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Amazon Alexa
Immer die Lauscher offen – und auf fast jede Frage eine Antwort. So funktioniert Amazons Sprachassistentin Alexa (Foto: 123rf.de)
Amazon Alexa Echo

Das Alexa-Alphabet: Amazons Schlaumeierin - von A bis L

Ein Name, ein Befehl: Alexa. Was steckt hinter der Technik, wie heißt Alexas "Mutter" und wie sieht die Zukunft von Amazons Schlaumeierin aus? LEAD beantwortet diese Fragen im Alexa-Alphabet. Folge 1 von A bis L.​

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Alexa, Amazons smarte Sprachassistentin, ist mehr noch als Apples Siri zum Synonym geworden für die praktischen Helfer im Alltag. "Alexa, spiel Musik von David Bowie!", "Alexa, wann ist mein Termin in der Autowerkstatt?" und "Alexa, schalt die Kaffeemaschine ein!" – die ebenso bienenfleißige wie neugierige Alexa ist für viele Nutzer zum festen Familienmitglied geworden. LEAD verrät in einem zweiteiligen Alexa-Alphabet ihre Geheimnisse. Folge 1 von A bis L.

Alexa: Amazons Hardware-Chef David Limp erklärt, warum die Assistentin gerade diesen Namen bekommen hat. "Wir haben uns zahlreiche Vorschläge angesehen. Und wir wussten natürlich, dass der Name für die Persönlichkeit der Stimme ganz wichtig ist. Tests haben ergeben, dass sich 'Alexa' mit dem harten 'X' in der Mitte maschinell besonders gut erkennen lässt. Und dann gab es noch diese schöne Reminiszenz an die Bibliothek an Alexandria." Dort haben die alten Ägypter ihr gesamtes Wissen in Büchern aufbewahrt. Ähnlich viele Informationen soll künftig auch Alexa bereithalten. Und schließlich wurde Amazon 1994 als Online-Buchhändler gegründet. Ein bisschen Nostalgie und Romantik war bei der Taufe von Alexa also auch im Spiel.

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Borussia Dortmund
Borussia Dortmund bietet einen der besten deutschen Alexa-Skills an (Foto: BVB)

Borussia Dortmund: Der aktuelle Bundesliga-Tabellenführer ist auch Deutscher Alexa-Meister. Während es vom FC Bayern noch keinen offiziellen Alexa-Skill gibt (die Münchner haben momentan auch andere Sorgen), kommt vom BVB einer der gefragtesten Skills. So heißen die Apps für Amazons Sprachsteuerung. Per Sprachbefehl liefert Alexa Dortmunder Spielberichte, Ergebnisse, Termine, Karteninfos und sogar Livespiele im Netradio mit Kult-Stadionsprecher Norbert "Nobby" Dickel.

Computer: Wer selbst Alexa heißt oder zum Beispiel eine Katze mit diesem Namen hat, wird schnell genervt sein, wenn die Sprachassistentin jedesmal auf den eigenen Namen oder auf den des Haustiers reagiert. Aber dafür hat Amazon eine Lösung: Die Geräte lassen sich auch so einstellen, dass sie statt auf "Alexa" auf die Stichworte "Echo" oder "Computer" reagieren. Das Umstellen funktioniert in der Alexa-App im Bereich "Aktivierungswort".

Deutsch: Übertrieben polyglott ist Alexa bisher nicht. Neben Deutsch spricht die Assistentin nur Englisch, Französisch und Japanisch. Italienisch und Spanisch sollen noch 2018 dazukommen. Der Aufwand für die Bereitstellung neuer Sprachen und deren Pflege ist ungeheuer groß. Die deutsche Sprecherin, deren Identität Amazon streng geheim hält, ist nur noch exklusiv als "Alexa" tätig, ihre Stimme darf in keinem anderen Zusammenhang mehr auftauchen.

Amazon Echo 2
Hallo Echo – Hallo Alexa! Mit Bildschirm ist der "Echo Show" noch ein bisschen nützlicher (Foto: Amazon)

Echo: So heißen Amazons eigene Geräte mit Alexa-Steuerung, von denen der Online-Händler schon über 50 Millionen Stück verkauft hat. In den USA kam der erste Echo am 23. Juni 2015 auf den Markt, in Deutschland am 26. Oktober 2016. Doch die Arbeiten hatten bereits 2010 begonnen. Für das Team von Amazons Hardware-Tochter Lab126 war der Erfolg des Echo Balsam auf seine Wunden. Denn es hatte zuvor mit dem gescheiterten Fire-Smartphone den größten Misserfolg der Amazon-Geschichte entwickelt.

Flop: So erfolgreich die Alexa-Geräte auch sind – zum Einkaufen per Sprachsteuerung, wie von Amazon erhofft, nutzt sie offenbar kaum jemand. Laut einer Untersuchung des Technik-Blogs "The Information" vom August 2018 mit dem Titel "Die Realität hinter dem Voice-Shopping-Hype" haben in den ersten sieben Monaten des Jahres nur zwei Prozent der Alexa-Besitzer damit eingekauft. Und davon nutzen 90 Prozent die Funktion kein zweites Mal. Shopping is flopping.

Gewohnheiten: In der nächsten Ausbaustufe soll Alexa die täglichen Gewohnheiten seiner Nutzer noch besser kennenlernen, und darauf reagieren. Die neue Funktion namens "Hunches" ("Vermutungen") merkt zum Beispiel, dass ein Nutzer immer alle Lichter ausmacht, wenn er ins Bett geht – oder alle Türen schließt, wenn er das Haus verlässt. Sobald er einen dieser "Standards" vergisst, weist ihn Alexa höflich, aber entschieden, darauf hin. Bei der Analyse, ob etwas im Verhalten des Nutzers ungewöhnlich ist, berücksichtigt die künstliche Intelligenz auch Faktoren wie Wochentag, Tageszeit oder Jahreszeit. Zudem bekommt Alexa eine "Wachhund"-Funktion, die bei verdächtigen Geräuschen wie splitterndem Glas oder einem aktivierten Rauchmelder automatisch Alarm schlägt.

Echo Dot Kids
Mit dem "Echo Dot Kids" gibt es einen eigenen Echo für die Kleinen – der dann alles mithört, was im Kinderzimmer gesprochen wird (Foto: Amazon)

Höflichkeit: Weil kaum jemand freundlich "Bitte" und "Danke" zu Assistenten wie Alexa sagt, warnte die Erziehungsorganisation "ChildWise" Anfang 2018 davor, dass der häufige Gebrauch die Sprache von Kindern und Jugendlichen verrohen könnte. Amazon hat auf die Diskussion schnell reagiert. Eine neue Funktion namens "Magic Word" belohnt die Nutzer mittlerweile, wenn sie höflich mit Alexa Konversation pflegen. Wenn sich also ein Kind freundlich erkundigt, "Alexa, bitte sag mir, wie morgen das Wetter wird", revanchiert sich die Amazon-Dame zum Beispiel mit einem "Danke, dass du so nett gefragt hast". Und auf ein "Thank you" folgt ein "You’re welcome". Wir lernen: Auch eine künstliche Intelligenz hat (ansatzweise) Gefühle und will anständig behandelt werden.

Integriert: Die Echo-Geräte, die Amazon selbst verkauft, stellen mittlerweile nur noch eine verschwindend kleine Minderheit im gesamten Alexa-Angebot dar. Insgesamt unterstützen bereits über 20.000 Geräte, vom Fernseher bis zum smarten Rasensprenger, die Sprachbefehle. Bei der schnellen Verbreitung helfen die Lizenzgebühren, die Amazon für die Nutzung seiner cloudbasierten Plattform AVS (Alexa Voice Service) verlangt: 0 Euro. Denn Alexa steht den Herstellern kostenlos zur Verfügung.

Jaguar I Pace
Jaguar I-Pace – das schlaue Alexa-Auto (Foto: Jaguar)

Jaguar: Die englische Edelfirma ist einer von zahllosen Autoherstellern, die Alexa bereits in ihre Modelle integriert haben, oder das für die nahe Zukunft planen. In Jaguars neuem Elektro-SUV I-Pace beantwortet Alexa unter anderem die Frage, für wie viele Kilometer die Ladung der Akkus noch reicht. Und für Vergessliche meldet Alexa per GPS-Funktion, wo der I-Pace geparkt ist. Wenn der Fahrer bei der Heimfahrt immer zur gleichen Zeit bei der Gattin anruft, erinnert ihn Alexa daran. Ähnliche smarte Funktionen halten auch bei BMW, VW, Ford oder Toyota Einzug in die Autos. Als Nachrüst-Option auch für ältere Autos bringt Amazon Ende 2018 "Echo Auto" auf den Markt. Das kleine Gerät am Armaturenbrett sorgt unter anderem für Navigation und Unterhaltung, und soll zunächst nur per Einladung verfügbar sein.

Kritik: So praktisch die Alexa-Geräte für ihre Nutzer auch sind – so sehr sind die allzu neugierigen "Lauschsprecher" Datenschützern ein Dorn im Auge. Weil die Mikrofone immer geöffnet sein müssen, um aufs Stichwort "Alexa" reagieren zu können, hören die Geräte ihren Nutzern rund um die Uhr zu. Amazon versichert zwar, dass die Datenübertragung erst startet, nachdem das Aktivierungswort "Alexa" gefallen ist. Doch es kommt immer wieder zu Pannen, Gespräche werden irrtümlich mitgeschnitten und verschickt. Und wie die Nutzerdaten genau aufgezeichnet, gespeichert und verarbeitet werden – darauf liefert Amazon bis heute keine befriedigenden Antworten. Der angesehene Verein Digitalcourage aus Bielefeld hat 2018 einen seiner jährlichen "Big Brother Awards", eine Art Überwachungs-Oscar, an Amazon verliehen. Die Juroren halten den Echo für "ein neugieriges, vorlautes, neunmalkluges und geschwätziges Lauschangriffsdöschen".

Lab126
Lab126 – in diesem kaum bekannten Tochterunternehmen entsteht die Amazon-Hardware (Foto: Amazon)

Lab126: So heißt Amazons in der Öffentlichkeit kaum bekannte Hardware-Tochter, die Geräte wie den Kindle oder den Echo entwickelt – und dann von Firmen wie dem chinesischen iPhone-Fertiger Foxconn bauen lässt. Lab126 wurde 2004 vom ehemaligen Palm-Manager Gregg Zehr gegründet und ist im kalifornischen Sunnyvale zuhause. Die Zahl 126 hinter dem "Lab" ("Labor") ist ein Hinweis auf Amazons Logo, dessen Pfeil vom A, dem ersten Buchstaben des Alphabets, auf das Z als 26. Buchstaben zeigt.

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