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Für die Entwicklung individueller Smart-Living-Projekte bieten Sprachassistenten nicht die notwendigen Voraussetzungen (Foto: stock.adobe.com)
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Dem Smart Home fehlt es an Transparenz

Smart Living ist zwar in aller Munde, aber die digitalen Helfer haben in der Praxis bisher nur wenige Haushalte erobert. Daran hat auch die schnelle Verbreitung einschlägiger Sprachassistenten wenig geändert. In ihrer heutigen Nutzung stellen sie lediglich eine Brückentechnologie dar auf dem Weg zu KI-gestützten Services, schreibt Andreas Bös, Senior Director bei Conrad Connect.

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Sprachassistenz-Systeme wie Alexa und Google Assistant verändern auch die Welt des Smart Home. Ging es zuvor im Wesentlichen um Themen wie Energiesparen oder Home Security, so entwickelt sich mehr und mehr ein Lifestyle-orientierter Ansatz. Dass mit den Sprachassistenten der Durchbruch von Smart Home im Massenmarkt vorgezeichnet ist, wäre allerdings zu kurz gegriffen.

Einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge wird das erzielbare Marktvolumen für Smart Home bis zum Jahr 2025 auf 20 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland ansteigen. Allerdings kommt auch das BMWi zu dem Schluss, dass zuvor die bestehenden Markthemmnisse beseitigt werden müssten.

Das Grundproblem: Zwar ist die Technik prinzipiell verfügbar - nur eben nicht ganz so, wie es der Markt verlangt.

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Unüberschaubares Angebot

In der Praxis findet sich ein für den Verbraucher unüberschaubares Angebot an Insellösungen für die verschiedensten Anwendungsbereiche, und der Konsument scheitert oftmals bereits an den Begrifflichkeiten von eHome über Smart Home und Smart Living bis hin zum Wortungetüm IoT. Zudem liegt der Schwerpunkt der Herstellerkommunikation nach wie vor auf technischen Features im Gegensatz zu einer Nutzenargumentation.

Unzählige Anbieter, die mit einem fachspezifischen Vokabular versuchen, Gateways, Widgets und Application Interfaces schmackhaft zu machen, schrecken am Ende gar technikaffine Interessenten ab. Dazu tragen auch herstellerspezifische Standards wie Netzwerkprotokolle bei.

So bleiben die meisten Smart-Home-Projekte in einem halbgaren Status stecken, wenn der Rollladen sich zu programmierten Zeiten hebt oder senkt oder die Raumtemperatur per Ansage reduziert wird. Mit der grundlegenden Idee des Smart Living hat dies wenig zu tun und entspricht auch in keiner Weise der durchaus verfügbaren Leistungsfähigkeit.

Mit dem Sprachassistenten als User-Interface allein ist dieses Problem nicht zu lösen. Er kann in geeigneten Anwendungsbereichen die Kommunikation mit dem System vereinfachen, ist aber nach wie vor erstens (noch) fehlerbehaftet wenn es um das Verständnis geht und zweitens oftmals nicht die beste Wahl, um etwa die Adresse und die Kreditkarteninformationen für die Bestellung einer Pizza zu übermitteln. Und schließlich fehlt ihnen die Fähigkeit, komplexe Projekte zu realisieren und die Systemkonfiguration zu visualisieren.

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Kreative Automatisierung

Für die Entwicklung individueller Smart-Living-Projekte mit hohem Nutzwert bieten weder Sprachassistenten noch anbieterspezifische Apps die notwendigen Voraussetzungen. Sie liefern weder eine herstellerübergreifende Automatisierung noch die notwendige Visualisierung für die Einrichtung, Steuerung und Darstellung von komplexen Aufgaben, die übers Licht einschalten hinausgehen. Ein erfolgversprechender Weg zum Verbraucher führt künftig über Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

Auf diesen Technologien basierende Services sind bereits heute verfügbar. Sie analysieren zum Beispiel das heimische Nutzerverhalten und automatisieren basierend auf den gewonnenen Daten unterschiedlichste alltägliche Abläufe.

So lässt sich beispielsweise im Falle eines Urlaubs eine realistische tagesspezifische Anwesenheitssimulation mithilfe der hauseigenen Elektronik umsetzen. Zudem werden Heizkosten gesenkt, weil das System etwa Wettervorhersagen, die typische Innentemperatur sowie die Thermodynamik des Hauses auswertet und die entsprechenden Funktionen automatisch steuert.

Für Entwickler entsprechender Lösungen eröffnen sich hier mannigfaltige Spielräume, um mit kreativen Ideen und dem Einsatz zukunftsgerichteter Technologien Services bereitzustellen, die dem Anwender echten Nutzen bringen und über einfache Befehlsausführung, sei es über den Sprachassistenten oder auch über eine von vielen nativen Geräte-Apps, weit hinausgehen.

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Inspiration und Simplifikation

Die Hardware ist am Ende nur der Enabler, das Mittel zum Zweck, weil der Kunde nach Services und Lösungen verlangt und nicht nach technischen Features. Er möchte Sicherheit kaufen und keine Alarmanlage. Und er möchte ein Höchstmaß an Flexibilität, um nicht im Korsett eines einzelnen Herstellers gefangen zu sein.

Um dem Ziel einer Vereinfachung des täglichen Lebens durch Digitalisierung näher zu kommen, sind zumindest zwei Faktoren unerlässlich: Inspiration und Simplifikation. Inspiration wird dadurch erreicht, dass Smart-Living-Angebote sich auf Nutzen und Services fokussieren, anstatt auf Funktionen.

Das bedeutet nicht allein eine Veränderung der Ansprache, sondern erfordert auch die Schaffung von Schnittstellen, die von Dienstleistungsanbietern genutzt werden können, um zusätzliche Services in die Systemumgebung zu integrieren.

Simplifikation bedeutet, dass der Konsument aus der Rolle des technisch versierten Laien entlassen wird und sich auf die Umsetzung seiner realen Ziele konzentrieren kann. Dazu bedarf es einer herstellerübergreifenden Lösung, die in der Lage ist, alle Lebensbereiche zu verknüpfen – von der Fitness-Uhr über die Steuerung des Saugroboters bis hin zu umfassenden Lösungen, die Geräte mit weitergehenden Services von Marktakteuren verknüpfen. Das ist heute bereits möglich.

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Über den Autor: Andreas Bös ist Senior Director bei der Conrad Connect GmbH, einer IoT-Projektplattform für Smart Living mit Sitz in Berlin. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der IT- und Elektrobranche, im Smart Home- und IoT-Bereich sowie im Innovationsmanagement.

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