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Graffiti in Berlin, Schönhauser Allee (Foto: Pavel Nekoranec on Unsplash)
Start-up Hannover Messe Innovation

Berlin wächst und wächst. Worüber sich die Stadt Gedanken macht

Um Berlin und seine innovativen Unternehmen auf der Hannover Messe zu präsentieren, hat der Berliner Senat in Halle 6, Stand E39 den Gemeinschaftsstand #BERLINPRODUZIERT entwickelt. Mit LEAD hat Stefan Franzke, Geschäftsführer bei Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, über die Trends auf der Messe gesprochen.

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LEAD: "Die Berliner Industrie arbeitet schon heute an den Fragen von morgen. Und diese Antworten sind digital" sagen Sie zum Stand #BERLINPRODUZIERT auf der Hannover Messe. Welche Fragen wollen die Berliner denn beantworten?

Stefan Franzke: Wir leben in einer wachsenden Stadt. Jährlich kommen rund 50.000 neue Einwohner hinzu. Um uns auf die Zukunft vorzubereiten, müssen wir einige Zukunftsfragen beantworten:

  • Wie schaffen wir es, Energie für alle bereit zu stellen? Wie gehen wir mit Energie um?
  • Wie wird sich die Mobilität in unserer Stadt entwickeln?
  • Menschen in unserer Stadt werden immer älter. Wie schaffen wir es, auch Zuhause älter werden zu können - auch mit Hilfe der Digitalisierung?
  • Wie schaffen wir neue Arbeitsplätze?

LEAD: Neben Mobilität, Health und Arbeitsplätzen steht das Thema Blockchain auf der Hannover Messe weit oben auf der Agenda. Stichwort Ape Unit und Smart Contracts: Dank einer kleinen Demo bei #BERLINPRODUZIERT kann jeder seine erste Token-Transaktion im Tausch für ein Eis vollziehen und dabei die Mechanik hinter einer der meist diskutierten Technologien der letzten Jahre intuitiv und genüsslich begreifen. Wie verändern die Blockchain und Smart Contracts in Zukunft unser Zusammenleben?

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Stefan Franzke: Der Konsument muss verstehen, dass verteilte Datenbanken mehr Sicherheit im Alltag bieten. Wenn jemand Daten versendet, sollen sie auch sicher ankommen. Wenn zum Beispiel der Feuermelder anschlägt, soll die Information vom richtigen Feuermelder ankommen und von keinem anderen Feuermelder.

Das Thema Blockchain wird aber auch im B2B-Bereich immer entscheidender. Zum Beispiel, wenn ein Unternehmen wie BMW Konstruktionsdaten an einen Druckerhersteller schickt, um 3D-Teile produzieren zu lassen. Hier muss sichergestellt sein, dass keine manipulierten Konstruktionsdaten beim 3D-Drucker ankommen. Es geht aber auch um Vertragsgestaltung und Vertragskorrekturen. Die Blockchain kann Verträge abbilden, sodass sie nachvollziehbar sind.

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Dr Stefan Franzke Bildrechte Berlin Partner
Stefan Franzke (Credit: Berlin Partner)

LEAD: Und wie sieht es mit der Blockchain im B2C-Bereich aus? Gibt es auch Szenarien, die dem Konsumenten weiterhelfen?

Stefan Franzke: Ja, etwa im Gesundheitsbereich: Stell dir vor, du stehst vor einer Apotheke und willst ein Rezept einlösen. Aber die Apotheke hat ausgerechnet jetzt zu. Hier sind neue Geschäftsmodelle denkbar, die das Auslesen des Rezeptes über Automaten gewährleisten. Dazu braucht es eine Methode, die sicherstellt, dass das richtige Medikament im Automaten liegt. Blockchain funktioniert aber auch im Lebensmittelbereich oder bei verschiedenen medizinischen Anwendungen - also überall da, wo sichergestellt werden soll, dass nur die bestellte Ware ankommt und dass auf dem Weg nichts manipuliert worden ist.

Früher wurden Geschäfte gemacht, indem sich die Geschäftspartner getroffen, in die Augen gesehen und den Vertrag mit einem Handschlag besiegelt haben. Das alles hat Vertrauen geschaffen. Heute ist die Blockchain der Handschlag. Sie garantiert, dass wir das bekommen, was wir geordert haben. Das gilt sowohl für Käufe als auch für Dienstleistungen. Doch nicht nur der Handel, auch Künstler können von Blockchain-Geschäftsmodellen profitieren. Sie können zum Beispiel Lizenzen für ihre Musik vergeben. Damit können sie sicherstellen, dass sie die Kontrolle über ihr Know-how und ihre Werke behalten.

LEAD: Nun gibt es viele Ideen, aber im Alltag sehen wir noch wenig davon. Wie schnell steigen Unternehmen auf den Zug "Blockchain" tatsächlich auf?

Stefan Franzke: Viele Unternehmen scheuen sich zu sagen, dass sie auf Blockchain setzen, weil dem Thema auch wegen Kryptowährungen ein negatives Image anhaftet. Sie sagen dann eher: Wir arbeiten mit dezentralen Speichersystemen. Aber genau genommen, und das sieht man hier auf der Hannover Messe sehr deutlich, kommen Unternehmen, die in der Cloud arbeiten, gar nicht um die Blockchain herum, um ihre Daten und Geschäftsprozesse zu schützen.

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Die Zukunft des Arbeitens!

Jeder ist ersetzbar. Oder doch nicht? Unternehmen müssen umdenken. Das LEAD Bookazine 1/2019 zeigt Cases für erfolgreiches Employer-Branding und wie Karrierenetzwerke dabei helfen, beruflich gesehen zu werden. Außerdem im Heft: eine Anleitung für erfolgreiches SEO und die Wahl des richtigen Influencers.

LEAD: Wie können Unternehmen das Thema Blockchain in ihre Unternehmensstrategie einbauen?

Stefan Franzke: Kommt nach Berlin! Wir haben ein Netzwerk an Partnern, die sich mit dem Thema Blockchain auskennen, die zuhören und sagen können: das ist sinnvoll oder das weniger. Also lieber andere Leute und Unternehmen fragen, sich Projekte bei anderen Unternehmen ansehen und dann auch mal einen Prototypen entwickeln.

LEAD: Auf der Hannover Messe ist auch Augmented Reality und Virtual Reality ein Thema. Virtuelle Spiegel, die den Verkauf von Mode verbessern sollen, gibt es schon länger. Den großen Durchbruch hat die Technik bislang jedoch noch nicht erlebt. Welche VR- oder AR-Szenarien bringen den Kunden tatsächlichen Mehrwert und welche Anwendungen werden wir daher im Laufe der nächsten ein bis drei Jahre tatsächlich für Konsumenten marktreif im Einsatz sehen?

Stefan Franzke: Virtual Reality und Augmented Reality sehen wir heutzutage vor allem bei Architekten und im Industriebereich, zum Beispiel um zu prüfen, ob die Montage eines Produktes so funktioniert hat, wie man sich das vorgestellt hat.

Im Consumerbereich muss man ganz klar sagen, dass die Darstellungsgeräte noch nicht so sind, dass sie vom Nutzer genutzt werden. Aber das ist eine Frage der Zeit. Da wird es in den nächsten 24 Monaten einen Durchbruch geben. Einer der Treiber ist hier die Spieleindustrie.

Die Hannover Messe

6.500 Aussteller aus 75 Ländern zeigen bis zum 5. April auf der Hannover Messe, was State of the Art im Bereich "Industrie 4.0" ist. Es gibt Show Cases zu künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen, Plattformökonomie sowie dem Mobilfunkstandard 5G. Die Stadt Berlin hat unter dem Motto #BERLINPRODUZIERT einen eigenen Stand, um in Demos und Panels die Zukunftsthemen zu präsentieren und zu diskutieren.

LEAD: Letztes Thema: Work-Robots - die Kollegen von morgen? Wie menschlich müssen, sollen oder dürfen sie sein? Haben die Menschen Angst davor, dass sie sie nicht bedienen können?

Stefan Franzke: Unternehmen wie Siemens, ABB und Bosch haben schon Systeme, die den Menschen in der Produktion entlasten. Dabei gibt aber der Mensch immer noch den Takt an. Und inzwischen lassen sich Roboter auch sehr einfach bedienen: Sie nehmen einen Roboter an die Hand und führen zusammen mit ihm die Tätigkeit aus. Damit haben sie ihn auch schon programmiert. Berührungsängste muss damit niemand mehr haben. Und ohne Roboter, das darf man nicht vergessen, könnten wir in Berlin nicht mehr produzieren. Um also die Abwanderung von Jobs zu verhindern, sind Roboter eine gute Möglichkeit der Jobsicherung.

LEAD: Und im Büro?

Stefan Franzke: Im Büro werden Roboter Routinearbeiten übernehmen. So wie vor 20 Jahren die Kladde eines Buchhalters durch Excel ersetzt wurde, so übernehmen heute Algorithmen Routineauswertungen. Die Mitarbeiter haben dadurch mehr Zeit für kreative Arbeit. Was in Zukunft immer wichtiger wird: dass sich die Arbeitswelt ständig verändert. Man muss den Menschen daher auch sagen: Seid flexibel. Nehmt die Änderungen an, seid positiv. Seid selbst Treiber der Veränderung, so dass ihr die Zukunft gestalten könnt.

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