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AR Voice Internet of Things

Die Interfaces der Zukunft

Spracherkennung, Gestensteuerung und haptische Signale: Wie sich das Marketing dadurch verändert, erklärt Christian Waitzinger, Vice President bei Sapient Razorfish.

Wie Marken künftig mit Konsumenten agieren, wird sich bis zum Jahr 2020 radikal verändern. Foto: Fotolia
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In den kommenden drei Jahren werden 40 Prozent aller Internetnutzer einen Sprachassistenten statt einer App oder einer Website verwenden. Das zumindest legt eine aktuelle Studie von Capgemini nahe. Bisher haben bereits 81 Prozent der User einen Service via Voice über das Smartphone in Anspruch genommen, etwa ein Drittel hat etwa einen Speaker wie Amazon Alexa ausprobiert, 35 Prozent derjenigen, die einen Voice-Assistenten einsetzen, haben damit schon Kleidung gekauft. Das hat auch Auswirkungen auf Marketing und E-Commerce.

Für Christian Waitzinger, Vice President und Executive Creative Director bei Sapient Razorfish Kontinentaleuropa, ist das keine Überraschung: "Der kürzeste Weg zwischen einer Marke und dem User ist eine Unterhaltung." Er ist überzeugt davon, dass sich die Art und Weise, wie Marken mit Konsumenten interagieren, bis zum Jahr 2020 radikal verändern wird. Das liegt nicht zuletzt an der weit verbreiteten Screen-Müdigkeit. An allen Orten - bis hin zum U-Bahnhof und dem Einkaufswagen - verfolgen uns Bildschirme.

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Allerdings sind die digitalen, screenbasierten Lösungen nicht immer die besten. Nur ein Beispiel: Eine Hoteltür öffnet sich immer noch zehnmal schneller per Schlüssel oder Karte als via Smartphone-App.

"Interfaces sind nicht immer die einfachste Antwort. So wenig Klicks wie nötig - das ist unser Ziel." Christian Waitzinger

Sprachbasierte Lösungen sind dabei nur ein Baustein, wie wir in Zukunft mit Maschinen interagieren werden. Die User haben dabei schon ganz genaue Vorstellungen, was sie mit ihren Voice-Assistenten anstellen wollen:

26012018 Capgemini
© Capgemini

Die Gründe für Voice sind dabei vielfältig. Sie reichen von einer bequemen Bedienbarkeit der Geräte hin zum Gefühl, dass Sprachassistenten eher auf die persönlichen Bedürfnisse eingehen können. Das sind die acht wichtigsten Gründe, die die Studienteilnehmer von Capgemini genannt haben:

26012018 Capgemin2I
© Capgemini

Um die Bildschirme zum Verschwinden zu bringen, gibt es zahlreiche Varianten - etwa haptisches Feedback, also durch Vibration der Smartwatch am Handgelenk. Eingesetzt wird es bereits in einer Anwendung für Epilepsie-Patienten. Die App erinnert an die Medikamenteneingabe und ruft im Notfall selbstständig Hilfe.

Lichtimpulse je nach Stimmung machen das Leben kleiner Patienten leichter, die getrennt von ihren Eltern im Krankenhaus bleiben müssen. Das Projekt "The Blink story" entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Ronald-McDonald-Haus und Sapient Razorfish.

Wie entwickeln sich VR/AR weiter?

"Ich bin mir sicher, dass es weg vom Gimmick geht - hin zu sinnvollen und benutzbare Applikationen – und zwar in allen Industrien", sagt Waitzinger. Dazu braucht es Lösungen, die nicht nur Gamer begeistern und die ohne Brille auskommen. Bislang einer der Haupthemmnisse, zumindest für den privaten Gebrauch: "Alles, wofür man eine Brille braucht, also AR und VR, ist immer noch in der Nische, aber ich sehe auch hier relativ schnell neue Entwicklungen. Im Telekommunikationsbereich oder bei Meetings können AR, VR und Hololens einen Mehrwert schaffen, sozusagen eine andere Form der Videokonferenz."

"Es geht nicht nur ums Spielen und neue Erlebniswelten, sondern um konkrete Anwendungen." Christian Waitzinger

Eine virtuelle Reise, wie das Leben in 30 Jahren als älterer Mensch aussieht, bringt die User zum Nachdenken, welche finanzielle Vorsorge sie treffen wollen. Auch das ist eine Anwendung, die Waitzinger begeistert.

Mehr Service, weniger Produkt: Darin sieht er den Kern des neuen Denkens. "Marken müssen verstehen, dass das klassische Marketing eigentlich tot ist und stattdessen Services immer wichtiger werden", mahnt der Mittvierziger. "Statt des TV-Spots geht es hin zur Content Creation - bestes Beispiel ist Red Bull."

Ben & Jerry's experimentiert mit AR

Die Kultmarke Ben & Jerry's machte sich Augmented Reality spielerisch zunutze, um die neue Sorte Marshmallow Moon einzuführen. Der Facebook-Filter verwandelt das eigene Porträt und lässt es Süßigkeiten regnen (Agentur: 360i).

Ikea macht das Einrichten einfach

Das schwedische Möbelhaus setzt auf AR, die via Smartphone-Kamera oder Tablet möglich ist. 

In dieser neuen Welt sieht Waitzinger große Herausforderungen für Agenturen. Sie sollten sich etwa ein Beispiel an den klassischen Unternehmenberatungen nehmen und Industrieexpertise aufbauen. Außerdem ist Kreativität nicht alleine die Verantwortung des Kreativ-Departments. "Ein Art-Copy-Team ins stille Kämmerlein zu setzen, das reicht heute nicht mehr aus." Vielmehr brauche es Mitarbeiter, die ein breites Verständnis für Design und Kreation haben. Warum nicht auch einen Philosophen oder einen Sprachwissenschaftler beschäftigen, um die Interfaces der Zukunft zu entwickeln?

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