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Smartphone Mobile Payment Bezahlen Shutterstock 668918176 Schutterstock Myvisuals
Mit dem Smartphone in Restaurants oder Supermärkten zu bezahlen ist in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet. (Bild: Shutterstock/Myvisuals)
Special E-Payment

"Das Problem liegt am stark fragmentierten Mobile-Payment-Markt"

Mobile Payment kommt in Deutschland nicht so recht in die Gänge, nun hat mit Vodafone der letzte Mobilfunkanbieter angekündigt, sich aus dem Markt zurückzuziehen. Warum das so ist, erklärt Alexa von Bismarck, neue Country Managerin der Zahlungsplattform Adyen.

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Mobile-Payment hat es im Bargeldland Deutschland schwer. Jetzt wird mit auch Vodafone Wallet eingestellt. Inwiefern ist das ein Verlust?​

Hierzulande begleiten uns Smartphones seit Jahren durch den Alltag und den Beruf. Zum Bezahlen im Laden nutzen wir das Gerät jedoch äußerst selten. Die Deutschen haben scheinbar kein Vertrauen in diese Art der Zahlung. Doch ist das der alleinige Grund? Traditionell hängen die Deutschen stärker als andere Länder am Bargeld und das Bedürfnis nach Datenschutz ist groß. 

Das Problem liegt jedoch nicht nur bei den Nutzern, sondern ebenso am stark fragmentierten Mobile-Payment-Markt, der nun mit Vodafone einen Anbieter weniger hat – übrigens nicht nur in Deutschland, sondern in allen vormals verfügbaren Ländern. Doch auch mit dem Mobilfunkanbieter gab es keine flächendeckende, einheitliche Bezahllösung wie sie die großen Wallets von Apple oder Google mitbringen. Das Fehlen einer holistischen Lösung erschwert den Durchbruch. Fragen Sie sich selbst: Möchten Sie mehrere verschiedene Mobile Wallets auf Ihrem Smartphone installieren für unterschiedliche Anwendungsfälle? Neue Bezahlwege etablieren sich lediglich, wenn sie für den Nutzer besser sind als alles zuvor, also einen echten Mehrwert bieten.

Alexa Von Bismarck
Alexa von Bismarck ist neue Deutschland-Chefin des Zahlungsdienstleisters Adyen (Bild: Adyen)

Wie zahlen die Deutschen am liebsten?

Deutsche Shopper gehören zu den offensten Einkäufern der Welt, da im Schnitt 50 Prozent der Online-Einkäufe über eine internationale Website, also  grenzüberschreitend, abgewickelt werden. Gleichzeitig ist Deutschland jedoch einer der am stärksten fragmentierten Märkte, wenn es um Zahlungsmethoden geht. Nicht-Kreditkarten-Zahlungsmethoden wie SEPA-Lastschrift, SOFORT und verschiedene Rechnungsanbieter machen den Großteil der Online-Transaktionen aus. Letztendlich hängt ein Ranking immer von Faktoren wie dem Businessmodell des Händlers, der Art der verkauften Waren oder Dienstleistungen, dem durchschnittlichen Transaktionswert, der Kundendemografie usw. ab.

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Wo stehen wir im internationalen Vergleich?

Was das Thema Mobile Payment im weitesten Sinne angeht, sehen wir aktuell einen Unterschied, was E-Commerce- und In-Store-Zahlungen angeht. Unser Adyen Retail Report, bei dem wir 1.000 Konsumenten zu Ihren Shopping- und Zahlungspräferenzen befragt haben, zeigt: Lediglich fünf Prozent der Konsumenten in Deutschland haben schon einmal mit einem Mobile Wallet im Store bezahlt. Mit Sicherheit bedingen Verfügbarkeit und Akzeptanz diese Zahl.

Beim Bezahlen bei Online-Einkäufen direkt über das Smartphone liegen deutsche Verbraucher im europäischen Vergleich nur leicht zurück. Transaktionsdaten unserer Plattform zeigten im November letzten Jahres erstmals, dass mit 52 Prozent weltweit mehr Online-Einkäufe über mobile Endgeräte getätigt wurden als über den Desktop. In Deutschland waren es knapp 42 Prozent.

Was sind die größten Hürden, die diese Technologie überwinden müsste?

Wie eingangs beschrieben gibt es aus unserer Sicht bisher nur wenige Einzellösungen, jedoch keine flächendeckendere, die etwa vergleichbar mit der Abdeckung von EC- und Kreditkarten ist. Interessant ist, dass es sogar Vorstöße aus Händlerkreisen gegeben hat: Die Initiative 'Zahl-einfach-mobil' war ein erster Versuch, mehr Akzeptanz für mobiles Bezahlen zu schaffen. Die größte Herausforderung ist somit, eine passende mobile Bezahlart zu integrieren. Auch die technische Komponente muss beachtet werden: Händler müssen in NFC-fähige Bezahlterminals investieren, erst dann ist es für den Kunden möglich, mobil zu bezahlen. 

Nach Schätzungen des Handelsinstituts EHI sind bereits ca. 60 Prozent der großen und etwa 20 Prozent der mittelständischen Händler mit NFC-fähigen Kassenterminals ausgestattet. Unsere Befragung im Adyen Retail Report hat sich auch gezeigt, dass über 40 Prozent der Händler in Deutschland zukünftig in den Ausbau von Systemen für kontaktloses Bezahlen investieren wollen. Das ist doch eine gute Nachricht.

Apple Pay und Google Pay sind in Deutschland noch nicht verfügbar. Werden diese Dienste das Thema Mobile Payment etablieren?

Die Chancen dafür stehen zumindest nicht schlecht, wenn man die generellen Marktanteile der beiden Anbieter betrachtet. Hinzu kommt, dass beide Lösungen für ein reibungsloses Kundenerlebnis mit sicherem, schnellen Checkout sorgen. Apple Pay ist darüber hinaus nicht nur online und mobil, sondern auch am POS verfügbar, was noch mehr Anwendungsfälle für den Kunden bedeutet. Es bleibt jedoch unklar, wann und ob die Dienste in Deutschland verfügbar sein werden.

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