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CES Messe Technik

Was die CES für den Normalverbraucher bereithält

Samsungs gigantischer Fernseher, Roboter, der auf deine Gesundheit achtet, süßer Roboterhund - ist etwas für dich dabei? Die Technikmesse CES 2019 in Las Vegas hat nicht nur skurrile Gadgets vorgestellt, sondern auch echte Alltagshelfer. André Gebel, Vorstand der coma AG, war vor Ort und hat gezielt nach Produkten für Normalverbraucher gesucht.

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Kein Ort scheint mir weiter entfernt von der technischen Innovationskraft der CES wie das Eureka Casino Resort in Mesquite, Nevada. Ein paar verlorene Seelen sitzen vor den bunt-blinkenden Spielautomaten und füttern die Maschinen mit Geld. Kein Smartphone wird bedient, kein Hashtag gesetzt, keine Alexa um Hilfe gebeten. Hier sitzen die Abgeschlagenen unserer Gesellschaft, die weitab vom Trubel der Großstadt auf den "Lucky Punch" hoffen.

Ich setze mich neben Jeff, der gerade so etwas wie eine Glückssträhne zu haben scheint. "Manchmal lassen sie dich gewinnen, um dir danach alles wieder abzuknöpfen" beginnt er das Gespräch und fragt mich wo die Reise noch hingeht. "Zur CES nach Las Vegas" antworte ich selbstbewusst. "CE.. was? Hab' ich noch nie gehört. Aber Vegas ist ein schlimmes Pflaster. Nur Ganoven und windige Verkäufer," meint der Jeff.

Ich lächele und nehme einen zweiten Anlauf: "In Las Vegas findet die größte Tech-Messe der Welt statt. Fast 200.000 Menschen aus aller Welt schauen sich die neusten Fernseher, Wearables und Smartphones an". Jeff lächelt müde und holt einen alten Knochen von Handy aus seiner Hosentasche. "Das ist mein Telefon. Falls die Kinder mal anrufen. Leben beide in Kalifornien. Junge und Mädchen. Meine Frau hat mich schon lange verlassen. Mehr brauche ich nicht".

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Jeff lässt den Knochen verschwinden, greift zu seiner Lederjacke und verabschiedet sich von mir. "Schluss für Heute. Nichts für ungut, Mann aus Germany. Viel Erfolg auf deiner CE… was auch immer. Und bring mir was Schönes mit, aus deiner schönen neuen Welt". Sagt es, verschwindet durch die leicht defekte Drehtür und lässt mich mit dieser Aufgabe zurück. Was könnte ich Jeff wohl von der CES mitbringen?

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Ein neues Smartphone für Jeff?

Vielleicht ja einen neuen Fernseher. Samsung stellt im zweiten Jahr in Folge den Micro LED Giganten "The Wall" in den Mittelpunkt. Dieser 219 Zoll Bildschirm kann nicht nur das TV-Programm oder Filme wiedergeben, sondern auch Kunstwerke oder Regalwände simulieren. Jeff könnte den Superbowl und Breaking Bad gleichzeitig in 8K schauen. Bedienen lässt sich das ganz einfach mit Bixby, dem virtuellen Assistenten von Samsung, der nahezu alle internen Geräte per Sprachsteuerung, Touch oder Texteingabe aussteuert.

Doch vielleicht ist das Jeff einfach zu unpersönlich, vielleicht braucht es den neuen Samsung "Bot Care", einen fahrenden Roboter, der immer ein Lächeln auf seinem Gesichtsmonitor trägt und Gesundheits- und Schlafstatistiken misst und bereithält. Er erinnert Jeff daran, seine Tabletten zu nehmen und schlägt Alarm, falls er mal bewusstlos auf dem Boden liegt. Sein kleiner Bruder "Bot Air" kontrolliert und reinigt die Luft und die große Schwester "Bot Retail" kellnert nebenbei im Restaurant, nimmt am Display Bestellungen auf, vernetzt sich mit dem Smartphone der Gäste und bringt die warme Mahlzeit direkt an den Tisch.

Für den Heimweg könnte sich Jeff ein selbstfahrendes Auto bestellen, welches mit dem neuen Intel Autonomous Vehicle Entertainment System ausgestattet ist, übrigens eine Kooperation mit Warner Brothers und DC. Auf einem 270 Grad großen Screen wird ein Comic-Ride durch Gotham City projiziert und mit immersiven Licht- und Soundeffekten sowie Vibrationen unterstützt.

Ja, das könnte Jeff gefallen. Überhaupt glänzen Auto- und Technologiehersteller wie BMW, Bosch oder Panasonic mit luxuriösen Visionen des autonomen Fahrens. Hätte Tesla in Phoenix nicht diesen schrecklichen Unfall und Rückschlag erlitten, könnte es sich Jeff vielleicht heute schon auf dem selbstfahrenden Motorrad von BMW bequem machen. Ach nein, das braucht ja keinen Fahrer, oder doch? Na ja, es unterstützt vor allem Biker-Novizen bei der Kurvenlenkung. Aber vielleicht ist Jeff ja auch eher der gemütliche Typ und er steht auf einen der vielen Massage-Sessel, wie ihn Lamborghini jetzt vorgestellt hat. Mit 4D-Massagetechnik, 5.1 Lautsprecher-System und Dashboard-Simulation. Ein Sessel für 30.000 Dollar. Oder aber die "Smart Toilet" von Kohler mit eingebauter Alexa, Surround-Lautsprechern und Ambient Light. Der Hersteller verspricht dabei nicht weniger, als ein voll immersives Erlebnis auf dem Klo. Nun…

  • Numi2 0
    (Bilder: André Gebel)
  • Andre In Action
  • Bosch Iot Shuttle
  • Lambosessel
  • Crunch Pie
  • Sony

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Apropos Alexa: Ohne diese charmante Assistentin scheint in der Zukunft kein technisches Gerät mehr bedienbar zu sein, wie bereits 100 Millionen Alexa-ausgestattete-Devices beweisen. Auf der CES gibt es sogar einen eigenen Showroom, wo Partner wie Audi oder Lenovo ihre Integrationen vorstellen. Genau wie der Navigations-Service HERE Technologies, der mit Alexa eine Voice First Navigation ins Auto bringt und nebenbei noch die Social Transport- und Planungs-App SoMo präsentiert. Hier könnte Jeff zum Beispiel eine Fahrt zum Eureka Casino anlegen und so Freunde oder Bekannte über die App einladen, mitzufahren. SoMo zeigt ihm dann den schnellsten Weg und gibt Vorschläge ob Auto, Bus oder Bahn am effektivsten sind. Gleichzeitig sieht er, wo sich seine Freunde gerade befinden, damit er sie auch an der richtigen Stelle abholen oder treffen kann.

Doch wer passt Zuhause auf, wenn Jeff mal unterwegs ist? Natürlich gibt es mittlerweile jede Menge Smart Security Systeme für das Eigenheim, aber keine unterkühlte Technik ersetzt den Freund des Menschen, den Hund. Oder wie Sony sagen würde, den Aibo, jenen kleinen, süßen Roboterhund, der nicht haart und keine Spuren hinterlässt, aber stets mit den Ohren wackelt, den Augen kullert und neuerdings auch in den Plastikknochen beißt.

Aibo
(Bild: André Gebel)

Doch vielleicht ist das alles viel zu viel der neuen Technik für den guten Jeff. Vielleicht möchte er einfach nur mit seinen Kindern telefonieren. Dann aber in perfekter Bild- und Tonqualität mit dem neuen 5G-Standard, für den hier Qualcomm mächtig an der Werbetrommel dreht. Es wird die neue digitale Revolution, die VR und AR endlich voranbringen wird, die Menschen, Maschinen und Devices effektiver miteinander kommunizieren lässt und neue User Experiences schafft. So etwas braucht Jeff und vielleicht macht ihm ja das neue FlexPai von Royole Spaß, welches immerhin das erste Smartphone mit einem faltbaren Display ist. So kann er es im ausgeklappten Zustand wunderbar als Tablet nutzen.

André Gebel ist Vorstand Beratung und Strategie bei der Coma AG in München. Zu den Kunden der Digitalmarketing-Agentur zählen unter anderem Saturn, Tempo, Webasto, Philip Morris, Demak Up und der Deutsche Alpenverein. Privat schreibt er seinen Reiseblog unter: www.turnagain.de.

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