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Foto: Simon Koy
Content Marketing Karsten Lohmeyer Medien

Content-Marketing-Tsunami: Trippelschritte statt Riesenwelle

Überall baut sich über Jahre eine große Digitalisierungs-Spannung auf – und dann entlädt sie sich ganz, ganz plötzlich. Immer wieder. Immer häufiger. Immer schneller. Und all die Trippelschritte zusammen bilden die Riesenwelle der digitalen Transformation, die alles verändert.

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Viel ist in letzter Zeit über den digitalen Tsunami gesprochen worden, der die analogen Geschäftsmodelle hinwegfegen wird. Wenn ich mir aber so die Welt der Kommunikation und des Content Marketings ansehe, ist es für mich nicht der eine große Tsunami, sondern eher eine immer schneller werdende Abfolge von ganz vielen kleinen Tsunamis, die unsere Welt verändern.

Tsunamis bei BMW und ADAC

Ein solcher Schritt ist etwa die – im Moment noch nicht final abgesegnete – Entscheidung des ADAC, die gedruckte Motorwelt nur noch viermal im Jahr erscheinen zu lassen und auf digitale Mitglieder-Kommunikation zu setzen. Oder der Mini-Tsunami bei BMW, wo man mit BMW.com jetzt auf digitales Content Marketing statt Print setzt.

Auch die Neuigkeit, dass Ex-Springer-Leute für Verkehrsminister Scheuer einen Newsroom aufbauen, gehört dazu – und schließlich die kleine Kontinentalverschiebung, als kürzlich eine Personalie beim Stadtportal muenchen.de bekannt wurde, die mich nicht nur aus persönlichen Gründen aufhorchen ließ:

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Da wechselte rechtzeitig zur Wiesn der bekannte Journalist Gunnar Jans von der Telekom-Tochter The Digitale als „Head of Content“ zu muenchen.de und dem frisch zugekauften Portal oktoberfest.de.

Der Wechsel von Gunnar Jans zeigt ein verändertes Selbstverständnis

Ich selbst habe Gunnar vor ein paar Jahren von der Süddeutschen Zeitung, wo er den digitalen Sport am Wochenende leitete, zu The Digitale gelotst. Dass er nun zu muenchen.de wechselt, ist für mich ein weiteres Zeichen dafür, was der digitale Tsunami mit uns allen in der Kommunikationsbranche macht – und wie Content Marketing die Arbeit und das Selbstverständnis von Journalisten ändert.

Denn ich kenne Gunnar gut. Und ich kenne kaum einen anderen Menschen, der das „Journalist sein“ so sehr verinnerlicht hat – und in Jahren als streitbarer und selbstbewusster Sportchef der Münchner Abendzeitung in vielen Kämpfen mit Uli Hoeneß und Co. kultiviert hat. Dass so ein toller, erfahrener Journalist nun zum zweiten Mal zu einem großen Content-Marketing-Portal wechselt, ist bezeichnend.

Bezeichnend für den Wandel in unserer Medienlandschaft.

Man braucht Gunnar nicht zu kennen, um zu wissen, dass noch vor wenigen Jahren ein Wechsel wie dieser für einen journalistischen Hochkaräter seiner Güte undenkbar gewesen wäre. Einfach schon deshalb, weil ein Stadtportal wie muenchen.de gar nicht auf dem Radar eines klassischen Journalisten erschienen wäre.

Heute tut es das. Weil in der heutigen Medienwelt Marken, Institutionen, Unternehmen und auch die bayerische Landeshauptstadt hochwertigen Content produzieren und dafür gute Journalisten brauchen.

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muenchen.de hat bereits jetzt eine enorme Reichweite

Vieles was Marken und Institutionen produzieren, kann sich sehen lassen und durchaus mit etablierten Medien messen, wie harte Zahlen belegen. Diese Zahlen zeigen zum Beispiel bei muenchen.de, dass Gunnar Jans auch in Sachen Reichweite einen echten Aufstieg in eine andere Liga erleben darf.

Laut eigener Angabe erreicht das bisher von Gunnar Jans geleitete Content-Marketing-Portal der Sportmesse ISPO rund 261.000 Besuche (Visits) pro Monat. Laut dem Analyse-Tool Similarweb, das frischere Daten hat, sogar 400.000. Darunter ein erfreulich geringer Anteil von gekauftem Traffic von 13,52 Prozent.

Ein Erfolg, auf den Gunnar und sein ehemaliges Team rund um seine Nachfolgerin Claudia Klingelhöfer wirklich stolz sein können. Er hat bei quasi Null angefangen und die Münchner 4-Tage-Messe in einem überraschend kurzen Zeitraum zu einem ganzjährigen Informationsportal mit fast unbezahlbarer organischer Reichweite gemacht.

Aber muenchen.de ist doch noch eine ganz andere Nummer: Das offizielle Stadtportal der Stadt München hat laut eigenen Angaben rund 2,9 Millionen Besuche jeden Monat, was sich auch in etwa mit den Similarweb-Daten deckt.

Und das fast ausschließlich organisch, nur 0,10 Prozent sind laut Similarweb eingekauft. Um diese Zahlen einzuordnen: Die Abendzeitung München hat laut Similarweb vier Millionen Besucher pro Monat. Also „nur“ eine Million mehr als muenchen.de.

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In München gibt es jetzt eine sechste Tageszeitung

Mit Fug und Recht darf man also sagen, dass die bayerische Landeshauptstadt neben SZ-Lokalteil, tz, Münchner Merkur, Bild München und Abendzeitung längst schon eine sechste Tageszeitung bekommen hat – mit muenchen.de.

Natürlich muss jedem, der diese Zahlen vergleicht, bewusst sein, dass hier auch ganz viele Äpfel und Birnen im Spiel sind. Viele Besucher von muenchen.de kommen auf die Seite, weil sie Behördeninformationen benötigen, sich an- und ummelden möchten, einen Pass beantragen oder das Fundbüro suchen – ganz andere „Intents“ als sie der klassische Besucher einer lokalen Nachrichtenwebsite hat.

Dennoch hat sich hier eine Spannung aufgebaut, die zum nächsten Tsunami führen kann. Dass nun ein Journalist von der Qualität eines Gunnar Jans die Content-Abteilung von muenchen.de leitet, zeigt ganz genau, wohin die Reise geht – beim Behörden-Portal wird nachvollziehbar der Newskanal immer wichtiger.

Es wird ein ganzheitliches Medium für München und alle, die sich für München interessieren. Und eigentlich ist es das schon, wie die beeindruckenden Zahlen zeigen. Man darf gespannt sein, ob Gunnar Jans hier einen ähnlich rasanten Anstieg des Traffics hinbekommen wird wie bei ISPO.com.

Ach ja, apropos Zahlen: Ein Blick nach Berlin zeigt, dass es sogar noch besser geht. Rund 8,5 Millionen Besuche pro Monat berechnet Similarweb für berlin.de. Ob sich da wohl der nächste digitale Tsunami anbahnt?

Zum Autor: Wer sich mit dem Thema digitales Content Marketing und der digitalen Transformation beschäftigt, kommt dabei kaum an Karsten Lohmeyer vorbei. Der 46-Jährige arbeitete lange Jahre als Journalist, gründete das bekannte Medienblog LousyPennies.de und baute u.a. eine Content-Marketing-Tochter der Deutschen Telekom mit auf. Heute entwickelt und realisiert er als Consultant für Konzerne und Agenturen komplexe Content-Marketing-Strategien und beschäftigt sich mit seinem liebsten Steckenpferd, dem Growth Hacking.

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