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Blockchain Bitcoin Technologien

"Lightning Torch": Warum Menschen weltweit Bitcoins wie Kettenbriefe weitergeben

Damit in der Zukunft auch einer größeren Anzahl von Menschen schnelle Bitcoin-Zahlungen möglich sind, wurde im Jahr 2015 das Bitcoin Lightning Network erfunden. Was das für Vorteile hat, zeigt die Aktion eines Twitter-Users, bei der Bitcoins wie eine Art Kettenbrief an Menschen weltweit verschickt wurden.

Menschen aus über 30 Ländern schicken sich gegenseitig Bitcoins - um die Vorteile des Lightning-Network von Blockchain zu nutzen (Bild: Aziz Acharki/Unsplash)
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Ein unbekannter Norweger auf Twitter namens @hodlonaut startete am 19. Januar ein Bitcoin-Experiment: Er verschickte 100.000 Satoshi (0,001 Bitcoin) an eine ausgewählte Person, die auf seinen Tweet antwortet. Diese wiederum soll versprechen, 10.000 Satoshi draufzulegen und die Summe an eine dritte Person ihrer Wahl zu senden.

Die Bitcoin-Fackel ging bisher an mehr als 130 Menschen aus 37 Ländern:

Dabei stellt sich die Frage: Welcher Sinn steckt hinter dieser Aktion?

Mit dem Bitcoin Lightning Network das Skalierbarkeitsproblem lösen

Bitcoin hat ein Skalierbarkeitsproblem. Das bedeutet: Nutzt irgendwann eine größere Anzahl von Menschen Bitcoins als Transaktions- und Zahlungsmittel, wird der "Kanal" verstopft und die Zahlungen verlangsamen sich. Ein Vergleich: Die Visa-Card schafft mindestens 1700 Transaktionen pro Sekunde, PayPal insgesamt 60.

Bei Bitcoin sind es etwa 300.000 Zahlungen täglich, das entspricht lediglich rund drei bis vier Transaktionen pro Sekunde. Das ist zum heutigen Zeitpunkt nicht sonderlich schlimm, da weltweit bei weitem nicht so viele Menschen die Kryptowährung nutzen.

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Warum sind Bitcoin-Zahlungen so langsam? Jede Bitcoin-Transaktion wird von allen Teilnehmern (die Bitcoin-Miner) im Netzwerk empfangen, validiert und gespeichert. Das erhöht zwar die Transparenz, ist aber nicht wirklich effektiv. Das könnte sinnvoller gelöst werden wie etwa beim Carsharing: Man stelle sich vor, fünf Freunde wollen in die Schweiz zum Skifahren und sind jeweils mit eigenem Auto unterwegs.

Hier kommt das Bitcoin Lightning Network ins Spiel, das sich noch in der Entwicklungsphase befindet und noch nicht so verbreitet ist. Joseph Poon und Thaddeus Dryja wollten schon vor vier Jahren Bitcoin für die Zukunft fit machen und haben das Lightning-Network in einem White Paper vorgeschlagen. Das neue Netzwerk soll mit separaten Channels das Skalierbarkeitsproblem von Bitcoin lösen. Das soll ungefähr so funktionieren: Ich schicke einen Bitcoin an eine Freundin und diese Transaktion wird nur in meinem und ihrem Netzwerk gespeichert. Das erhöht neben der Skalierbarkeit und der Schnelligkeit als Bonus-Vorteil die Privatsphäre, denn bisher kann jeder sehen, wer wieviel an eine Person überweist.

Der Twitter-User @hodlonaut hat zum Beispiel für seinen Bitcoin-Kettenbrief den Channel tippin.me genutzt. Damit kann man ganz schnell und einfach auf Basis des Bitcoin Lightning Networks kleine Zahlungen peer-to-peer überweisen. Wer am Ende der Lighting-Torch-Aktion das ganze Geld bekommen soll, möchte der Initiator abstimmen lassen. Es gibt drei Möglichkeiten: die Coinpanic Community Jar, die Bitcoin Venezuela Initiative und ein Weltraum-Blogger. Bisher ist aber noch kein Ende des Experiments in Sicht: Die Bitcoin-Fackel wird weitergereicht.

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