Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Ceh Johannes Lead 1600X900 055
LEAD-Kolumnist Johannes Ceh (Bild: Thomas Dashuber)
leadfaces Storytelling Publishing

Die Publisher-DNA

Auch wenn die These heutzutage lautet: "Content kann jeder", glaubt LEAD-Kolumnist Johannes Ceh trotzdem, dass journalistische Texte die Zukunft von Unternehmen und Gesellschaft prägen werden. Die ersten neun von Johannes' liebsten Textern gibt es diese Woche, in der nächsten folgt Teil 2.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Als im Sommer 2015 der Fußballer Marcell Jansen mit 29 Jahren frühzeitig und ohne Verletzung seine Fussballerkarriere beendete, wurde er vom ehemaligen Bundestrainer Rudi Völler hart kritisiert: "Wer so was macht, hat den Fußball nie geliebt." Völler entschuldigte sich kurz darauf bei Jansen für die harte Formulierung. Gleichzeitig erntete Völler Respekt – er hatte aus seiner Leidenschaft und Sorge um die Seele des Fußball wie ein Löwe gebrüllt: "Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Sportinvaliden oder für jeden Jugendlichen, der immer noch Fußballprofi werden will."

Content kann jeder. Echt?

Es gibt einen Glaubenssatz,  bei dem ich wie Rudi Völler reagiere. Dieser Glaubenssatz lautet: "Content kann jeder". Ein Glaubenssatz, der jedem Einzelnen von uns tagtäglich wieder begegnet. Sei es als Rezipient oder als Entscheider, der unter Kostendruck entscheiden muss, ob er nun wirklich einen Redakteur beauftragt oder alternativ sein Praktikant sich das ganze Wochenende beim Texten versuchen darf. Der Glaubenssatz "Content kann jeder" ist wie  ein Schlag ins Gesicht für jeden der Journalismus, Drehbuch, Regie oder Kamera gelernt hat oder in Zukunft noch lernen will.

Anzeige

Ein Glaubenssatz, bei dem ich mich frage: Ist unsere Gesellschaft tatsächlich derart durch Instagram, Snapchat und Tinder vernebelt, dass wir vergessen haben, was uns zu analogen Zeiten noch wichtig war? Schließlich war die Entscheidung, ob wir zum Frühstück die Süddeutsche Zeitung oder alternativ das Rabattmarken-Magazin von Penny Markt lesen auch damals nicht egal. Und noch weiter gehend: Blenden wir tatsächlich komplett aus, welche Folgen die These "Content kann jeder" auf die Arbeit gelernter Publisher, Journalisten, Regisseure, Filmemacher haben kann? Und vor allem für unsere Gesellschaft?

Journalisten waren früh mit Disruption konfrontiert

Ja, Journalisten sind Schmerz gewöhnt. Sie wurden mit Disruption konfrontiert weit bevor das Buzzword entstand. So verkündete 2001, nachdem ich großartige Jahren als Produzent und Filmemacher bei den heutigen TV Sendern Sport1 und Sky gehabt hatte, der damalige Mutterkonzern dieser Unternehmen Kirchgruppe Insolvenz.

Während ich zuvor den Zuschauern begeistert vom Duft des Heiligen Rasens in Wimbledon erzählen durfte, sollte ab sofort keiner mehr zum Sportevent fahren. Nicht mal mehr der Kommentator. Stattdessen sollten wir Texte aus dem Ticker der Deutschen Presseagentur umschreiben. Und erhielten ein Viertel der bisherigen Bezüge. Disruption. Ob diese Erfahrung weh getan hat? Unendlich. Ich erlebte es als Zerplatzen eines Traumes. Es schüttelte und rüttelte mich. Und doch erkannte ich: Ältere Kollegen mit Familie und Kindern hatte es noch viel härter erwischt.

Was seitdem in meinem Leben passiert ist? Aufstehen. Krone richten. Weiter gehen. Wieder-Geburt. Immer wieder. Bei allem Schmerz veränderte ich vor allem mich selbst. Und meine Publisher-DNA. Ich entwickelte mein Interesse an Menschen weiter. An Hintergründen. An Kulturen. An Digitalisierung. Mit der selben Leidenschaft, mit der ich zuvor über Hintergründe und Menschen berichtet habe, widmete ich mich nun  den Feldern "Marke und Mensch" sowie "Zusammenarbeit und Innovation". So durfte ich "Content Marketing" und "Customer Experience" umsetzen, lang bevor es diese Begriffe überhaupt gab.  

Ob ich der Einzige bin, der einen solchen Wandel erlebt hat? Im Gegenteil, es gibt einige  Publisher und Journalisten, die wie ich eine intensive Transformation erlebt haben, und dabei Ihre Publisher-DNA gepflegt und entwickelt haben. Es sind Macher, die heute entscheidende Funktionen innehaben, nicht nur in (sozialen) Medien und Marketing, sondern auch in der Wirtschaft und unserer Gesellschaft.  So überrascht es nicht, dass bei ein paar von ihnen die Publisher-DNA auch erst bei genauerem Hinschauen erkennbar ist. Weil Sie zuallererst Persönlichkeiten sind, die durch ihr Handeln wirken. Umso mehr lohnt es sich, einen genaueren Blick auf diese Macher und Ihre Publisher-DNA sowie ihr Teamplay. Schließlich ist exzellentes Publishing auch starkes Teamplay, damit verbunden Demut ein zentraler Bestandteil der "Publisher-DNA".

Matthias Schrader

Bevor Matthias Schrader die Agentur "Sinner Schrader" gründete, verdiente er sein erstes Geld als Redakteur beim Magazin Page. Bis heute ist Mattes dem Schreiben treu geblieben. Es ist kein Zufall, dass er Inhalte als Transformation und als Beitrag zur Customer Experience versteht. Wenn Schrader Texte über seine Arbeit schreibt, dann öffnet ein Macher die Schatulle seines Digitalisierungswissens. Er lässt uns am Prozess und dem Rechenweg der Lösung von Herausforderungen teilhaben. Aus Freude am Weitergeben.

Philipp Westermeyer

Du assoziierst Online Marketing Rockstars mit Vodka Red Bull und Party? Dann empfehle ich einen tieferen Blick. In Nebensätzen bezeichnet Philipp Westermeyer OMR als "kleinen Fachverlag". Klingt unsexy? Das einzige, was an dem Begriff "kleiner Fachverlag" aus meiner Sicht untertrieben ist, ist die unfassbare Schlagkraft die Philipp und sein Team zusammen mit ihren Partnern auf die Straße bringen. Ein OMR-Podcast ist die logische Fortsetzung eines Bühnenauftritts, einer vorherigen exakten Analyse zu Inhalten. Ein OMR-Inhalt entsteht aus der wahrhaften interessierten Begegnung des Teams mit Menschen und Themen. Der Publisher-DNA. Wer ernsthaft glaubt, Philipp Westermeyer würde sich das Feuerwerk an Co-Kreationen komplett selbst einfallen lassen, der hat Geschäftsführer Jasper Ramm noch nicht mit dem OMR-Roller durch die Hamburger Messehallen düsen gesehen.  

Wer glaubt, Philipp Westermeyer sei ganz alleine so ein guter OMR Gastgeber, der sollte beim nächsten Besuch genau hinschauen, mit wieviel Liebe zum Detail Claudia Schalkalwies, Sarah Jürs, Lenny Andresen und viele andere gute Geister die Zusammenstellung von Gästen, Speaker, Presse orchestrieren. Ob es ein Zufall ist, dass der OMR Head of Strategic Partnerships Jan Bechler früher mal bei Radio Energy moderiert hat? 

Das Team von OMR hat eine neuen Kategorie an Verlag definiert, geprägt durch Authentizität und gelebter Collaboration entsteht eine einzigartige Schlagkraft.

Cordt Schnibben

Ein 65-Jähriger, der sich in offenen Briefen an Facebook-Nutzer richtet, mit dem Appell die Plattform NICHT zu verlassen? Lesenswert? Aber so was von. Der ehemalige Spiegel Reporter Schnibben ist Träger des Theodor-Wolff Preises. Seine Texte berühren. Ergreifen. Benennen. Differenzieren. Cordt Schnibbens Texte sind der Grund, weshalb ich als 12-jähriger Junge anfing Texte für die Schwäbische Zeitung und Radio7 schreiben. Wer glaubt Print sei Tod, darf gerne das Handy vom Gürtel schnallen und meine private "Spiegel Reporter" Heft Sammlung mit den Texten von Cordt Schnibben besuchen.  

Miriam Meckel

Regierungssprecherin, Staatssekretärin, Professorin, Herausgeberin der Wirtschaftswoche. Miriam Meckel lebt Transformation. Steht für Inhalte. Haltung. Wahrhaftigkeit. Während die meisten von uns nach der ersten Yogastunde davon träumen, wie schön ein alternatives Leben zur Controller-Karriere sein könnte, meditiert Miriam Meckel auf der Bühne von Konferenzen, schreibt und spricht berührend über ihren Burn-Out. Sie singt zusammen mit dem Chief Digital Officer der Wirtschaftswoche Lea Steinacker Karaoke  und spielt den Auftritt direkt in ihren LinkedIn-Video-Stream. Miriam Meckel ist Wahrhaftigkeit.

​ Meike Leopold​

Verlags-Fachredakteurin? Head of Digital Communication Salesforce! Gründerin von Start Talking! Wer in Deutschland über Digitalisierung spricht, kommt an Meike Leopold nicht vorbei. Eine Frau, welche aus dem IT und B2B Werkraum mit einer Qualität und Begeisterung berichtet? Und wie. Ich freue mich schon jetzt auf den Meikes nächsten Artikel und auf unsere nächste Zusammenarbeit. Tun sie es auch.

Magdalena Rogl

Vor ein paar Wochen waren Magdalena Rogl und ich essen. Wir merkten, wie unsere beiden Namen in den vergangenen Monaten beinahe selbst zum Buzzword geworden sind. Und wie wichtig wir es empfinden zu vermitteln, wieviel harte Arbeit und auch Schmerz hinter diesem Weg steckt. Wer Lena Rogl wirklich kennen will, der muss ihren Weg kennen. Es ist kein Zufall, dass ich Lena Rogl bereits zuvor in meinem Artikel zur "Zukunftskompetenz Gastgeber" erwähnt habe. Im Gegenteil. Um jegliche potenzielle Verschwörungstheorie zu entkräften, eine solche erneute Erwähnung könnte irgendetwas mit Seilschaften und "Fishing for compliments" zu tun haben: Lena Rogl lebt und vereint zwei Kompetenzen. Lena ist Gastgeber und Publisher zugleich. Und setzt genau damit Akzente. Weil sie dortbleibt, wo es Arbeit gibt. Dort wo es weh tut. Dort wo Differenzierung gelebt wird. Denn die DNA eines Publishers und eines Gastgebers gibt es in keinem Pennymarkt. Man hat und lebt diese. Geht dafür.  Oder eben nicht.

Dominik Wichmann

Als der ehemalige deutsche Außenminister Guido Westerwelle 2015 ein Buch über seine diagnostizierte Leukämie-Erkrankung schrieb, entstand ein offener Erfahrungsbericht, welcher den FDP-Politiker von einer ungewohnt berührbaren Seite zeigte, die viele Leser berührte. Entstanden war diese Reflexion in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Chefredakteur des SZ Magazins, Dominik Wichmann. Interviews, die Wichmann führt, sind an Präsenz, Klarheit, Charme und Fingerspitzengefühl eine Lehrstunde für jeden Journalistenschüler. Schweren Herzens verabschiedete sich Wichmann 2016 als Gastgeber der Internetkonferenz DLD, die er entscheidend geprägt hatte. Was Wichmann seitdem macht? Zusammen mit einem Team an Journalisten und Digitalexpexpertan erfindet er als Publisher die Marke Mercedes Benz neu.

Wer Wichmanns Wirken Verstehen will, sollte Jörg Heuers Texte über Autofahren mit Wasserstoff in der Millionenmetropole Tokio gelesen haben, der sollte Entrepeneur Guy Kawasaki in die Augen geschaut haben, wenn dieser Peter Greve vom Entstehen und Sterben von Innovation berichtet. Auch ein Blick in den LinkedIn Account von Dieter Zetsche lohnt sich.

Dominik Grau

Was ist der Job eines Chief Digital Officer eines Traditionsverlages für Special Interest? Er liebt gute Inhalte, weiß, dass die Zukunft von Verlagen nicht die klassischen Verlagsstrukturen sind und baut Brücken in die Zukunft. Und es macht große Freude, zusammen mit Dominik diese Brücken zu bauen. Mit einer unfassbaren Liebe zum Detail werden im Ebner Verlag Inhalte zu Themen wie Augenoptik, Bühnentechnik, Musikinstrumenten erstellt. Tüftlerherz, was willst Du mehr?

Doris Eichmeier

Zuerst Journalistin für Print, Online und Fernsehen. Dann PR, Marketing und Marktforschung. Als konsequente Fortsetzung Autorin eines der Standardwerke für Content Marketing im deutschen Raum, Lehrbeauftrage und Beraterin. Doris Eichmeier ist weitaus mehr als die Frau, die mit Content-Strategie-Berater Klaus Eck ein Buch geschrieben hat. Ihr beruflicher und persönlicher Weg und Ihr Handeln bauen derart  konsequent aufeinander auf, dass Ihr Bild hätte es verdient unter Content Marketing in Wikipedia gezeigt zu werden. Erst kürzlich fragte ein Vermittler mit welchen Marketing Beratern man jederzeit wieder zusammen arbeiten würde. Der Name Eichmeier viel auffällig oft. Auch Doris Eichmeier ist unter den Top 100 Frauen im Native Advertising vertreten.

Johannes Ceh ist Speaker, Berater und Begleiter für Customer Experience Leadership. Er unterstützt Unternehmen an der Schnittstelle von Marktorientierung, Digitalisierung und Zusammenarbeit. Davor arbeitete der gelernte Journalist als Redakteur und Digitalstratege für Unternehmen wie Sport1, SKY, Springer & Jacoby, BMW, Daimler, JungvonMatt und Ogilvy. Aktuell arbeitet Johannes Ceh an einem Buch zu Customer Experience und dem damit verbundenen Wandel in Unternehmen.

Teilen
Jederzeit top informiert

Die wichtigsten LEAD Nachrichten per Messenger oder Newsletter

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Das könnte dich auch interessieren
Anzeige
Anzeige