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Change-Prozess: 3 Tipps, wie die Angst vor der Digitalisierung verpufft

Die wenigsten Unternehmen sehen Digitalisierungsprozessen entspannt entgegen - viele Arbeitnehmer denken sogar direkt an Stellenabbau und Steigerung des Arbeitspensums. Wie man das nötige Mindset dafür schafft, erklärt Serienunternehmer David Baus.

In vielen Unternehmen entsteht eine Kluft zwischen der Angst, die Digitalisierung zu verpassen und der Angst vor den Herausforderungen, die das Thema mit sich bringt (Bild: Pixabay)
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Digitalisierung – für keinen mehr ein Fremdwort. Doch die wenigsten Unternehmen sehen Digitalisierungsprozessen entspannt entgegen. Das belegen auch die Zahlen: Jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland weiß nicht, was unter dem Begriff "digitale Transformation" zu verstehen ist. Viele Arbeitnehmer denken bei Digitalisierung an Stellenabbau und Steigerung des Arbeitspensums. Für Unternehmen sind die Konsequenzen, die mit solch gefühlt großen Veränderungen einhergehen, schwer abschätzbar - das gilt sowohl personell als auch finanziell.

Dies führt dazu, dass Unternehmen Digitalisierungsvorhaben oft auf die lange Bank schieben oder gar nicht angehen. Wenn sich Unternehmen an das Thema Digitalisierung heranwagen, begeben sie sich meistens auf unbekanntes Terrain. Diese Angst vor einem solchen noch nie erlebten Change-Prozess ist oft ein großes Problem. Um zukunftsfähig zu bleiben, ist es allerdings notwendig, sich mit digitalen Prozessen auseinanderzusetzen – da gibt es keinen Ausweg.

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Eine zweite große Herausforderung: Die digitale Transformation basiert nicht nur auf der Veränderung durch technische Neuheiten. Besonders wichtig ist es, dass Mitarbeiter in eine solche technische Veränderung einbezogen werden und jeder einzelne abgeholt wird. Denn später sind die Mitarbeiter diejenigen, die mit den neuen Systemen und Prozessen arbeiten müssen.

Fast jeder Dritte befürchtet, dass sein Unternehmen den Anschluss verpasst

Unternehmen und auch deren Angestellte sind sich durchaus im Klaren darüber, dass sie handeln müssen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein – das zeigt eine Umfrage von Dell. 78 Prozent von 4.600 Befragten wünschen sich, die Verbreitung digitaler Transformation in ihrem Unternehmen und fast jeder Dritte befürchtet, dass sein Unternehmen den Anschluss verpasst.

Es zeichnet sich somit eine Kluft zwischen der Angst, die Digitalisierung zu verpassen und der Angst vor den Herausforderungen, die das Thema mit sich bringt. Nicht selten werden Powerpointpräsentationen gebastelt, Prozessmodelle entworfen und Digitalisierungskonzepte geplant – doch wenn es an die Umsetzung geht, passiert nichts.

Mehr zum Thema: Innovationsstau? Keine Angst vor konsequentem Management!

Zu große Vorhaben überfordern

Es geht nicht darum, das nächste Facebook-Imperium aufzubauen und eine der größten Innovationen aller Zeiten zu entwickeln. Denn solche Vorstellungen machen Druck und führen meist dazu, dass ein Projekt gar nicht erst gestartet wird. In vielen Fällen ist es im ersten Schritt viel wichtiger, bestehende Geschäftsfelder zu optimieren, um die Effizienz der gesamten Organisation zu steigern.

Ein schönes Beispiel dafür ist der Fall eines großen deutschen Telekommunikationsanbieters. Sein Ziel: Ein Zeugniserstellungstool zu entwickeln, das von allen Mitarbeitern im Unternehmen bereichsübergreifend genutzt werden kann und sich in das bestehende System integrieren lässt. Dieses Tool wurde also in einer geeigneten Testumgebung aufgesetzt und erst nach unzähligen Tests erfolgreich in die alte Umgebung implementiert. Ein Teilbereich des Unternehmens wurde so digitalisiert, ohne dass andere Arbeitsbereiche von der Prozessoptimierung beeinträchtigt wurden.

Machen ist die Devise

Fehlerkultur ist das Stichwort. Denn nur, wenn Fehler erlaubt sind, wird auch einfach mal gemacht. Um eine solche "Macher-Kultur" zu implementieren, ist es hilfreich, Teams aus ihrem gewohnten Umfeld herauszuholen und ihnen eine Spielwiese zu geben. Eine große Einzelhandelskette testete für sich diesen "minimalinvasiven" Ansatz zur Digitalisierung, um neue Geschäftsfelder zu entdecken. Wie? Das geht zum Beispiel in sogenannten Design-Sprints, bei denen Kleingruppen Ideen konzipieren und validieren und am Ende der Woche der Unternehmensführung präsentieren.

Ein Workshop in unbekannter Umgebung setzt viel Energie frei. Die Erfahrung zeigt, dass Teams nicht nur Spaß haben sich auszuprobieren, sondern auch erfahren, wie einfach es ist einen Prototypen zu erstellen. Diese Erfahrung mit in den Arbeitsalltag zu nehmen, ist sehr wertvoll. Anstehende Projekte werden nach einem solchen Workshop meist offener und positiver angegangen.

Open Innovation als Haltung

Es empfiehlt sich außerdem, das eigene, interne Innovationssystem zu öffnen. Dabei geht es darum, sich Meinungen von der breiten Masse – das können zum Beispiel Kunden sein – einzuholen und die nächste Dienstleistung, das nächste Produkt oder auch interne Prozesse und Strukturen mitzuentwickeln. Durch Fokusgruppen, Interviews oder Umfragen, erhalten Unternehmen neue Einblicke in Bedürfnisse.

So können Prozesse wirtschaftlicher und effizienter definiert, Produkte kundenorientierter gestaltet und neue Technologien sowie ihre Potentiale erörtert werden – ohne großen Aufwand. Die "Stimmen von außen" können von Kunden, Startups oder auch Universitäten kommen. Die Einbindung der eigenen Mitarbeiter in solche Innovationsinitiativen fördert das nötige Mindset und die Öffnung gegenüber der Digitalisierung.

Fazit

Kurzum müssen Unternehmen keine Angst vor der Digitalisierung haben. Denn es ist nie zu spät, eine Transformation anzustoßen und erfolgreich umzusetzen. Wichtig dabei ist es, sich zu Beginn genau zu überlegen, welche Unternehmensziele mit der digitalen Transformation erreicht werden sollen. Außerdem müssen die eigenen Stärken analysiert, genutzt und abgewägt werden, welches Know-how für den Transformationsprozess benötigt wird. Sollte Unterstützung benötigt werden, sollten sich Unternehmen nicht davor scheuen externe Partner mit ins Boot zu holen.

Mehr zum Thema: Warum traditionelle Unternehmen den Marketing-Wandel brauchen

David Baus ist Serienunternehmer aus München. Das erste Unternehmen hat er bereits 2014 gegründet. Über die Jahre folgten weitere Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen. Hierzu zählt unter anderem ein Coworking-Space im Herzen von München.

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