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Blockchain LEAD 03/18 Startup

Das Start-up Centrifuge revolutioniert mit Blockchain die Finanztechnologie

Mit der B2B-Plattform von Centrifuge können Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen selbst verwalten - dank der Blockchain-Technologie. Es geht darum, Finanzierungen zwischen Kunden und Firmen schneller und günstiger abzuwickeln. LEAD hat mit dem CEO Maex Ament gesprochen.

(Bild: Stockphoto)
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Wäre Maex Ament 20 Jahre jünger, gerade mit der Uni fertig und auf der Suche nach einem Berufseinstieg, würde er sich die Blockchain-Technologie auf jeden Fall genauer anschauen. Er ist CEO von Centrifuge. Das ist ein Berliner Start-up, das eine offene, dezentrale Blockchain-Plattform für den Handel und Geschäftstransaktionen zwischen Unternehmen aufbaut.

Im Kern geht es um Finanzierungen. Kleinunternehmen und Mittelständler haben heute noch beschränkt Möglichkeiten, Rechnungsabwicklungen schnell und günstig vorzunehmen. Oftmals dauert es mehrere Wochen. Und das obwohl Liquidität ein entscheidender Faktor innerhalb der finanziellen Supply Chain ist. Maex Ament will mit den anderen beiden Gründern Martin Quensel und Philip Stehlik mit der blockchainbasierten Plattform Centrifuge die Zahlungen leichter abwickeln. Etwa Kredite oder Lieferantenfinanzierungen. Auf die dezentrale Plattform sollen auch Dritte Zugriff haben, um eine gemeinsame Infrastruktur nutzen zu können.

"Uns geht es darum, dass jedes Unternehmen dieser Erde seine eigenen Daten, seine Geschäftsbeziehungen selbst verwaltet und behält", sagt Ament. Es soll kein Mittelsmann, kein Vermittler die Geschäftsbeziehungen zwischen Kunden und Unternehmen pflegen. "Weltweit, aber vor allem in Europa, haben Kleinunternehmer und Mittelständler keinen Zugang zu vorteilhaften Finanzservices", erklärt Ament. "Wenn ich einen Kredit brauche und nicht 120 Tage auf mein Geld warten möchte, dann gibt es da kaum günstige Alternativen."

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Die Ethereum-Blockchain und die Smart Contracts

Ein kleiner Exkurs, welche Art von Blockchain das Start-up Centrifuge für seine Plattform verwendet: Es geht um Ethereum. Die Plattform verbindet die Vorteile von Blockchain mit automatisch ausführbaren und programmierbaren Aktionsketten, das sind die sogenannten "Smart Contracts". Sie digitale Verträge, die automatisiert funktionieren und treten immer bei bestimmten Ereignissen in Kraft und folgen dem "Wenn-dann-Prinzip". Sie benötigen von daher keine menschliche Überwachung. Dieses Blockchain-Prinzip ist attraktiv für fast alle Branchen. Deswegen arbeiten viele Start-ups mit Ethereum anstatt mit einer eigenen Blockchain als Basis.

Dem Start-up Centrifuge geht es ebenfalls um diese Smart Contracts. "Ich kann als Kunde beweisen, dass ich eine Geschäftsbeziehung mit einem Unternehmen pflege und ich kann beweisen, dass dieses mich in 120 Tagen bezahlen wird und ich kann beweisen, dass es mich auch in den letzten zwei Jahren immer bezahlt hat", erklärt Ament. Und dieser Beweis einer Geschäftsbeziehung ist es, den ich nutzen kann, um Finanzservices mit der Blockchain zu verwalten.

13 Menschen arbeiten bei Centrifuge in Berlin. Zwei große deutsche Unternehmen hat das Start-up schon als Kunden gewonnen. Welche Unternehmen das sind, kann das Start-up noch nicht verraten. Erst in sechs bis zwöf Monaten wird sich herausstellen, ob die blockchainbasierte Lösung einen Nutzen bringt.

Die Zukunft von Blockchain

Maex Ament sieht in Blockchain großes Potenzial – Vor allem wegen Offenheit und Transparenz. Jede Privatperson behält seine eigenen Daten. Niemand wird mehr von großen Konzernen wie Google oder Facebook und anderen Marktplätzen abhängig zu sein. "Passieren wird das nicht nächstes oder übernächstes Jahr. Vermutlich erst in 15 bis 20 Jahren", sagt Ament. "Das fühlt sich an wie im Jahr 1995, wo die wenigsten Leute erkannt haben, was das Internet alles verändern wird." Damals konnte man lediglich E-Mails verschicken und viele Menschen haben sich gefragt, warum sie schnelles Internet bräuchten, die E-Mails würden ja auch so verschickt. "Das liegt 20 Jahre zurück und so ungefähr wird das bei der Blockchain auch sein. In 20 Jahren wird die Technologie selbstverständlich sein, momentan ist sie schwer zu verstehen."

Ob sich Unternehmen die Blockchain-Technologie genauer anschauen sollten? Der CEO von Centrifuge behauptet, man sollte vorsichtig sein. "Wenn ich ein Großunternehmen leiten würde, würde ich nicht meine komplette IT-Struktur umstellen und das ganze Geld auf die Blockchain verlagern", sagt er. Lieber sollte man sich mit der Technologie vertraut machen und noch ein bisschen warten, bis die Blockchain entwickelt ist.

Wirklich interessant sei die Blockchain für alle, die sich für Technologien interessieren, sei es Beratungsfirmen, Entwickler oder Berufseinsteiger. Für sie hält die Blockchain laut Ament spannende Möglichkeiten offen. "Da ergibt es Sinn, sich die Blockchain genauer anzuschauen, weil ich denke, dass da fantastische neue Berufschancen und Geschäftsfelder entwickelt werden", sagt er.

Also ein Appell an alle Krypto-Fans: Macht was aus der Blockchain.

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Die Blockchain-Technologie soll nach der Erfindung des Internets die nächste große digitale Revolution werden. Aber kaum jemand kann erklären, was die Blockchain eigentlich ist. Dabei wird sie viele Bereiche im Leben grundlegend verändern – nicht zuletzt das Marketing. LEAD klärt auf - so leicht und verständlich wie eben möglich.

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