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Über die neue, automatisierte Bedrohung für Spieler und Entwickler schreibt Paul H. Müller, Co-Founder und CTO bei Adjust, in seinem Gastbeitrag (Bild: iStockphoto)
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Bot Fraud in Apps: Die Lösung liegt buchstäblich auf der Hand

Bots haben es auch auf die milliardenschwere Mobile-Gaming-Branche abgesehen. Über die neue, automatisierte Bedrohung für Spieler und Entwickler schreibt Paul H. Müller, Co-Founder und CTO bei Adjust, in seinem Gastbeitrag.

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Gaming hat schon immer von dem Wettbewerb der Spieler untereinander profitiert. Egal ob die Jagd nach der höchsten Punktzahl in den Arcade-Games der 80er Jahre oder die Niederlage gegen einen unbesiegbaren Gegner auf Fortnite: Von einem außergewöhnlich starken Rivalen geschlagen zu werden, ist nicht ungewöhnlich, aber Spieler und Entwickler stehen jetzt einer neuen, automatisierten Bedrohung gegenüber, dem In-App-Bot-Fraud.

Diese Betrugsmethode ist im E-Commerce bereits allgegenwärtig: Zum Beispiel kaufen Bots blitzschnell limitierte Sneaker auf, bevor echte Kunden reagieren können. Doch die Bots haben es auch auf die milliardenschwere Mobile-Gaming-Branche abgesehen. Bei einem branchenweiten Umsatz von schätzungsweise 61,3 Milliarden Dollar in 2018 ist das nicht verwunderlich.

Die Auswirkungen betreffen Nutzer und Entwickler auf vielfältige Weise

Bots werden speziell für ein Spiel programmiert, um Aufgaben schnell und effizient zu lösen und imitieren menschliches Verhalten auf ausgeklügelte Weise. Sie verhalten sich genauso, wie ein realer Spieler und lösen dadurch keine Sicherheitswarnungen aus. So können sie ungehindert Spiel-Währung anhäufen, Belohnungen freischalten und scheinbar unerreichbare Platzierungen in den Ranglisten erzielen. Die Auswirkungen von In-App-Bot-Fraud sind weitreichend und betreffen Nutzer und Entwickler auf vielfältige Weise.

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Der Erfolg eines Mobile Games hängt mehr als bei jeder anderen Plattform von der Zufriedenheit seiner Nutzer ab. Mobile Gaming ist ein soziales Erlebnis, egal ob es um ein Gefühl der Gemeinschaft, Gespräche mit Freunden oder den Wettkampf mit anderen Spielern geht.

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Besonders im Mid-Core Gaming ist die Unzufriedenheit ein großes Problem

Wenn Bots alle Auszeichnungen und Belohnungen erhalten, ist das demotivierend für echte Spieler, die versuchen, in einem Spiel voranzukommen. Der Markt für Mobile Games ist heiß umkämpft und Spieler können zurzeit aus über 800.000 verschiedenen Games in den App-Stores von iOS und Android auswählen. Wer mit einem Spiel unzufrieden ist, kann ganz einfach zum Wettbewerber wechseln.

Diese Unzufriedenheit ist insbesondere im sogenannten Mid-Core Gaming ein großes Problem. Denn hier kaufen Spieler oft Ressourcen, anstatt auf die Zuteilung von Energie und Währung im Game zu warten, die in gewissen Zeitabständen freigeschaltet werden.

Der generierte Umsatz in dieser speziellen Branche kann sehr ungleichmäßig verteilt sein, wobei ein kleiner Prozentsatz der engagierten Spieler oft den größten Teil der Einnahmen generiert.

Es sind also die Spieler, die Hunderte oder sogar Tausende von Dollar ausgeben, die sich am meisten um die empfundene Fairness eines Spiels kümmern. Und wenn sie mit ihrem Einsatz (und ihrem Umsatz) die gleichen Ergebnisse erzielen wie jemand, der mit Bots betrügt, werden sie sofort aus dem Spiel aussteigen und dem Game als umsatzstarke Spieler verloren gehen.

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Statt für In-App-Käufe geben Spieler das Geld für Bots aus

Aber Bots sind nicht nur eine Bedrohung für die Benutzerfreundlichkeit. Sie können das Umsatzmodell des Spiels grundlegend schädigen. Einige Spieler nutzen einen Bot-Abonnement-Service für Gaming-Bots, die ohne viel Aufwand online gekauft werden können, um Belohnungen einzusammeln.

Anstatt also In-App-Käufe zu tätigen, auf die viele Games angewiesen sind, geben die Spieler das Geld für Bots aus, was die Wirtschaftsstruktur des Games verzerrt und den Entwicklern Umsatzeinbrüche verursacht.

All diesen Bedrohungen ist gemeinsam, dass der Kern des Problems in der Schwierigkeit ihrer Erkennung liegt. Exakte Simulation menschlichen Verhaltens durch die Verwendung fortschrittlicher Technologien wie Bilderkennung und anderer maschineller Lerntechniken machen es schwierig, die Bots von echten Nutzern zu unterscheiden.

Der für die Bekämpfung von Bot-Betrug erforderliche Aufwand kann Entwickler von wichtigen Verbesserungen des Games und notwendigen Updates abhalten und die Benutzerfreundlichkeit des Games weiter beeinträchtigen.

Ein so raffinierter Gegner erfordert daher eine ebenso raffinierte Reaktion. Und hier liegt die Lösung buchstäblich auf der Hand: Datensätze, die der Bot nicht nachahmen kann, können auf innovative Weise genutzt werden.

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In einer komplexen Methode liegt die Lösung

Der Schlüssel liegt in den Datenpunkten, die von Bots nur schwer nachgeahmt werden können. Anonymisierte Sensordaten wie Berührungsstärke, Tippgeschwindigkeit und Scroll-Aktion sind für den menschlichen Benutzer einzigartig. Diese Daten können verwendet werden, um ein Machine-Learning-Modell zur Unterscheidung von echten Spielern und Bots zu entwickeln.

Diese Methode ist sehr komplex und schwierig in interne Prozesse zu integrieren, aber genau hier liegt die Lösung. Die Entwicklung maßgeschneiderter Modelle, die genau auf die einzigartige Benutzerbasis einer App zugeschnitten sind, ist der einzige Weg, um gegen Bots zu gewinnen.

Bots haben eine enorme Entwicklung durchgemacht, können aber nach wie vor nicht das einzigartige Verhalten eines menschlichen Nutzers nachahmen. Ein Mobile Game wächst und gedeiht durch die Nutzung und den Spaß der Spieler, und so passt es wunderbar, dass die Antwort auf den Schutz dieser Spiele vor der Bot-Bedrohungen buchstäblich in den Händen der Spieler liegen kann.

Paul H. Müller ist CTO und Co-Founder von Adjust und ist verantwortlich für den Aufbau und die Skalierung der Technologie des Unternehmens.

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