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© Lisa Haensch
Blogger Social Media Content Marketing

Plötzlich Blogger: Ein Erfahrungsbericht

Habt ihr auch eine Blog-Idee, die man "irgendwann mal machen müsste"? Unser Kollege Frank Zimmer brauchte Jahre, bis er endlich loslegte. Dann aber mit Vollgas. Ein Erfahrungsbericht in vier Teilen.

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Seit gut drei Monaten habe ich ein Hobby, das ziemlich viel Zeit und auch ein bisschen Geld kostet, aber immer noch großen Spaß macht. Ich tue dafür Dinge, die ich mir früher nie hätte vorstellen können. Zum Beispiel stehe ich jeden Tag spätestens um 6 Uhr morgens auf, um noch vor dem Frühstück RSS-Feeds mehrerer Lokalzeitungen in Rheinland-Pfalz und in Hessen zu scannen.

Ich bin neuerdings Blogger. Dafür habe ich ziemlich lange gebraucht. 

Bloggen an sich ist nichts besonderes. Man twittert ein bisschen, postet auf Facebook und schreibt vielleicht ein- bis zweimal im Jahr einen kleinen Artikel auf seiner Website. Das habe ich selbst jahrelang getan, ohne mich jemals als "Blogger" zu fühlen. Jeder kann das definieren wie er möchte, aber meiner Meinung nach macht die Leserorientierung den Unterschied aus: Blogger konzentrieren sich nicht auf sich oder auf ihren Bekanntenkreis, sondern auf ihre Leser. Dabei ist es völlig egal, ob sie es hauptberuflich, nebenberuflich oder - so wie ich - einfach nur vor dem Frühstück tun.

Vom Zwischenlager zum richtigen Blog

Vielleicht kennt ihr das: Man trägt jahrelang die Idee mit sich rum. Man reserviert eine Domain und richtet vielleicht sogar schon eine Mailadresse ein, macht aber nichts weiter. Dann und wann bucht der Webhoster niedrige zweistellige Beträge für das Paket "PowerWeb Starter" ab. Man zahlt für "PowerWeb Starter", startet aber trotzdem nicht.

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Irgendwann fing ich sogar an, den ungenutzen Mail-Account als eine Art Zwischenlager für wichtige Dateien zu nutzen. Ich schickte mir zum Beispiel das Smartphone-Video dorthin, auf dem meine jüngste Tochter zum ersten Mal ohne Stützräder Fahrrad fährt. Wo wäre es sicherer aufgehoben als in diesem toten Digital-Briefkasten dachte ich mir. Nur Archäologen würden irgendwann darauf kommen. 

Einmal fing ich aber dann doch einen Text an. Den ersten Blog-Artikel, mit dem alles beginnen, der alles erklären und möglichst viele Leute beeindrucken sollte.

Das Thema meines Blogs würde eine bestimmte Region sein, das so genannte Obere Mittelrheintal, alte Heimat der Familie und "Welterbe" im Sinne der Unesco. "Mittelrheingold" sollte er heißen, und mittelrheingold.de hatte ich mir reserviert. Ich war bei diesem ersten Text so ambitioniert, dass ich für ein paar Sätze einen ganzen Abend brauchte. Am nächsten Abend wollte ich ihn zu Ende schreiben. Dann kam irgendwas dazwischen, wahrscheinlich Netflix. Ich verschob den Text zuerst auf den nächsten Abend und dann auf das Wochenende, fasste ihn aber nie wieder an. Zum Glück. Denn irgendwann kam ich dahinter, dass auch bei einem persönlichen Format wie dem Blog der Blogger nicht im Mittelpunkt steht. Was zählt, sind das Thema, die Leser und die Marktlücke.

Was zählt, sind da Thema, die Leser und die Marktlücke

Hilfreich für diese Erkenntnis war das sehr empfehlenswerte Buch  "Transformale Produkte" von Matthias Schrader. Nicht, dass ich meinen kleinen Blog für ein "transformales Produkt" halten würde, aber Schrader erklärt dort sehr gut, warum Kundenbedürfnisse im Zweifelsfall immer wichtiger sind als ein besonders hoher Grad an Digitalität, Originalität oder Technik. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, ist es zum Beispiel sinnlos, 20 Digital-Euphoriker in einen "Alles-neu-und-grüne-Wiese"-Workshop zu sperren, wenn nicht einen einzigen von ihnen interessiert, was seine Kunden brauchen könnten.

Für angehende Blogger lässt sich das in einer einzigen Frage zusammenfassen: Welchen Mehrwert kannst du welchem Publikum bieten?

In meinem Fall kamen mir die Antworten ziemlich einfach vor:

Publikum? Klar, das sind die Leute, die im Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal wohnen oder - so wie ich - der Gegend verbunden sind. Keine 08/15-Touristen, die genau so gut an der Mosel oder auf Mallorca  urlauben könnten - obwohl es davon eine Menge gibt. Es geht um Leser, die sich mit der Region identifizieren. 

Mehrwert: Die Zielgruppe hat noch kein gemeinsames Medium. Die Verbreitungsgebiete der Tageszeitungen überschneiden sich nicht und wegen der Ländergrenze Rheinland-Pfalz/Hessen haben die Leute noch nicht einmal einen gemeinsamen ARD-Sender. Jemand muss für sie die Nachrichten aus den unterschiedlichen Zeitungs- und Sendergebieten zusammentragen und auf einer einzigen Plattform kuratieren. Genau mein Job.

​Morgen lest ihr

Von der groben Idee zum Launch in zwei Wochen oder: Ohne Wordpress wäre das alles nie passiert. Hier geht's direkt zu Teil 2.

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