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LEAD 04/18 Startup E-Commerce

Coffee Circle: Wie das Start-up den Kaffeehandel fairer macht

Coffee Circle ist angetreten, den Kaffeehandel fairer zu machen. Doch das geht nur durch Aufklärung. "Für uns ist der Content und die Verbreitung von Wissen über richtig guten Kaffee sehr wichtig“, sagt daher Maria Hänel, zuständig für das Thema Social Media bei Coffee Circle. Wie der Online-Shop erfolgreich wirtschaftet.

Maria Hänel von Coffee Circle (Bild: Coffeecircle)
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LEAD: Euer Online-Shop bietet Kaffee im Abo an. Oder die Möglichkeit, ganz normal Kaffee zu bestellen. Was ist für euch wichtiger: Das Abo oder die Standardbestellungen?

Maria Hänel: Das ist schwer zu sagen. Für uns sind Abokunden genauso wichtig, wie alle anderen Kunden, die ihren Kaffee bei uns bestellen. Wir versuchen das Abo mit Mehrwert zu füllen und es attraktiv zu gestalten. Wir sagen immer, dass wir das Kaffee-Abo so gestaltet haben, wie es uns selbst wünschen würden: jederzeit anpassbar, jederzeit kündbar.

Für viele Kunden ist das Abo aber nicht die richtige Lösung, da ihr Kaffeekonsum nicht regelmäßig genug ist. Deshalb fällt es uns schwer zu sagen, was wichtiger ist. Jeder Kunde, der unseren Kaffee wählt, hat die richtige Entscheidung getroffen und wird deshalb geschätzt. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird es, es diesen Kunden so leicht wie möglich zu machen, den richtigen Kaffee für ihren Geschmack zu finden und das Servicelevel hoch zu halten: alles muss schnell und reibungslos ablaufen.

LEAD: Dann wäre doch ein Dash Button à la Amazon für euch interessant? Also ein Knopf mit dem eure Kunden automatisch Kaffee bei euch nachbestellen können?

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Maria: Das wäre in der Tat sehr schön, ist für uns derzeit technisch noch nicht möglich. Tatsächlich gewöhnen sich die Kunden aber ganz klar an die schnelle Lieferbarkeit von Amazon oder die Rücknahmebedingungen von Zalando und fordern das auch von uns. Das macht Druck, fordert uns aber auch heraus.

LEAD: Was macht euer Angebot so besonders im Vergleich zu anderen Anbietern?

Maria: Sicher sind wir nicht die Einzigen, die richtig guten Kaffee anbieten. Deutschlandweit nimmt die Anzahl von Röstereien exponentiell zu! Doch wir liefern dem Kunden ein Erlebnis, bei dem er sich komplett zurücklehnen kann. Du bestellst bequem online und kannst dir dabei sicher sein, dass dein Kaffee fair gehandelt, natürlich angebaut und schonend geröstet wurde. Gleichzeitig tust du mir jeder Tasse was Gutes.

LEAD: Ihr schreibt auf eurer Website, dass ihr bis 2020 die größte Spezialitätenkaffeerösterei europaweit werden wollt. Wie realistisch ist dieses Ziel?

Maria: Das Ziel ist nicht unrealistisch. Gerade in der Spezialitätenkaffee-Szene gibt es bisher wenige ähnlich größe Mitspieler.

Neben einem hervorragenden Produkt ist für uns genauso wichtig, dass wir das Verständnis dafür schaffen, dass Kaffee ein qualitativ hochwertiges Produkt ist, vergleichbar mit Wein.

LEAD: Wissenstransfer - das erreicht ein Anbieter doch vor allem über Content. Wie erstellt ihr euren Content und wo spielt ihr euren Content?

Maria: Unseren Content erstellen wir inhouse. Wir greifen sowohl aktuelle Trends, Rezepte oder Gedanken, die uns beschäftigen in unserem Blog auf. Aber auch auf unserer Website findest du ein großes Bouquet an Wissen – vom Kaffeeanbau, über die Verarbeitung bis hin zum Zubereitungsratgeber. Diese Inhalte spielen wir natürlich auf den großen Social Media Plattformen, Facebook und Instagram, Twitter und YouTube aus.

Wir profitieren davon, dass es zum Thema Kaffee und Espresso ein unglaubliches Interesse und Engagement gibt – und ein dementsprechend großes Suchvolumen! Organischer Traffic über Google Suchergebnisse ist nach wie vor unser stärkster Traffic Kanal, die meist gelesenen Artikel sind dabei meist älter 3 Jahre. Wenn du zum Beispiel wissen musst, wie du deinen Kaffee für die French Press dosierst, kommst du an auf Google nicht vorbei.

Mit CRM Kampagnen und einem wöchentlichen Newsletter halten wir unsere Kunden auf dem Laufenden. Zum Jahresende informieren wir unsere Kunden gern darüber, was aus dem 1 € Spende zu jedem Kaffeepaket geworden ist und was wir gemeinsam mit ihnen erreicht haben.

LEAD: Wie sieht eure Content-Strategie aus?

Maria: Wir orientieren uns stark daran, was die Kunden und die Community wissen wollen – und verpacken unser Expertenwissen so, dass es jeder verstehen kann. Das ist unser Anspruch. Natürlich gibt es die klassischen Analyse Tools um herauszufinden, was die Leute auf Google suchen – aber vor allem Facebook, Instagram und auch der direkte Kundenkontakt helfen uns dabei zu verstehen, was die Leute wissen wollen.

Wir produzieren Content zu unseren Produkten, den Kaffees und dem passenden Zubehör, zu sämtlichen Kaffeewissen-Themen von Röstung bis Zubereitung oder neuen Trends und Rezepten, aber auch zu unseren Reisen in den Ursprung und erzählen, wo Kaffee eigentlich herkommt.

Wir empfehlen Zubehör, das wir getestet haben und selbst nutzen. Wir nehmen dich mit auf unserer Reise und versuchen auch hinter die Kulissen blicken zu lassen.

LEAD: Und wer erstellt den ganzen Content?

Maria: Unser Content-Team besteht aus 4 Mitarbeitern, unser Marketing-Team insgesamt aus sechs bis sieben Mitarbeitern. Je nach Projekt werden wir von einer externen Fotografin oder einem externen Video Creator unterstützt. Beispielsweise bei der letzten Ernte, im Dezember 2017, haben sie uns bei unserer Reise nach Äthiopien begleitet – sodass wir unsere Eindrücke mit unseren Kunden/Followern teilen können.

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Starkes Marketing für starke Marken

Digitalisierung soll Wachstum bringen, aber nicht nur für die Big Player. Der Mittelstand nutzt diese Chance ebenfalls für sich. Nur wie, ist die Frage. Wie agiert beispielsweise die Firma Sport Schuster in puncto Marketing? Das LEAD Bookazine 03/2018 zeigt, wie der Mittelstand das Marketing im digitalen Wandel gestaltet. Kundenbedürfnisse und eigene Werte – darum sollte es gehen.

LEAD: Wie nutzt ihr Instagram?

Maria: Wir nutzen Instagram vorwiegend als Branding Kanal und als Inspirationsquelle für unsere Kunden. Ganz nach dem Motto: Wir nehmen dich mit, auf unserer Reise zu richtig gutem Kaffee, für alle. Dabei behalten wir im Hinterkopf, dass es keinen Sinn macht, die Kunden unbedingt aus Instagram herauslocken zu wollen à la “Den Blog Artikel findest du hier und da” – wir glauben daran, dass man die Inhalte für jeden Kanal anders verpacken muss, dass gerade auf Instagram die User selten das Medium verlassen und sich gern auf dem Kanal selbst berieseln lassen wollen. Deshalb erzählen wir die Geschichten gern vollständig dort. Wir bieten dir den Link zur Website an, aber du musst ihn nicht nutzen, um die Inhalte zu verstehen.

LEAD: Und ist Instagram auch als Verkaufskanal für euch interessant?

Maria: Prinzipiell, ja. Vor allem, weil Instagram neue Funktionen – weil Instagram Shopping anbietet, mit der es Usern möglich ist auf mobil einzukaufen. Die Produkte werden in der Insta Story oder dem Feed direkt verlinkt. So gelangt der User in wenigen Klicks zum Warenkorb. Bislang sind die Posts aber noch nicht besonders verkaufsstark.

LEAD: Was würdest du als euren wichtigsten Social Media-Kanal bezeichnen?

Maria: So pauschal kann ich das nicht beantworten. Jeder Kanal hat sein eigenes Ziel. Der Mix ist am Ende wichtig. YouTube ist für uns ein Umsatzkanal und wird von vielen Kunden auch als Suchmaschine genutzt. Gerade für Produkttests ist das sehr relevant. Instagram ist für uns ganz stark ein Brandingtool. Wir können mit unseren Kunden schnell kommunizieren und sie hinter die Kulissen mitnehmen. Facebook ist hierbei ähnlich, wobei wir schon feststellen, dass die Communities sich stark unterscheiden. Die Menschen sind auf Instagram sehr viel positiver, offener und besser informiert – während sich auf Facebook doch auch Stimmen aus der Masse melden, die sich noch nie mit uns beschäftigt haben und uns dann vorwerfen, dass wir ja auch nur “ausbeuten” – haben aber noch nie unsere Website besucht. Da muss man einfach ein dickes Fell entwickeln und informative, schlagfertige Antworten parat haben.

LEAD: Nutzt ihr auf Facebook und Instagram auch Anzeigen?

Maria: Wir nutzen Anzeigen auf Facebook und wir experimentieren mit Anzeigen auf Instagram. Dort testen wir gerade, welche Formate am geeignetsten sind. Unser Ziel, gerade bei Anzeigen in Storys, ist, dass die Ad’s sich integrieren, nicht stören, aber dennoch nicht untergehen.

LEAD: Und wie haltet ihr es mit Influencern?

Maria: Wir freuen uns, dass wir gerade auf Instagram eine aktive Community haben, die uns an ihren Kaffeemomenten teilhaben lassen. Wir arbeiten daher mehr mit Kaffeeliebhabern aus unserem Umfeld zusammen, als Influencer zu engagieren. Prinzipiell sind wir auch dafür offen, nur haben wir bisher noch nicht den richtigen Influencer gefunden. Dabei ist für uns Authentizität ein wichtiger Aspekt. Deshalb haben wir bisher darauf verzichtet, Influencer einfach über gängige Plattformen oder Agenturen zu buchen.

LEAD: Wie sehen eigentlich eure Kunden aus?

Maria: Wir haben eine durchwachsene Kundschaft – von Kaffeeanfänger bis Home-Barista ist alles dabei. Dabei gibt es sowohl ein Kunden, die auch gern einmal andere Kaffeeröstereien ausprobieren, als auch Kunden, die sehr treu sind und bei uns einmal ihren Lieblingskaffee gefunden haben. Wir versuchen für dich den passenden Kaffee anzubieten –– ob du jetzt lieber den fruchtigen Filterkaffee trinkst oder den Espresso mit ordentlich Bumms.

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Wie bitte?

Noch nie gab es so viele Möglichkeiten zu kommunizieren. Wie Unternehmen es dennoch schaffen, ihre Botschaft erfolgreich zu vermitteln? Das neue LEAD Bookazine gibt unter anderem Tipps für den Einsatz von Voice-Skills, UX und Change-Management im Arbeitsleben. So gelingt Kommunikation – ohne Missverständnisse.

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