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LEAD-Kolumnist Johannes Ceh (Foto: Thomas Dashuber)
Datenschutz Daten DSGVO

Datenschutz wird bei Datensilos nicht mehr möglich sein

Wo stehen deutsche Unternehmen bei der Umsetzung der DSGVO? Umfragen zeigen: Viele Firmen haben mit den konkreten Maßnahmen erst begonnen. Im Interview mit LEAD-Kolumnist Johannes Ceh erklärt Unternehmer Jürgen Litz die Risiken dieser Vorgehensweise.

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Vor etwa neun Monaten - am 25. Mai 2018 - trat die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Zeit für eine Einschätzung, wie weit deutsche Unternehmen mit der Umsetzung der Vorgaben gekommen sind. Ich habe mich über das Thema mit Jürgen Litz, dem Geschäftsführer von Cobra CRM, unterhalten. Litz hat eine mit der DSGVO konforme Plattform für seine Kunden entwickelt. Er weiß: Millionenstrafen sind für viele Unternehmen nicht die akuteste Gefahr, vielmehr drohen Komplexitätsfallen.

Johannes Ceh: Herr Litz, ist Deutschland bei der DSGVO auf der sicheren Seite?

Jürgen Litz: Es gibt noch viel zu tun. Wir haben eine Blitzumfrage durchgeführt und festgestellt: Fast ein Fünftel der Unternehmen ist bei der DSGVO "erst irgendwann" startklar - jedenfalls nicht bis Ende 2019! Das darf eigentlich nicht sein.

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Grafik: Cobra CRM

Johannes Ceh: Bekanntermaßen waren bis zum DSGVO-Start von Seiten des Gesetzgebers einige Punkte offen. Doch diese Ergebnisse wirken, als ob manche Unternehmen gerade erst anfangen, über die DSGVO nachdenken. Ist das nicht riskant?

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Jürgen Litz: Sehr riskant. Insbesondere Unternehmen, die heute noch mit unterschiedlichen, teils autonomen Datencontainern arbeiten, werden im Zusammenhang mit der DSGVO merken, dass "Datenschutz im Datendschungel" zukünftig nicht mehr möglich sein wird.

"Die Komplexität wird leicht unterschätzt"

Johannes Ceh: Ich kenne Unternehmen in denen Praktikanten Datentabellen ausdrucken und DSGVO kennzeichnen.

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Foto: Jürgen Litz, Geschäftsführer Cobra CRM

Jürgen Litz: Die Qualität der Unterstützung der eigenen IT ist erfolgsentscheidend dafür, wie gut ein Unternehmen sich für die DSGVO aufstellt und handlungsfähig ist. Die damit verbundene Komplexität wird leicht unterschätzt.

Johannes Ceh: Werden Unternehmen ausreichend von ihrer IT in diesem Prozess unterstützt?

Jürgen Litz: Leider nein. Seit dem Inkrafttreten der Umsetzungspflicht der DSGVO im Frühjahr 2018 haben Privatpersonen zum Beispiel das Recht zu erfahren, welche Daten Unternehmen, aber auch Behörden und Kommunen von ihnen erhoben haben und zu welchen Zwecken diese genutzt werden. Dieser notwendige Schritt stärkt zum einen die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre von Bürgern innerhalb der Europäischen Union. Das ist aber nur das kundenorientierte Pflichtprogramm. Über die Hälfte der befragten Unternehmen schafft mit ihrer IT beim Datenschutz-Management maximal die Pflicht. Das ist viel zu kurz gedacht!

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Grafik: Cobra CRM

"Viele Unternehmen werden im Ernstfall in die Komplexitätsfalle geraten"

Johannes Ceh: Dabei müsste doch bei den Unternehmen angekommen sein, dass Abmahnanwälte mit Millionenstrafen drohen?

Jürgen Litz: Man muss bei der DSGVO gar nicht mit den Millionen an Maximalstrafe kommen. Viele Unternehmen werden im Ernstfall in die Komplexitätsfalle geraten und die DSGVO nicht effizient und effektiv managen könne.

Johannes Ceh: Um so wichtiger, dass die eigene IT Lösungen einsetzt, welche diese Komplexität reduzieren und steuerbar machen? Insbesondere, da die DSGVO ja nicht nur eine Person im Unternehmen betrifft.

Jürgen Litz: Wir müssen Software-Systeme realisieren, die die DSGVO nicht nur als minimale Pflichterfüllung für den Kunden unterstützen, sondern im Kern das Datenschutz-Thema angehen und eine umfassende Unterstützung aller Stakeholder bieten! Anwender, Kunde und Managment brauchen jeweils ein steuerbares Cockpit. Alles andere ist nicht sinnvoll.

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