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Stephan Schreyer (Grafik: Uli Kurz)
Podcast Kolumne Audio

Best Cases sind für die Tonne

Du hast die Überschrift richtig gelesen: Best Cases sind für die Tonne. Für das Content-Format Podcast sind sie sogar nahezu wertlos, findet LEAD-Kolumnist Stephan Schreyer.

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Unlängst war ich auf der Marketing-Konferenz Munich Marketing Week und habe dort meinen Senf zum Thema Corporate-Podcasts abgegeben.

Mein Credo: Audio-Strategie. Konsequente individuelle strategische Konzeption. Mut zur Kreation und auditivem Storytelling. Dann wird es was mit Corporate-Podcasts im Kommunikations- oder Marketingmix.

Zufrieden mit meiner Performance und den vorgetragenen Fakten, lehne ich mich in der Pause an der Bar zurück, trinke einen Latte Macchiato mit rechtsdrehender Sojamilch und kühlendes Hipster Wasser aus Oberbayern. Dann werde ich angesprochen. In Erwartung fulminanten Feedbacks und Folgeaufträgen möchte ich schon meine Visitenkarte zücken und generös übergeben.

Aber es kommt anders.

Warum so viel Strategie und Konzept?

Kein Visitenkartenwunsch, kein Honig ums Maul. Stattdessen bekomme ich ordentlich die Leviten gelesen.

Warum so viel Strategie und Konzept? Das sei Standard, überbewertet. Man lerne am besten von den anderen und mit Best Cases. Sprichts, drehte sich um und entschwindet. Wumms - das hat gesessen!

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Doch dieses Feedback ist Quatsch. Und das hat nichts mit dem verletzten Ego einer Rampensau zu tun. Es ist absoluter Quatsch, weil es um Corporate-Podcasts geht.

Du hast die Überschrift also richtig gelesen. Best Cases sind für die Tonne. Für das Content-Format Podcast sind sie nahezu wertlos.

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Wer analysiert, führt!

Wann steigt der Kunde aus? Eine Website ohne Tracking kann funktionieren, muss aber nicht. Wie Analytics dabei hilft, den Kunden besser zu verstehen und die Basics des Trackings: Jetzt im aktuellen LEAD Bookazine 2/2019.

Bevor du dich aufregst, weil du Best Cases für das Nonplusultra hältst und von den "Besten" lernen willst: Kontaktiere den Chefredakteur dieses Mediums an dieser Stelle noch nicht, um dafür zu sorgen, dass meine erste Kolumne gleich die letzte sein wird: Atme tief durch. Entspanne dich. Lese die Kolumne bis zum Ende. Es lohnt sich!

Natürlich kenne ich all die Zwänge, die in Agenturen und auf den Fluren der Marketingabteilungen herrschen. Ich weiß, wie die Realität aussieht. Ich bin bestens vertraut mit dem "extrem kreativen" Input seitens Vorgesetzter und Kunden, den Ansagen wie: "Machen Sie das doch so wie die bei..., das knallt richtig!", "Das Rad müssen wir nicht neu erfinden" bzw. "Wir gehen kein Risiko ein". All das habe ich oft gehört - leider viel zu oft!

Ist es wirklich eine gute Idee, ganze Heerscharen an Beratern, Consulting Agencys und sonstigen Chartmalern in Frage zu stellen, die von Best Cases leben? "You only live once", das haben schon Suicide Silence gesungen - und die kennen sich aus. Aber keine Panik, die genannten Berufsgruppen brauchen nicht um ihre Zukunft fürchten. Auf was will ich hinaus?

Höre auf, gierig nach vermeintlichen coolen Cases für deinen Corporate-Podcast zu suchen, die du dann - weil ja so erfolgreich - auf dein schwäbisches, inhabergeführtes Maschinenbauunternehmen übertragen willst. Bei allem Respekt vor den klugen Köpfen im Ländle - und meiner Sindelfinger-Schwiegermutter.

Woher weißt du denn, dass dieser Podcast erfolgreich ist? Was genau ist sein Erfolg? Kennst du sein Ziel? Warum ist gerade dieser Podcast ein Best Case? Und vor allem: Wer definiert und bestimmt das?

Glaubst du ernsthaft daran, dass - auch wenn es gerade einen beachtlichen Hype um die Kultur des Scheiterns gibt - dir die Konkurrenz oder andere Unternehmen eins zu eins im Detail von ihren Zielen, (Miss-) Erfolgen und individuellen KPIs erzählen?

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Habe den Mut zu Storytelling abseits irgendwelcher, vermeintlicher Best Cases

Blöd auch, wenn der geniale Best Case Podcast ein HR-Thema kommuniziert. Du auf der schwäbischen Alb aber mit einem ganz anderen Thema oder Problem konfrontiert bist. Wie soll dir das in der Kommunikation oder im Marketing helfen? Mir erschließt sich das nicht.

Und was genau ist das Learning, wenn der Best Case Podcast von einem globalen Konzern mit unendlichen Ressourcen stammt? Du aber nur über einen Bruchteil dieses Budgets und der sonstigen Ressourcen verfügst?

Als Marketer und Kommunikatoren proklamieren wir täglich Disruption, Innovation und Change. Legen wir selbst los damit!

Deswegen rufe ich dir zu: Wirf die Best Cases in die Tonne! Habe den Mut zu Storytelling abseits irgendwelcher, vermeintlicher Best Cases und dem 2346 Talk. Probiere selbst die vielfältigen Möglichkeiten aus, die Audio bietet. Sei kreativ. Wage etwas Neues. Nimm dir Zeit für die Entwicklung eines individuellen, auf dich und deine Zielgruppe zugeschnittenen strategischen Corporate-Podcast-Konzepts.

Wie soll sich dein Podcast sonst von all den anderen unterscheiden? Gar einen Nutzen, Mehrwert oder Relevanz bei Hörerin und Hörer stiften? Das sicherst du ausschließlich mit einem Vorgehen, das konzeptionell-strategischen Schritten folgt.

Ja, das bedeutet Arbeit. Ja, das ist anstrengend. Fordernd. Deutlich aufreibender, als die Kopie eines Best Cases. Aber der Prozess lohnt sich: Denn am Ende steht ein Konzept für ein individuelles Hörerlebnis, dass genau deine Marke und dein Unternehmen widerspiegelt.

Du gewinnst Hörerinnern und Hörer, wenn du dir die Mühe machst und dich mit deren Bedürfnissen beschäftigst. Wenn du mit deiner Expertise darauf eingehst.

Gute Corporate-Podcasts sind für die Zielgruppe gedacht und spannend. Sie besitzen Relevanz, schaffen Mehrwert und bieten Lösungen. Markenrelevante Werte wie Image, Vertrauen und persönliche Bindung werden nachhaltig verstärkt.

Löse dich bei Podcasts vom Best Case, er führt im schlimmsten Fall zum Worst Case: einer weiteren Audio-Leiche im digitalen Universum.

Strategie ist nie überbewertet. Im Gegenteil. Strategie und Konzept führen zum Erfolg.

Über den Autor: Stephan Schreyer berät Unternehmen zum Thema Audio & Podcast. Für den Audioapostel sind Strategie und Konzept das Maß aller Dinge.

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