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Digitalisierung Digitale Transformation

Die Mission der Chief Digital Officers in Zahlen

Um sich auf die Digitalisierung einzustellen, setzen viele Unternehmen auf die sogenannten Chief Digital Officers. Sie sollen die Transformation planen, managen und begleiten - oft sogar als Teil der Unternehmensführung.

(Bild: Shutterstock / ESB Professional)
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Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Prozess tiefgreifender Umwälzungen. Der digitale Wandel, noch vor wenigen Jahren als Angelegenheit von High Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley oder aus der "New Economy" angesehen, hat sich längst zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für fast alle Industrien entwickelt. Firmen stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse und Geschäftsmodelle den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Um sich auf die Digitalisierung einzustellen, setzen viele Unternehmen schon länger auf die sogenannten Chief Digital Officers, kurz CDOs. Sie sollen die Transformation planen, managen und begleiten – oft sogar als Teil der Unternehmensführung. So sehr sich die Position in der Wirtschaft mittlerweile etabliert hat, so schnell hat das Anforderungsprofil an Anspruch und Komplexität zugenommen. Die von der Headhunting-Agentur CareerTeam durchgeführte CDO-Studie 2018 gibt einen Einblick in den Status Quo der Digitalisierung aus Sicht von CDOs. Wie beurteilen sie den aktuellen Stand? Wie wirkt sich der Wandel auf die Anzahl der Mitarbeiter aus? Wo bestehen Hindernisse, welche Herausforderungen sehen sie auf die Wirtschaft zukommen?

Zur Klärung dieser und weiterer Fragen gaben 65 CDOs aus Deutschland im Rahmen einer teilstandardisierten, nicht-repräsentativen Expertenbefragung über ihre Einschätzungen und Erfahrungen Auskunft. "Aufgrund ihrer strategischen und führenden Position sind CDOs mehr als jede andere Person dazu in der Lage, den Stand des digitalen Wandels im jeweiligen Unternehmen zu beurteilen", so Dr. Ole Mensching, Gründer und CEO von CareerTeam. Die Teilnehmer arbeiten in unterschiedlichsten Branchen, ihre Unternehmen beschäftigen zwischen wenigen Dutzend und gut 300.000 Mitarbeitern.

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Die Untersuchung bildet damit einen Querschnitt der deutschen Wirtschaft ab und bietet darüber hinaus dank zusätzlichen qualitativen Einschätzungen der Befragten detaillierte Erkenntnisgewinne. Um ausgewählte Ergebnisse in Relation zu setzen, wurden zusätzlich 64 CDOs aus der Schweiz als Vergleichsgruppe befragt.

Mitarbeiterzahl Branchenzugehoerigkeit
Mitarbeiterzahl der befragten Unternehmen (Bild: 2018 CareerTeam GmbH)

Die Position des CDOs

In der deutschen Wirtschaft etabliert sich das Amt des CDOs sowie Positionen mit ähnlichen Funktionen erst nach und nach – sofern sie überhaupt vorhanden sind. Zum jeweiligen Befragungszeitpunkt gab lediglich ein Viertel der Befragten (27,7 Prozent) an, bereits länger als zwei Jahre im Amt zu sein. In der Schweiz traf dies hingegen auf jeden zweiten Digital-Verantwortlichen zu.

Ein weiteres Viertel (24,6 Prozent) der deutschen CDOs waren zwischen einem und zwei Jahren im Amt, ein Drittel (32,3 Prozent) zwischen sieben und zwölf Monaten. Die Befragungsteilnehmer aus der Schweiz wiesen darüber hinaus in den jeweiligen Kategorien bis zu zwei Jahren durchgehend niedrigere Werte auf, haben also eine wesentlich längere durchschnittliche Amtsdauer als die deutschen CDOs vorzuweisen.

CDOs in Deutschland stehen aufgrund des hohen Digitalisierungsbedarfs unter besonderem Druck – gerade in großen Unternehmen und Konzernen. Wie sich dies auf die Fluktuation auf dieser Position auswirken werde, lasse sich allerdings erst in Folgeuntersuchungen feststellen.

Das erhoffen sich Unternehmen vom digitalen Wandel

Die Gründe, warum sich deutsche Unternehmen zu einer vollständigen oder teilweisen Digitalisierung entscheiden, sind mannigfaltig – und nicht immer ist für sie abzusehen, inwiefern sich die Anstrengungen in den jeweiligen Bereichen auszahlen.

In erster Linie erhoffen sich die Befragten vom digitalen Wandel die Erschließung neuer und innovativer Geschäftsmodelle für ihre Unternehmen. Vier von fünf CDOs gaben dies als Motivation für die Einführung von Digitalisierungsmaßnahmen an, für 86,5 Prozent der entsprechend Antwortenden hat sich diese Hoffnung erfüllt – beide Zahlen sind Bestwerte bei dieser FEinen weiteren wichtigen Grund stellt die Erschließung neuer Distributionsund Vertriebswege dar. 70,8 Prozent der Verantwortlichen versprechen sich davon positive Auswirkungen auf das Unternehmen, aus der entsprechenden Gruppe konnten 78,2 Prozent tatsächlich Verbesserungen in diesem Bereich verzeichnen.

Digitalisierungsgruende
(Bild: 2018 CareerTeam GmbH)

So werden Unternehmen digitalisiert

Um ihre Unternehmen für Gegenwart und Zukunft fit zu machen, setzen die befragten CDOs gleichermaßen auf technische Innovationen, wie auch auf strukturelle Veränderungen. So sind die Digitalisierung von Geschäftsprozessen (86,2 Prozent) sowie der Einsatz von Cloudlösungen und die Digitalisierung der internen Kommunikation (je 75,4 Prozent) die beliebtesten Maßnahmen.

Besonders die Tatsache, dass immer mehr Datenaustausch in Clouds stattfindet, ist bemerkenswert: während die Nutzung dieser Technologie im privaten Bereich längst gängige Praxis ist, haben es viele Unternehmen im Sinne der Datensicherheit lange Zeit vermieden, ihre Informationen online zu speichern. "Natürlich schwingt beim Thema 'Cloud Computing' oft die Frage nach der Datensicherheit mit – besonders bei der Nutzung im Unternehmen", weiß Dr. Ole Mensching. "Dennoch wird in Zukunft kaum ein Weg daran vorbeiführen."

Massnahmen Digitalisierung
(Bild: 2018 CareerTeam GmbH)

"Häufig mangelt es Unternehmen schlichtweg an geeignetem Personal, um aus 'Big Data' auch 'Smart Data’ zu machen", so Dr. Ole Mensching. "Die Position des 'Smart Data-Analysten' wird in diesem Kontext zukünftig noch mehr als schon jetzt zu einer Schlüsselposition für die Erschließung und Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle."

Jedes siebte Unternehmen ohne neue Geschäftsmodelle

Die Beliebtheit der Digitalisierung von Prozessen und Strukturen spiegelt sich auch in der Betrachtung der vom digitalen Wandel betroffenen Geschäftsmodelle wieder. So zeigt sich der überwiegende Teil der abgefragten Unternehmen durchaus zukunftsorientiert. In mehr als acht von zehn Firmen (81,5 Prozent) werden sowohl neue als auch bestehende beziehungsweise ausschließlich neue Geschäftsmodelle (3,1 ) an die neuen, digitalen Gegebenheiten angepasst. Gleichzeitig setzt allerdings gut ein Siebtel der abgefragten Unternehmen (13,8 Prozent) bislang lediglich auf die Digitalisierung bereits bestehender Prozesse und Geschäftsmodelle.

Mitarbeiterzahl Branchenzugehoerigkeit
(Bild: 2018 CareerTeam GmbH)

Persönliche Einschätzungen der CDOs zu zukünftigen Herausforderungen

Um die in der Digitalisierung liegenden Chancen nutzen zu können, gilt es aus Sicht der Befragungsteilnehmer allerdings noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Bereits heute ein Hindernis bei der Umsetzung digitaler Transformationsstrategien darstellend (siehe oben), wird es auch in Zukunft darauf ankommen, den unternehmerischen Handlungen zeitgemäße Kulturen zugrundezulegen.

Da Unternehmen nicht nur als Teil der Wirtschaft, sondern auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext agieren, müssen diese Kulturen sich auch nach sozialen Gegebenheiten richten. Dies sieht etwa Cornelius Hilbig, CDO und Head of Digital Services / IT bei der Eissmann Automotive Deutschland GmbH: "Digitalisierung nimmt keine Rücksicht auf die Unternehmens- oder Organisationsgrenzen. Das stellt eine Herausforderung für die Unternehmenskultur dar."

Zu den entsprechenden "ideologischen" Bausteinen gehört neben einer Digitalkultur und einer Kultur der Fehlertoleranz insbesondere auch eine moderne Innovationskultur. Für Nicolay Merkt, Geschäftsführer der Fashion ID GmbH & Co. KG, umfasst dies zwei zentrale Aspekte: "Neben der Bereitschaft, nötige Innovationsbudgets bereitzustellen, braucht es insbesondere Mut zum Risiko und eine gewisse Toleranz gegenüber dem Scheitern."

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