Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
1 Gold Phantom Cr Devialet
Das Topmodell Gold Phantom gibt es für 2.590 Euro (Bild: Devialet)
Audio Musik Marketing

Das Apple für die Ohren

iGod Steve Jobs scheint in Quentin Sannié seinen Meister gefunden zu haben. Die Vision von Devialet ist nämlich keine geringere als die besten Lautsprecher der Welt zu bauen. Das hat nicht nur Jay-Z und Emmanuel Macron beeindruckt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Apple-Gründer Steve Jobs, das Computer-Genie, das der Menschheit den Macintosh und das iPhone brachte – er war ungeschlagener Weltmeister unter den Produktverkäufern. "Awesome", "Breathtaking", "Revolutionary" – niemand schwärmte euphorischer von den neuen Spielsachen, die seine Firma wieder ausgeheckt hatte. Doch sieben Jahre nach seinem Tod hat der iGod seinen Meister gefunden. Quentin Sannié (55), Gründer des französischen Audio-Herstellers Devialet, ist der neue König der Superlative. Im Vergleich zu Sannié ging Jobs geradezu skeptisch mit seinen Neuheiten um. Denn die Phantom-Lautsprecher von Devialet sind laut Firmen-PR nicht "awesome". Sie liefern schlicht "den besten Klang der Welt" und werden "die Welt des Klangs für immer verändern". Und der Schalldruck "ist mit einer startenden Rakete vergleichbar". Mon dieu, das klingt spektakulär. LEAD hat die Wunderboxen getestet. Und festgestellt: Womöglich hat Sannié sogar recht, der so laut tönende Musik-Jobs aus Frankreich.

Wer steckt hinter Devialet?

Aber der Reihe nach. Wer steckt hinter Devialet? Quentin Sannié, zuvor Unternehmensberater, hat die Firma 2007 in Paris zusammen mit dem Toningenieur Pierre­ Emmanuel Calmel und dem Produktdesigner Emmanuel Nardin gegründet. Ziel von Devialet, dessen Kunstname von Guillaume Vialet inspiriert ist, einem Ingenieur aus dem 18. Jahrhundert: Die besten Lautsprecher der Welt zu bauen – und das Apple für die Ohren zu werden.

Anzeige
  • 2 Gold Phantom Cr Devialet
    Das Topmodell Gold Phantom für 2.590 Euro (Bild: Devialet)
  • 3 Gold Phantom Cr Devialet
    Das Topmodell Gold Phantom für 2.590 Euro (Bild: Devialet)
  • 4 Phantom Staender Cr Devialet
    Den Ständer gibt’s für "nur" 299 Euro (Bild: Devialet)

Elf Jahre später ist Devialet mit seinen bis zu 2.590 Euro teuren Phantom-Lautsprechern auf einem guten Weg. Wobei "Lautsprecher" natürlich untertrieben ist, so Devialet: "Es ist kein Lautsprecher – es ist ein Phantom." Dessen Name sicherlich nicht unabsichtlich an den legendären Rolls Royce "Phantom" erinnert, an das Auto der Könige, der Kaiser und der Maharadschas. Weltweit schwärmen Kritiker vom Klang der eiförmigen Lautsprecher. "Glorreich in jeder Hinsicht", jubelt das Magazin Audiofi.net. Als Rapper und Musikmogul Jay-Z zum ersten Mal einen Phantom hörte, wollte er spontan das ganze Unternehmen aufkaufen, und bekam immerhin einen Firmenanteil an Devialet.

Im Arbeitszimmer von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron steht selbstverständlich ein Phantom, bien sûr. Verkauft werden die Lautsprecher, pardon, die Phantoms, nicht in Läden – sondern in eigenen Boutiquen in feinsten Kaufhäusern wie dem Harrods in London, dem KaDeWe in Berlin oder bei Ludwig Beck in München. Auch Apple, der große Inspirator von Quentin Sannié, hat den Phantom mittlerweile ins Repertoire aufgenommen. Und in Frankfurt auf der Großen Bockenheimer Straße hat Devialet seine Boutique direkt neben dem Apple Store eröffnet – der gleiche kühle, reduzierte Stil, der gleiche Technik-Tempel, nur eine Nummer kleiner.

Die beiden Firmen passen prächtig zusammen: grandioses Design, brillante Technik, leicht überdrehte Kommunikation – und Preise, die nicht von dieser Welt sind. Zentraler Unterschied: Geld hat Devialet bisher noch keines verdient, doch das soll sich ändern.

  • 5 Devialet Frankfurt Cr Devialet
    Devialet-Store in Frankfurt - nicht zufällig neben Apple (Bild: Devialet)
  • 6 Devialet Muenchen Cr Devialet
    Devialet-Store im Ludwig Beck in München (Bild: Devialet)

Das muss man über die Lautsprecher von Devialet wissen

Aber was sind das nun für Lautsprecher, diese Phantoms? Drei Modelle gibt es, den "neuen Phantom" für 1.490 Euro, den Silver Phantom für 1.990 Euro und das Flaggschiff, den Gold Phantom für 2.590 Euro. Die Musikleistung variiert, von 1.200 Watt beim "Einstiegsmodell" bis zu kaum fassbaren 4.500 Watt bei der Gold-Variante. 16 Stück davon ersetzen in einem Vorführraum der Opéra national de Paris ein ganzes Orchester – und wer die Augen schließt, braucht beim "Phantom in der Oper" wohl gute Ohren, um einen Unterschied zu vernehmen. Bis zu 108 db erzeugt ein Gold Phantom. Rockkonzerte und Motorsägen sollen es auf 110 db bringen.

Die Technik im Inneren des 11,4 Kilo schweren und rund 34 Zentimeter langen Lautsprecher ist mit über 100 Patenten geschützt. Das wichtigste Geheimnis des monumentalen Klangs ist eine Erfindung namens Analog Digital Hybrid (ADH). Devialet verbindet dabei analoge Elemente mit digitaler Verstärkung, um Klangqualität und Musikleistung zu erzeugen, für die normalerweise drastisch größere Lautsprecher notwendig wären.

7 Devialet Oper Cr Devialet
Der Gold Phantom in der Opéra de Paris – wer braucht da noch ein Orchester? (Bild: Devialet)

Wie das funktioniert muss man nicht verstehen, man muss es hören

Wie das funktioniert, muss man nicht verstehen. Man muss es hören – und spüren. Erster Eindruck nach dem Auspacken des Gold Phantom aus seinem würfelförmigen Karton mit dem aufgedruckten Leoparden, der auch von Apple stammen könnte: Wie kann ein so kleiner Lautsprecher so schwer sein? Zweiter Eindruck: Bei Apple wäre die Installation und das drahtlose Verbinden mit Mac oder iPhone sicherlich komfortabler und einfacher. Guter Klang ist den Ingenieuren bei Devialet definitiv wichtiger als eine kinderleichte Anbindung über WiFi und Bluetooth. Aber nach ein wenig Herumprobieren klappt’s dann doch. Der Phantom gibt ein spaciges Geräusch von sich, und bläst die Backen auf. Denn das gehört zum Design: Die beiden Tieftöner auf den Seitenflächen bewegen sich im Takt der Musik, sie atmen sozusagen – was den Alien-artigen Effekt der Box nur noch verstärkt.

Der Klang? Ohne Worte. Ein unfassbarer Wumms. 4.500 Watt Musikleistung bei einem Lautsprecher dürften ungefähr 740 PS in einem Lamborghini Aventador entsprechen. Zum Vergleich: Der Beoplay A9 von Bang & Olufsen, ein hochgepriesener Multiroom-Lautsprecher, begnügt sich mit 480 Watt. Man dreht den Phantom lauter und lauter und lauter – klirrt nicht, verzerrt nicht, scheppert nicht. Nur beim Nachbarn unten wackeln die Teller in der Kommode.

Wirklich sozialverträglich ist der Gold Phantom auf maximaler Lautstärke nicht. Und der Ohrenarzt macht sich auch schon Sorgen. Dafür lässt sich von der Dachterrasse aus wahrscheinlich ein halber Münchner Stadtteil beschallen. Die Bässe wummern sensationell, die Höhen sind kristallklar. Devialet, das seine Technik künftig auch in Autos und Smartphones einbauen will, verspricht "eine komplett unverfälschte Klangqualität". Also genau so, wie die Musiker im Studio ihre Stücke eingespielt haben. Und wer möchte nach dem Probehören daran zweifeln?

So kostspielig wie ein gebrauchter Golf

"Awesome" hätte Steve Jobs dazu gesagt, was leider auch für den Preis gilt. Und wenn ein Gold Phantom Musikfans glücklich macht – dann machen zwei Gold Phantoms für Stereowiedergabe gleich noch viel glücklicher. Dann stehen einschließlich der 299 Euro teuren Dialog-Box für die drahtlose Verbindung der beiden Lautsprecher insgesamt 5.479 Euro oder ein gebrauchter VW Golf auf der Rechnung. Breathtaking! Wobei: Es muss nicht immer Gold sein. Im Normallfall dürfte auch der "neue Phantom" für 1.490 Euro genügen – zumindest, wenn das Arbeitszimmer etwas kleiner ist als bei Monsieur le Président oder bei Jay-Z.

Teilen
Jederzeit top informiert

Die wichtigsten LEAD Nachrichten per Messenger oder Newsletter

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Das könnte dich auch interessieren
Anzeige
Anzeige