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1 Google Klein
(Bild: 123rf.de)
Google Search

Das Google-freie Internet

Mit seinen mehr als 200 Produkten und Services kann Google - was Nutzerdaten betrifft - aus dem Vollen schöpfen. Und das in weitaus größerem Umfang als beispielsweise Facebook. Wer nicht alles über sich preisgeben möchte, sollte sich diese Alternativen zu Google-Diensten näher ansehen.

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Es läuft gerade brillant für Google. Während die Datenschutzlücken bei Facebook weltweit Nutzer verunsichern, während sich Mark Zuckerberg einer Anhörung im US-Senat stellen musste, spricht kaum jemand davon, wie – und ob – der größte Internetkonzern der Welt die Privatsphäre seiner Nutzer schützt. Bei der zweistündigen Keynote zur Google-Entwicklerkonferenz I/O vor einigen Tagen kam der Begriff "Privacy" laut ZDNet nicht einmal vor. Dabei sind Experten wie Brian Solis vom kalifornischen Beratungsunternehmen Altimeter überzeugt, dass Google (109,6 Milliarden Dollar Umsatz 2017) die Privatsphäre seiner Kunden noch viel mehr bedroht als das deutlich kleinere Facebook (40,6 Milliarden Dollar): "Wir verraten Facebook alles über uns. Aber Google kennt unser wahres Ich", warnt Solis. "Das macht es so unglaublich – und gleichzeitig so gefährlich."

Denn mit seinen mehr als 200 Produkten und Services hat "Big G" ein umfassendes Bild seiner Kunden. Google weiß mehr über seine Nutzer als deren eigener Partner. Wer an Scheidung denkt, wer den Arbeitgeber wechseln will, wer Angst vor Brustkrebs hat oder sich ein neues Auto zulegen möchte – der googelt, und liefert seine Daten in Mountain View in Kalifornien ab. Solche Informationen sind dann beispielsweise für Versicherungen, Krankenkassen, Banken oder Scheidungsanwälte interessant. Allein in diesem letzten Bereich hat Google 2016 über 100.000 Anfragen von Kanzleien beantwortet. Experten raten deshalb dringend, seine Internetnutzung auf möglichst viele Unternehmen zu verteilen, um kein umfassendes Persönlichkeitsprofil entstehen zu lassen. Da trifft es sich gut, dass es in allen Bereichen, die Google bedient, mittlerweile exzellente Alternativen gibt, die teilweise sogar mehr können als die Google-Services. Wir verraten die besten Tipps für ein "Google-freies Internet" – oder zumindest für ein Internet mit wesentlich weniger Google.

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Statt Google Search

Die Alternative zur Google-Suche DuckDuckGo hat sich zur bekanntesten Google-Alternative für kritische Internetnutzer gemausert. Das Unternehmen aus Pennsylvania wirbt mit dem Motto „Die Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“. Und bisher ist auch nichts Gegenteiliges bekannt geworden. DuckDuck Go speichert nicht, wonach seine Nutzer suchen, und verkauft die Daten nicht an andere Unternehmen. Geld verdient die Firma mit eingeblendeten Anzeigen, die zu den Suchen passen, die aber nicht mit Nutzerdaten verknüpft werden. Wer DuckDuckGo verwendet, muss längst keinen Verzicht mehr üben – im Gegenteil. So funktioniert die Schnellsuche "Bangs" mit ihrem Ausrufezeichen am Anfang deutlich schneller und praktischer als bei Google. Wer zum Beispiel "!Amazon Schuhe" eingibt, landet ohne Umwege und weitere Klicks direkt beim Schuh-Angebot von Amazon. DuckDuckGo gibt es auch als Browser, der die Privatsphäre schützt, für iOS und Android.

Statt Google Photos

Wer nicht auch noch seine privaten Bilder Google überlassen will, findet beim guten altenFlickr 1 TB kostenlosen Speicherplatz. Das reicht für rund 700.000 Fotos. Eine überraschende Alternative ist Amazon Prime Photos – auch ein umstrittener US-Multi, und ebenfalls höchst interessiert an den Daten seiner Kunden. Aber: Wer seine Internetnutzung klug auf verschiedene Dienstleister verteilt, kann Fotos durchaus auch bei Amazon speichern, das bei Weitem weniger über seine Kundschaft weiß als Google. Für Prime-Kunden ist der Speicherplatz hier unlimitiert.

4 Flickr
(Bild: Flickr)

Statt Gmail

Anstelle von Googles E-Mail-Dienst, der die Mails seiner Kunden nach wie vor scannt, um "Komfort und Sicherheit zu verbessern", können sich Nutzer einen Mailprovider suchen, der ihre Daten in Deutschland oder Europa speichert. Sieger bei Warentest sind die Berliner Anbieter mailbox.org und posteo.de. Sie werben mit Slogans wie "Damit Privates privat bleibt", sind komfortabel und schützen die Daten ihrer Nutzer laut Warentest optimal, ab 1 Euro im Monat. Und auch T-Online speichert seine Mails auf deutschen Servern – sogar für Nutzer, die keine Telekom-Kunden sind.

Statt Google Maps

Zugegeben, gerade bei Stadtplänen und Landkarten ist Google mit seiner weltweiten Erfassung von Straßen- und Verkehrsdaten enorm nützlich. Doch es gibt überaus brauchbare Alternativen. Die unabhängige Initiative OpenStreetMap bietet exzellentes Kartenmaterial, das Anbieter wie Osmand auch in Apps packen. Als ausgereifteste Alternative zu Google Maps gilt Here WeGo hinter dem Audi, BMW und Daimler stehen, und das ebenfalls als App verfügbar ist.

Statt Android

75,8 Prozent Marktanteil in Deutschland – die Smartphones mit Googles Betriebssystem sind Apples iOS (22,9 Prozent) weit enteilt. Für Google sind die Handys, die ihre Nutzer durch den gesamten Alltag begleiten, das perfekte Werkzeug zum Datensammeln. Dank GPS-Ortung erfährt Google auch, wo sich Android-Verwender gerade befinden. Das ermöglicht eine noch genauere Auswertung der Nutzerdaten und noch individuellere Werbung. Einzige echte Alternative zu Android ist Apples iOS. Zusammen kommen die beiden US-Konzerne in Deutschland auf 98,7 Prozent Marktanteil, ein klassisches Duopol. Apple gilt – aller berechtigten Skepsis zum Trotz – als weitaus weniger datenhungrig. Denn im Gegensatz zu Google, das praktisch komplett darauf angewiesen ist, die Daten seiner Nutzer zu verkaufen, verdient Apple seine Milliarden vor allem mit iPhones, iPads und Macs. Es gibt im Übrigen auch die Möglichkeit, Android-Smartphones ohne Google zu nutzen, wie n-tv hier erklärt. Das erfordert aber Geduld und einige Fachkenntnisse.

Statt Google Chrome

Auch noch Googles Browser zu verwenden, und dem Internetriesen damit alle Informationen zum eigenen Surfverhalten frei Haus zu liefern, ist beinahe schon fahrlässig. Nachdem der Firefox in seinen jüngsten Versionen gegenüber der Konkurrenz mächtig aufgeholt hat, empfehlen wieder viele Experten die Verwendung des einzigen bedeutenden Browsers, der nicht von Großkonzernen wie Google, Microsoft oder Apple stammt, sondern von einer unabhängigen weltweiten Entwicklergemeinde. Beim Umstieg lassen sich die Daten und Einstellungen des bisherigen Browsers sehr einfach importieren. Besonders für Android-Nutzer bietet der Firefox-Browser als App einen gewissen Schutz vor Googles Neugierde.

Statt Google Docs

Auch auf Nutzerdaten aus Textverarbeitung und Tabellenkalkulationen ist Google gespannt. Die kompetenteste Alternative kommt vom Erfinder solcher Büropakete. Microsoft stellt Office Online mit Word, Excel oder Powerpoint kostenlos zur Nutzung im Browser zur Verfügung. Und auch die Webversion von Apples iWork mit Pages, Numbers und Keynote funktioniert gratis und plattformübergreifend, selbst auf dem PC.

Statt YouTube

Die Auswahl von Googles Video-Website, auf der beispielsweise auch obskurste Musikstücke zu finden sind, ist unschlagbar. Eine Vielzahl der Videos findet sich aber auch auf beim größten Konkurrenten Vimeokommt aus dem US-Bundesstaat New York. Wenn ein Video tatsächlich nur bei YouTube zu finden ist, komm HookTube ins Spiel, das die YouTube-Videos anonym zur Verfügung stellt. Das funktioniert ganz einfach: In der Adresse des Videos "youtube" durch "hooktube" ersetzen. Das ESC-Siegerlied "Toy" von Netta aus Israel gibt es beispielsweise hier.

Statt Drive

Dropbox ist die namhafteste und etablierteste Alternative zu Googles Datenspeicher Drive. 2 GB Daten sind kostenlos – das sollte zumindest für den privaten Gebrauch genügen. Für Dropbox ist die Internetcloud das zentrale Geschäftsfeld, ein Datensammeln über verschiedenste Bereiche wie bei Google ist damit nicht zu befürchten. Wer seine Cloud-Daten lieber in Deutschland speichert, findet mit TeamDriveaus Hamburg, eine vom unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein zertifizierte Alternative mit ebenfalls 2 GB Gratis-Platz.

Statt Google News

Um einen schnellen Überblick zur aktuellen Nachrichtenlage zu bekommen, ist Google News enorm hilfreich. Doch auch hier gibt es Alternativen. Der Klassiker Yahoo ist beispielsweise nach wie vor online, und bietet auf seiner deutschen Nachrichtenseite einen guten Mix aus Fremdmaterial und eigenen News.

Statt Google Translate

Wenn es um maschinelle Übersetzung im Internet geht, ist der Google Translator bisher erste Wahl. Er dolmetscht 103 Sprachen, und liefert brauchbare Resultate – auch wenn sich unter den Ergebnissen immer noch viele skurrile Stilblüten finden. Doch nun bringt die Kölner Firma DeepL das Internetübersetzen auf ein völlig neues Niveau. Ihr gleichnamiges Übersetzungsprogramm (beherrscht bisher zwar nur sieben Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Niederländisch und Polnisch), doch die Ergebnisse sind Google um Längen voraus. DeepL liefert erstmals Übersetzungen, die nicht zu einem Schmunzeln anregen, und die sich im Schriftverkehr fast unkorrigiert verwenden lassen. Dafür sorgen eine neuronale Netzwerktechnik namens CNN ("Convolutional Neural Network") – und der 23.-stärkste Supercomputer der Welt, den die Kölner auf Island betreiben.

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