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Wie fühlt es sich für jemanden in Deutschland an, wenn die Chef-Kollegin plötzlich von Bali aus arbeitet? (Bild: Fotolia)
New Work Kolumne Internet

Die andere Seite des Experiments

LEAD-Kolumnistin und Agenturchefin Andrea Buzzi ist für drei Monate auf Bali und arbeitet von dort aus für ihre Agentur Frau Wenk in Hamburg. Heute erzählt ihre Kollegin Susanne Hohenschuh aus ihrer Perspektive: Wie ist es, mit einer digitalen Nomadin zu arbeiten?

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Minus 10 Grad Celsius zeigt das Thermometer, während ich diese Zeilen schreibe. Klingt nicht nach Bali? Ist es auch nicht. Ich sitze in Hamburg als zweite Geschäftsführerin der Agentur Frau Wenk. Ich bin die andere Seite des Experiments. Meine Geschichte heißt: Wie arbeitet man mit einer digitalen Nomadin oder wie fühlt es sich an, wenn die Chefin plötzlich in 11.764 km-Luftlinie ihren Schreibtisch aufstellt. 

Was diesen Punkt angeht, habe ich in den letzten vier Wochen tatsächlich einige Phasen durchgemacht. Von Bewunderung für den Mut, diesen Schritt zu tun, über einen Anflug von Neid, wenn ich mir das Leben im tropischen Palmen-Paradies ausmale, und einem Schweißausbruch bei der Erkenntnis, was jetzt eigentlich alles auf meinem "Chef"-Schreibtisch landet.

Susanne Hohenschuh Agentur Frau Wenk
Susanne Hohenschuh, zweite Chefin der Agentur Frau Wenk, erzählt, wie es ist mit einer digitalen Nomadin zu arbeiten. (Bild: Klaus Knuffmann)

Die Digitalisierung macht's möglich

Letztlich blieb die Erkenntnis, dass dank Facetime, Slack und WhatsApp auch Bali eigentlich nur einen Katzensprung entfernt ist.

Wir alle in der Agentur brauchten ein paar Tage, um in der neuen Situation anzukommen. Das zeigte sich gar nicht an größeren Schwierigkeiten, viel eher war jeder im Team ein bisschen mehr mit sich selbst beschäftigt als sonst. Aber wie das so ist, für die, die zu Hause bleiben, geht das Leben weiter wie bisher und auch Business goes as usual.

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Einmal mehr zahlt es sich aus, dass wir heute mehr als eine "Frau Wenk" haben und alle Berater ihre Kunden komplett eigenverantwortlich betreuen. Hinzu kommt, dass Andrea gefühlt fast immer für uns verfügbar ist. Fast so, als säße sie oben im vierten Stock, ist sie aktiver Teil unserer Slack-Kommunikation. Wohlgemerkt, nicht ohne ihren Status mit Palmen-, Kokosnuss- und Yoga-Emojis zu verzieren. Mit Facetime oder Google Hangout können wir uns in erstaunlich guter Qualität sehen und sprechen und sind immer gespannt auf das Hintergrundmotiv und Outfit der Chefin.

Mein Fazit nach vier Wochen

Auch wir gewinnen bei diesem Experiment. Die Agentur kann beinahe einen 24-Stunden-Service bieten, wenn es sein muss. Wird etwas Dringendes nicht fertig oder braucht jemand einen frischen Blick auf etwas, geht es zum Feierabend nach Bali und ist zu Bürobeginn in Hamburg fertig im Posteingang.

Für mich als Geschäftsführerin zahlt sich vor allem aus, dass meine Sparringpartnerin den Kopf frei hat und Aspekte erkennt, für die mir im Tagesgeschäft der Blick fehlt. Der Abstand zum Büroalltag und die besondere Umgebung setzen offensichtlich Kreativität frei, die mir wertvolle Impulse bringt, wann immer ich mit Andrea auf Bali telefoniere. 

Ist es also einerlei, wo die Chefin arbeitet? Ob am Schreibtisch nebenan oder am anderen Ende der Welt? Nein, ist es nicht. Um den Job gut zu erledigen oder Projekte zu realisieren, ist Bali kein Problem. Aber für den Teamspirit macht es einen großen Unterschied, ob jemand als Person vor Ort oder nur virtuell dabei ist. Das ist für ein paar Wochen okay, aber wir freuen uns auch sehr, wenn Andrea wieder mit am Tisch sitzt. Bis dahin bleibt unsere Weltzeit-Uhr auf Bali gestellt und wenn der Zeiger dort gen Mitternacht rückt, trinken wir hier in Hamburg noch einen Nachmittags-Kaffee und lassen Bali ruhen.

Susanne Hohenschuh ist seit Anfang 2018 zweite Geschäftsführerin der PR-Agentur Frau Wenk und gehört seit fünf Jahren zum Team. Sie lebt mit ihrer Familie am grünen Stadtrand von Hamburg. Wäre sie digitale Normadin, stünde Kanada ganz oben auf dem Reiseplan.

Andrea Buzzi (46) ist Geschäftsführerin der Agentur Frau Wenk+++ und Herausgeberin von Clutch, dem Gesellschaftsmagazin für die digitale Welt. Mit ihrer Firma berät sie seit 2008 Internet-Unternehmen in Sachen Kommunikation. Ihre Passion für die digitale Wirtschaft treibt sie bis heute an. Sie ist mit dem Journalisten und Buchautoren Gerhard Buzzi verheiratet, der sie nach Bali begleitet. Ihr Hund Lulu muss leider in Deutschland bleiben.

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