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Die Digitalisierung hat auch die Bestattungsunternehmen erfasst (Foto: Getty Images/ferrantraite/E+)
Start-up Digitalisierung Spotlight

Bestattung per Mausklick

​Mymoria ist das erste digitale Bestattungsunternehmen. Eine Beerdigung von zu Hause aus am PC zu planen, klingt vielleicht im ersten Moment seltsam. Die drei Berliner Gründer erklären, warum ihre Idee funktioniert.

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Auf mymoria.de können Angehörige von zu Hause aus Bestattungen online planen, sich in Ruhe informieren und mit der Familie austauschen. Das gleiche gilt für Bestattungsvorsorgen, bei denen sich "Kunden" frühzeitig nach ihren Wünschen alles aussuchen und somit ihre Angehörigen entlasten.

Bei einem Sterbefall im Freundeskreis hatten die Gründer Björn Wolff, Peter Kautz und Heiko Reintsch mitbekommen, wie optimierbar die Prozesse bei einer Bestattungsplanung sind. Die drei gründeten Mymemoria.de, die Firma mit Sitz in Berlin beschäftigt aktuell 20 Mitarbeiter. Zu den digitalen Angeboten gehören unter anderem das Bezahlen per Bitcoins, digitale Kondolenzbücher oder das Live-Streaming einer Trauerfeier für Trauernde, die nicht zur Bestattung anreisen können.

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Was macht eure Firma aus?

Dem Bestattungsmarkt fehlte es an Transparenz, was Preise und Informationen angeht. Wir nutzen das Internet für eine volle Kostentransparenz, durch die unsere Nutzer von vornherein den Gesamtpreis sehen und ihrem Budget anpassen können. Außerdem kann sich jeder über Fragen zu Tod, Trauer und Bestattung informieren. Wir wissen, dass es viele Fragen zu dem Tabuthema Tod gibt, über die nicht gesprochen wird. Bei uns kann man das machen, bei Bedarf auch anonym. Unser Hashtag lautet #wirsprechendrueber.

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Wie sieht der Prozess aus? Ruft man direkt bei euch an, oder schreibt man eine E-Mail?

Das geht beides, aber die Idee ist, dass der Nutzer auch ohne persönlichen Kontakt alles online planen kann und wir alles für ihn erledigen. Viele unserer Kunden bevorzugen aber zusätzlich noch das persönliche Telefonat, wofür unser Team aus Bestattungsexperten Tag und Nacht zur Verfügung steht. Bei einem aktuellen Sterbefall benötigen die meisten Kunden erst mal Informationen, welches die nächsten Schritte sind. Vieles davon können wir aber schon erledigen, wenn wir beauftragt werden. Dafür brauchen wir als erstes eine Vollmacht und übernehmen dann alles Weitere.

Gibt es einen typischen Arbeitstag?

Für unsere Bestattungsexperten im Team gibt es keinen üblichen Arbeitstag. Sie sind bei Bereitschaft Tag und Nacht für Kunden und Anfragen von Angehörigen da. Außerdem organisieren sie die Bestattungen und achten darauf, dass die individuellen Kundenwünsche umgesetzt werden. Beim Rest des Teams, also den Entwicklern, Marketing-Managern oder Finanzverantwortlichen, sieht der Arbeitstag vermutlich so aus wie in vielen anderen Start-ups auch – man weiß morgens nie so genau, was bis abends alles passiert.

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Die Gründer Peter Kautz, Björn Wolff und Heiko Reintsch (Foto: Mymoria)

Wie geht ihr persönlich mit dem schwierigen Thema von Tod und Bestattung um? Gibt es bei Bedarf psychologische Hilfe für eure Teammitglieder?

Wir können alle zu den Schicksalen unserer Kunden eine gewisse Distanz wahren. Das müssen wir auch, um Angehörige in schweren Zeiten optimal betreuen zu können. Wir wollen ihnen so viel wie möglich abnehmen, damit sie die Zeit für einen würdigen Abschied haben. Wenn uns Fälle doch besonders nahe gehen, reden wir untereinander viel darüber und bieten unseren Mitarbeitern natürlich jede Hilfe, die sie benötigen. Am meisten helfen uns aber die positiven Rückmeldungen unserer Kunden und das Wissen, dass sie durch unsere Unterstützung in Ruhe trauern können. Das ist wirklich ein tolles Gefühl, denn man merkt, wie dankbar diese Personen sind.

Wie kommen eure Kunden auf euch?

Unsere Kunden haben entweder über uns gelesen, wir wurden empfohlen, oder sie finden uns bei ihrer Online-Suche nach Informationen für eine Bestattung oder eine Bestattungsvorsorge. Man kommt zum Glück durchschnittlich nur alle 18 Jahre in die Situation, eine Bestattung planen zu müssen. Da wissen die wenigsten, was zu tun ist und googeln natürlich erstmal. Hier stoßen sie sehr schnell auf uns. Unsere Nutzer sind ganz unterschiedlichen Alters, auch die ältere Generation ist online ziemlich umtriebig, das wird oft unterschätzt. Oftmals plant aber auch die Enkelgeneration Bestattungen über mymoria.de, um ihre Eltern beim Tod eines derer Elternteile zu unterstützen.

Warum ist es besser, über Mymoria eine Bestattung zu organisieren und nicht über einen lokalen Bestatter?

Insbesondere wenn jemand nicht am Sterbeort wohnt, ist Mymoria deutschlandweit eine Alternative. Außerdem bieten wir die besagte Kostentransparenz und sind im Durchschnitt 30 Prozent günstiger als der lokale Bestatter. Wir vergleichen uns aber nicht mit lokalen Bestattern, sondern erweitern lediglich das Spektrum an Möglichkeiten für unsere Kunden, eine Bestattung zu planen. Jetzt eben digital. Wir wollen unseren Service in Zukunft auch in anderen europäischen Ländern anbieten.

Dieser Artikel erschien zuerst im sisterMAG N°37.

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