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Karsten Lohmeyer Klein
Content Marketing Karsten Lohmeyer HR

Content Marketing: Nachwuchs verzweifelt gesucht

LEAD-Kolumnist Karsten Lohmeyer, findet, dass es viele tolle Jobs im Content Marketing gibt – nur leider zu wenig qualifizierte Bewerber.

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Vor einigen Jahren, als ich das erste Mal begann Mitarbeiter für unsere Content-Marketing-Agentur zu suchen, war ich noch recht naiv. Ich kannte ja den Arbeitsmarkt der Journalisten, wo unzählige junge, talentierte und begeisterte Menschen bei jedem Job sofort die Hand heben und bereit sind, selbst für einen Hungerlohn Zeilen zu schinden. Da konnte es doch gar nicht so schwer sein, gute Leute fürs Content Marketing zu finden – das ja in aller Regel auch etwas besser bezahlt wird.

Von Content-Marketing-Talenten keine Spur

Wie gesagt: Ich war naiv. Denn die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Keine Spur von den jungen Talenten, die unbedingt ins Content Marketing wollen. Und dann auch noch in eine Agentur. Stattdessen – und das bestätigen mir viele Kollegen aus fast allen großen und kleinen Agenturen – sieht man viel zu oft nur das, was ich generell als Verzweiflungsbewerbungen bezeichne: Menschen, die nach Jahren guter Arbeit im Journalismus keinen Job mehr finden, suchen ihr Heil im Content Marketing. Denn da wartet man schließlich auf tolle Journalisten.

Leider ist auch das naiv. Wer jahrzehntelang im (Print-)Journalismus gearbeitet hat, kann zwar meistens ganz toll recherchieren und schreiben und sogar ein Heft planen, aber viele der grundlegendsten Fähigkeiten, die man im (digitalen) Content Marketing nunmal braucht, fehlen komplett. Eine echte Weiterbildung hat nicht stattgefunden. Und dann das Thema Kundenkontakt…

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Journalisten wollen und sollen nicht ins Marketing

Ähnlich sieht es leider viel zu oft auch bei dem Nachwuchs aus Universitäten, Volontariaten und Journalistenschulen aus. Selbst Basiswissen wie SEO oder Social ist da oft nur rudimentär vorhanden. So etwas wie strategische Content-Erstellung, Conversion-Denke und datenbasiertes Arbeiten sucht man oft vergebens. Dann ist ja dieses Content-Marketing eh total eklig und unter der Würde eines ehrbaren Journalisten.

Ich kann diesen Dünkel sogar verstehen – und halte ihn in gewissem Maße sogar für richtig. Denn als richtiger Journalist soll man kein Marketing oder PR machen, sondern eben Journalismus, der aufklärt, überwacht und erklärt. Deshalb finde ich es ja auch so richtig und wichtig, dass es jetzt einen Code of Conduct für Content Marketing gibt.

Content Marketing braucht sehr viele Fähigkeiten

Dass sich aber anscheinend so wenige Menschen für eine Karriere im Content Marketing interessieren, betrübt mich sehr. Denn hier kann man die journalistische Freude an tollen Inhalten mit einem echten Mehr an Handwerkszeug verbinden. Gutes, digitales Content Marketing erfordert ja viele Kenntnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen: Strategie und Konzeption, Analyse und Daten, Marketing und PR, SEO und Social, Media und Advertising – und ja, eben auch den Umgang mit den verschiedensten Formen von Inhalten in Text, Bild, Video.

Die Lust auf Content Marketing reicht schon für den Karrierestart

Gerade weil Content Marketing so hochkomplex ist, blieben dann oft nur noch die Kolleginnen und Kollegen, die zumindest Lust auf Content Marketing mitbringen. Der Rest ist dann Ausbildung und "training on the job" – für einen Beruf, den es so bisher gar nicht gab und der schnelle, aufregende Karrieren ermöglicht.

Genau an diese Menschen möchte ich zum Abschluss dieser Kolumne einen Appell richten: Bildet euch intensiv weiter. Gebt euch nicht mit dem zufrieden, was an Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen gelehrt wird, das ist oft bereits veraltet. Forscht selbst. Experimentiert. Bloggt. Und dann bewerbt euch bei einer richtig guten Agentur, die digitales Content Marketing betreibt.

Zum Autor: Wer sich mit dem Thema digitales Content Marketing und der digitalen Transformation beschäftigt, kommt dabei kaum an Karsten Lohmeyer vorbei. Der 45-Jährige arbeitete lange Jahre als Journalist, gründete das bekannte Medienblog LousyPennies.de und baute u.a. eine Content-Marketing-Tochter der Deutschen Telekom mit auf. Heute entwickelt und realisiert er als Consultant komplexe Content-Marketing-Strategien und beschäftigt sich mit seinem liebsten Steckenpferd, dem Growth Hacking.

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