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Dominique de Marné spricht auf Instagram offen über ihre Borderline-Erkrankung und Depression (Foto: Dominique de Marné)
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Der etwas andere Einfluss

Dass Instagram & Co. mehr ist, als nur die oberflächliche Scheinwelt, zeigen immer öfter Influencer, die von den Schattenseiten des Lebens berichten und damit eines machen: Mut!

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Wer das Wort Influencer hört, denkt sofort an junge Frauen und Männer, die an den schönsten Orten dieser Welt neue Produkte präsentieren, immer wieder das Verlangen ihrer Followerschaft wecken und vor allem eines beeinflussen: das Kaufverhalten von uns allen.

Dass Instagram & Co. mehr ist, als nur die oberflächliche Scheinwelt, dass hinter dem Wort soziale Medien tatsächlich auch Soziales stecken kann, zeigen immer öfter andere Accounts: Influencer, die von den Schattenseiten des Lebens berichten und damit eines machen: Mut!

Schicksalsschläge, seelische wie schwere körperliche Erkrankungen, Verlust, Gewalt, aber auch Selbstliebe und Bodypositivity sind die Themen der "anderen Influencer". Dominique de Marné ist eine von ihnen. Offen spricht sie über ihre Borderline-Erkrankung und Depression.

"Am Anfang stand meine Erkrankung gar nicht so im Mittelpunkt auf Instagram", sagt Dominique. "Aber sie gehört zu mir und da sie ja auch auf dem Blog thematisiert wird, habe ich irgendwann ganz automatisch auch über Aspekte der Erkrankung gesprochen."

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#mentalhealthrocks Kaffee für Café - Unterstütze uns dabei, Deutschlands erstes Mental Health Café zu eröffnen. Ab 5€ bist du dabei (also nicht mal zwei CoffeeToGo) ************* Warum ich an so einem schönen Abend auf dem Balkon stehe und einen Stein in die Kamera halte? Weil MENTAL HEALTH ROCKS Weil ich ein Zeichen setzen will. Weil sich an unserem Umgang mit Mental Health etwas ändern muss. Weil wir nicht länger akzeptieren wollen, dass sich in Deutschland alle 53 Minuten ein Mensch das Leben nimmt. Und es alle fünf Minuten jemand versucht. Weil ich mit meiner Geschichte Mut machen, Hoffnung geben will. Weil wir einen Ort schaffen wollen, an dem wir Mental Health zusammen rocken können. Weil ich inzwischen weiß, wie viele von euch auch ab und zu mit ihrem Kopf kämpfen und ich zeigen will, dass ihr nicht alleine seid. Weil wir verändern wollen, dass und wie wir über psychische Gesundheit reden - früher, offener, normaler. Weil Mental Health mehr ist als Depression und Essstörungen. Weil ich 10 Jahre meines Lebens an die Krankheiten verloren habe - und verhindern will, dass es noch vielen Menschen so gehen muss. Weil die Politik verstehen muss, dass sie das Thema nicht länger ignorieren können. Weil es zu viel Unwissen, Vorurteile, Ängste gibt. Weil wir uns mit der (Behandlungs)Situation in Deutschland nicht zufrieden geben können und werden. Weil wir es den Menschen leicht machen wollen, sich mit einem schweren Thema zu befassen. Wenn Du uns zustimmst in einem oder allen Punkten, dann setz ein Zeichen. Zeig anderen da draußen, dass Dir Mental Health wichtig ist. Hilf uns, etwas zu verändern. Frag einen Freund, wie es ihm wirklich geht. Geh auf Startnext. Halte auch einen Stein in die Kamera. Spread the word. Markier uns. Bist du dabei? #mentalhealth #mentalhealthawareness #munich #sun #sunset #recovery #chooserecoveryeverydamnday #onedayatatime #endthestigma #breakthesilence #suicide #depression #addiction #youarenotalone #nichtallein #therapy #hope #together #help #crowdfunding #change #makechesterproud #zeichen #mind #redenhilft #zuhörenauch #photooftheday #travelingtheborderline

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Auf ihrem Blog Traveling the Borderline berichtete sie schon frühzeitig über das Leben mit der Krankheit. "Ermutigt und bestärkt haben mich die Reaktionen von anderen Betroffenen auf Instagram, die meinten, es mache ihnen Mut mich "trotz" der Erkrankung auf Bali sitzen zu sehen."

Psychologin Carolin Müller kennt den Mut-Mach-Effekt: "Es ist beeindruckend, was für Geschichten jeder einzelne von uns hat. Dadurch, dass unsere Familienstruktur heute eine andere ist als vor Jahrzehnten, sprechen wir heute nicht mehr jeden Tag mit Familie und Freunden über unsere Sorgen und Nöte. So kann ein Account, der sich öffnet, ein Gefühl von Verbundenheit, Liebe, aber auch Unterstützung und gemeinsames Durchgehen der Situation vermitteln.“

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Weg vom Strand ins wahre Leben

Authentizität entsteht dann, wenn man nicht nur die positiven Seiten des Lebens zeigt. Diese Erfahrung hat auch Dominique de Marné gemacht: "Mir ist wichtig, auch die schlechten Momente zu teilen und nicht so zu tun, als ob ich und mein Leben immer perfekt sind." Die Folge: viele, viele Nachrichten von Usern, die ihren Weg verfolgen. "Die unterschiedlichsten Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten danken mir für meine Offenheit oder schreiben, dass meine Geschichte sie dazu bewegt hat, etwas zu verändern." Ein tolles Gefühl der Beeinflussung.

Auch Psychologin Carolin Müller sieht diese Art der Beeinflussung positiv: "Es ist ein großer Vorteil für die Gesellschaft, wenn man einen realistischen Einblick von Menschen bekommt. Das führt zu Verständnis, Aufklärung und Entstigmatisierung." Die daraus entstandene Community kann sich selbst bestärken und stützen.

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Wer Einfluss hat, hat Verantwortung – vor allem bei schweren Themen

Aber es gibt auch eine Schattenseite, die man im Blick haben sollte: "Solche Communitys müssen behutsam geführt werden. Schließlich gibt es auch jene, in denen Themen wie Magersucht bestärkt oder Verabredungen zum Suizid getroffen werden", warnt die Psychologin.

Wichtig sei es, sich bewusst zu machen, wer die Zielgruppe ist, was man teilt und was gefährlich sein könnte. "Gerade bei diesen Themen wird die Gemeinschaft noch stärker, sodass man seine Postings gut abwägen muss. Dann ist diese Art des Influencer-Daseins eine gute Sache"

Dominique de Marné ist sich dieser Verantwortung bewusst: "Wenn es zum Thema Mental Health kommt, kann Instagram auch gefährlich werden. Wenn man Menschen folgt, die ihre Krankheit zelebrieren, die gerade tief in der Krise sind und ihr Leiden mit der ganzen Welt teilen. Das kann dann schnell zum Strudel führen.“ Zwischen all jenen Accounts versucht sie selbst, der zu sein, der positive Aspekte zeigt und Mut macht.

Seelische Gesundheit, Trauer und Schicksalsschläge – darüber muss gesprochen werden

Dominique de Marné hat in den vier Jahren ihrer Social-Media-Präsenz vor allem eines gelernt: "Ich sehe vor allem, wie wichtig es ist, dass wir endlich über das Thema Mental Health sprechen – früher, offener, normaler. Und auch gerne mal mit Leichtigkeit und Humor."

Über Instagram habe sie gemerkt, dass man nicht alleine ist, sondern es überall auf der Welt Menschen gibt, die sich für die gleiche Sache einsetzen. Von denen sie lernen und sich inspirieren lassen kann. Einige Projekte wie ein Podcast zum Thema Mental Health sowie Freundschaften wären ohne das Medium – und Dominiques Offenheit gegenüber ihren Followern – nicht entstanden.

Ihre wichtigste Botschaft für ihre Follower ist, "dass das Leben nicht vorbei ist, 'nur' weil die psychische Gesundheit gerade hakt. Dass es Hoffnung gibt, dass man es schaffen kann."

Wer sich öffnet, gewinnt eine treue Zielgruppe

Das Feedback gibt ihr Recht. "Ich habe schon viele Nachrichten bekommen von Menschen, die mir schreiben, dass sie durch mich, durch den Account, den Blog, das Buch, den Mut gefunden haben, anders mit ihrer eigenen Krankheit, Geschichte umzugehen. Dass sie sich Hilfe gesucht haben, angefangen haben sich nicht mehr zu verstecken, wieder Hoffnung haben." Für Dominique de Marné ein tolles Gefühl. "Es motiviert mich, weiterzumachen."

Wie oberflächlich der eigene Feed ist, bestimme jeder selbst, glaubt die Bloggerin und Buchautorin. Auch die Psychologin Carolin Müller rät, immer wieder den Reality-Check zu machen. "Was für Ideen liefert mir das Online-Leben für mein Offline-Leben? Wer nur Likes mitnimmt, verschwendet seine Lebenszeit."

Das Thema Offline-Leben steht auch bei Dominique de Marné ganz hoch im Kurs. Dieses Jahr hat sie ihr erstes Buch "Warum normal sein gar nicht so normal ist... und warum reden hilft" über ihre Erfahrungen mit Depression und Borderline veröffentlicht.

Langfristig ist es aber ihr Ziel, sich noch weiter zu vernetzen und mit der Community gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Ein Mental-Health-Café namens Berg & Menthal, ein Anlaufpunkt für Betroffene und Nicht-Betroffene soll in München entstehen. Die Crowd-Funding-Runde ist abgeschlossen, jetzt geht es an die Planung.

"Ich möchte hoffentlich noch vielen Menschen Mut machen und Hoffnung geben. Das wäre toll."

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