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Das steht in den Nutzungsbedingungen von Netflix, Prime Video und Sky (Bild: stock.adobe.com)
Streaming Netflix Amazon Prime

Das steht in den Nutzungsbedingungen von Netflix, Prime Video und Sky

Wir beschäftigen uns ausgiebig mit dem Film- und Serienangebot, bevor wir ein Streamingabo abschließen. Aber was steht eigentlich in den AGB? LEAD klärt auf

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Dank Streaming-Flatrates können wir so viele Inhalte schauen, wie wir wollen. Wo und wann es uns passt. Obendrein versprechen die Dienste uns immer bessere Empfehlungen, je mehr wir streamen. Doch hast du auch gewusst, zu wie wenig sich die Anbieter eigentlich selbst verpflichten? Hier zeigen wir dir, welche sechs Learnings wir aus den diversen Nutzungsbedingungen mitnehmen konnten.

1. Kürzer, als gedacht

Die erste Erkenntnis ist, dass die AGB gar nicht allzu lang ausgefallen sind. In der Regel schafft man es in wenigen Minuten sich durchzukämpfen (denn wirklich leserlich sind sie nicht geschrieben).

Netflix kommt mit 2.225 Worten am schnellsten auf den Punkt. Prime Video liegt mit seinem 3.080 Worte umfassenden Kleingedruckten im Mittelfeld. Am längsten dauert es noch sich mit den vielen Sonderfällen des Münchener Anbieters Sky Ticket zu beschäftigen: 3.880 Worte umfassen die AGB. Letztere trumpfen richtig auf, wenn es um kreative Vertragsstrafen geht.

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2. (Nicht) Gern gesehen: Zugangsdaten weitergeben

Richtig sauer wird man bei Sky Ticket, wenn Nutzer ihre Zugangsdaten mit anderen teilen oder sogar zu einer öffentlichen Vorführung einladen. Wenn dann auch noch Speisen oder Getränke verkauft werden, kann das schnell richtig teuer werden (2.136€ pro Verstoß).

Bei Netflix ist man da wesentlich entspannter. Zwar betonen auch sie, dass Passwörter mit niemandem geteilt werden dürfen - laut Wirtschaftsrechtler Andreas Pagiela erfolgt aber allein aus der Frage "Wer schaut gerade?", dass die Nutzung auch anderen Personen als dem Vertragsinhaber erlaubt sei.

3. It’s all about the data

Letztlich wissen alle Streamingdienste ganz genau, wie sich ihre Nutzer verhalten und ob sich diese an einem Ort befinden. Nur wird das Account-Sharing oft toleriert, weil die Anbieter damit ja ganz neue Zielgruppen an ihre Original-Inhalte heranführen können. Und je mehr man streamt, desto wahrscheinlicher ist es schließlich auch irgendwann für seinen eigenen Account zu bezahlen – allein wegen der Geräte-Einschränkungen.

Am Ende zählt für Netflix, Amazon und Sky vor allem eines beim Vertragsabschluss: Die Zustimmung zur Datenerhebung. Denn diese werden sowohl bei der Personalisierung zu Rate gezogen, als auch bei Produktions- und Lizenzentscheidungen für neue Filme und Serien. Die Auswertung erfolgt dafür allerdings nie auf Basis einzelner Menschen, sondern immer nur durch Geschmacksgruppen, in die jeder von uns einsortiert wird.

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4. Keinerlei Ansprüche

Richtig frustrierend sind die vielen Absätze in den Geschäftsbedingungen, die sich mit dem Thema Gewährleistung auseinandersetzen. Denn in der Regel sprechen die Anbieter weder eine Garantie auf Verfügbarkeit aus, noch nehmen sie sich selbst in die Verantwortung einzelne Inhalte einzuordnen. Somit können Filme und Serien von heute auf morgen aus dem Katalog fliegen. Und die Anbieter verpflichten sich auch nicht dazu die gängigen Regeln der Jugendfreigabe zu beachten. Im Falle von "Tote Mädchen lügen nicht" hat Netflix zumindest zeitnah Warnungen und Hilfsangebote eingeführt, als sich Eltern 2017 über die Suizid-verherrlichende Serie aufgeregt haben.

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5. Unterschiede von Land zu Land

Das Rechtemanagement von digitalen Inhalten ist eine Herausforderung für sich. Schließlich unterscheiden sich Lizenzen von Land zu Land – und sorgen somit überall auf der Welt für einen zerfaserten Video-Katalog. In Deutschland hat Netflix sein erstes Original "House of Cards" zum Beispiel 2013 noch an Sky verkauft, weshalb alle sechs Staffeln dort zuerst liefen. In den AGB wird entsprechend darauf hingewiesen, dass sich das Angebot überall unterscheiden kann. Nur weil man in Amerika also von einer neuen Serie schwärmt, heißt das noch lange nicht, dass man auch in Deutschland sofort losstreamen kann.

6. Kündigen leicht gemacht

Erfreulich ist es dagegen, dass sich alle Anbieter inzwischen auf die monatliche Kündbarkeit als Standard für die Vertragslaufzeit eingeschossen haben. Und dafür sind längst keine vorgedruckten Standardschreiben aus dem Netz mehr nötig, um das Laufzeitende rechtsverbindlich zu machen. Ein Klick genügt und das Abo ist beendet. Ähnlich wie bei Facebook und Tinder ist kündigen aber nicht gleich löschen. Netflix verwahrt deinen Titelverlauf nämlich noch weitere zehn Monate auf, so dass du dein Abo ganz flexibel stoppen und fortsetzen kannst, ohne den Algorithmus jedes Mal neu trainieren zu müssen.

Fazit: Uns gehört nichts mehr

Dank Streaming müssen wir uns zwar keine Gedanken mehr über verstaubte DVD-Regale machen, allerdings macht der Blick in die Nutzungsbedingungen auch klar, dass uns hier wirklich nichts mehr gehört und wir kein Anrecht auf Verfügbarkeiten haben.

Zeitweise Zugriffsrechte haben damit den Besitz entthront. Mehr noch als Datenschutzbedenken bleibt somit die Erkenntnis, dass Streaming-Flatrates heute den Konsum von immer mehr vom selben fördern. Wenn also das große Buffet bei der nächsten Essensrunde keine Überraschungen mehr bietet, sollte man ruhig auch mal überlegen wieder à la carte zu bestellen. Zum Beispiel mit einem Kino-Besuch!

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