshow in der Herausragendes aus dem Socialweb honoriert wird. Bei aller Vielseitigkeit und Aktivität hat Franziska Bluhm eines nicht verlernt. Das Lachen über sich selbst. 

Lebendige Gegenbeispiele

Die genannten 18 Macher sind nicht nur gelebtes Gegenbeispiel des Glaubenssatzes "Content kann jeder". Ihnen gebührt auch mein höchster Respekt, wie sie mit der bereits eine Weile voran schreitenden Medien Disruption umgehen und sich stets auf ein neues Wiedererfinden: Die Publisher DNA. Eine Personalabteilung, die versuchte, die Fähigkeiten dieser Macher auf das reine Texten zu reduzieren, würde deren Empathie, Achtsamkeit, Wandlungs- und Moderationsfähigkeit ignorieren.

Jemand, der dem Glaubenssatz "Content kann jeder" folgt, hat redaktionelle Inhalte nie geliebt. Meine Gegenthese zu "Content kann jeder" lautet: Jeder "glaubt", heute Content zu können. Weil er die technischen Voraussetzungen dazu hat, Inhalte aufzunehmen und zu distribuieren. Direkt von seinem Smartphone aus. Jedoch sind strategische Planung und redaktionelle Ausarbeitung von Inhalten nicht wahllos, nicht austauschbar. So wie das Sparpaket "Backfrische 3x Pizza Margarita" von "Ja!". Im Gegenteil: Diese sind das Herzstück einer Kampagne oder eines Artikels. Der Beziehung. Zum Leser. Zielgruppe. Zum Menschen. Den Menschen, den jeder von uns erreichen will. Berühren. Begeistern.

Johannes Ceh ist Speaker, Berater und Begleiter für Customer Experience Leadership. Er unterstützt Unternehmen an der Schnittstelle von Marktorientierung, Digitalisierung und Zusammenarbeit. Davor arbeitete der gelernte Journalist als Redakteur und Digitalstratege für Unternehmen wie Sport1, SKY, Springer & Jacoby, BMW, Daimler, JungvonMatt und Ogilvy. Aktuell arbeitet Johannes Ceh an einem Buch zu Customer Experience und dem damit verbundenen Wandel in Unternehmen.

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