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Gebäudeschäden, dokumentiert mit der 360-Grad-Kamera (Bild: Panono/Professional360)
Augmented Reality Interview Virtual Reality

Augmented Reality: Vom Nice-to-have zum Must-have

Professional360-Geschäftsführer Thomas Escher ist der Meinung, dass Augmented Reality-Tools in zehn Jahren im B2B-Bereich Standard sein werden. Im Interview mit LEAD spricht er über die Entwicklung der Technologien und wo sie heute schon eingesetzt werden.

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Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) werden die Zukunft der Customer Journey von B2B und B2C grundlegend beeinflussen. Entscheidend für Produktion wie Nutzungserlebnis dieser „neuen Realität“ ist neben der richtigen Software auch eine hochauflösende Kamera.

Einer der Pioniere dabei ist die Marke Panono aus dem Haus Professional360 GmbH. Deren mehrfach ausgezeichnete Kamera hat die höchste Auflösung der Welt. Geschäftsführer Thomas Escher beobachtet bei seinen Kunden einen Perspektivwechsel in der Anwendung von AR-Tools. LEAD hat mit ihm über die Entwicklung der neuen Technologien gesprochen.

LEAD: In drei Sätzen: Was ist der Unterschied zwischen AR und VR?

Thomas Escher: AR ist die Realität, 1:1 abgebildet, aber mit mehr Details und zusätzlichen Infos angereichert. Wenn Sie zum Beispiel mit dem Auto durch die Stadt fahren, wird Ihnen über AR die Straße angezeigt, wie Sie sie durch die Scheibe sehen, zusätzlich bekommen Sie noch beispielsweise die Geschwindigkeit angezeigt, die erlaubt ist. VR ist sozusagen das Gegenteil - eine Realität, die völlig neu kreiert wird.

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"AR ist besonders im hochpreisigen Segment ein Muss"

LEAD: Warum rückt AR für den Nutzer jetzt plötzlich mehr in den Fokus?

Escher: Wir bilden Realität stärker ab als vorher, setzen uns mehr damit auseinander und versuchen die Realität dabei auch zu manipulieren. Zum Beispiel auf Instagram, wo von einem perfekten Foto sehr viel abhängt. Die Tendenz, auf allen elektronischen Kanälen alles idealisiert abzubilden, ist in den letzten Jahren stark gestiegen.

LEAD: AR soll in Zukunft auch unser Shopping-Erlebnis revolutionieren. Welche Branchen bieten sich hier besonders an? Gibt es bestimmte Produkte, die wie für AR gemacht sind?

Escher: Bei unseren B2B-Kunden beobachten wir in einigen Branchen einen Wandel vom Nice-to-have zum Must-have in Sachen AR. Besonders im Baugewerbe und im Immobiliensektor wird verstärkt auf AR gesetzt. Hier ist AR vor allem im hochpreisigen Segment mittlerweile ein Muss.

Wenn Sie sich zum Beispiel eine Villa auf Mallorca kaufen, dann wollen Sie natürlich eine 360-Grad-Sicht durch alle Räume haben. Auch im Tourismus wird AR wichtiger werden, vor allem im Bereich Kreuzfahrten, so wird für den Kunden alles transparenter.

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LEAD: Was könnte AR aus Marketingsicht beispielsweise im E-Commerce leisten?

Escher: Eines meiner Lieblingsthemen ist der Point-of-Sale (POS), wo wir gerade ein Pilotprojekt gestartet haben. Die Kritik am POS ist oft, dass dort kein Impulskaufgefühl abgebildet wird und damit Umsatz quasi verschenkt wird. Unsere Vision ist es, nun mit Panono einen zweiten Verkaufskanal via AR abzubilden.

LEAD: Wie könnte das aussehen?

Escher: Stellen Sie sich einen ausschließlich online vertreibenden Schuhladen ohne lokale Filialen vor. Der Inhaber startet immer mal wieder eine Aktion mit spezieller Ware, beispielsweise saisonale Angebote. Eine Idee könnte sein, einen realen Verkaufsraum innerhalb der Büroflächen des E-Commerce-Anbieters einzurichten, saisonal neu zu bestücken, in hochwertigen 360-Grad-Aufnahmen abzubilden und Kunden so im virtuellen Raum Aktionsprodukte nahe zu bringen.

LEAD: Wo kommt Ihre 360-Grad-Kamera sonst noch zum Einsatz?

Escher: Unsere Stärke ist die hohe Qualität der Bilder: Die Kamera hat die weltweit größte Auflösung. Für den privaten Anwender ist ein solches Produkt oft zu teuer, aber im B2B-Bereich brauchen Kunden eine so hohe Bildqualität für ihre Lösungen. Einer unserer Kunden ist beispielsweise im Bereich Bohrinseln tätig und nutzt unsere Kamera als Tool für seine oft sehr teuren Umbaumaßnahmen auf den nur aufwändig zugängigen und sich in ständiger Veränderung befindlichen Plattformen im Meer. Ein anderer Kunde behebt und dokumentiert Gebäudeschäden, zum Beispiel bei Hurrikans. Hier kann der Gutachter im Vorfeld eine 360-Grad-Rundumsicht der Schäden erhalten und sich so ein Bild machen, ohne direkt vor Ort zu sein.

LEAD: Gibt es auch Nachteile? Was sind die größten Herausforderungen der Technologie?

Escher: Da wäre einmal die Datengröße: Pro Foto können 40 bis 50 MB entstehen. Eine weitere Herausforderung ist das Thema 360-Grad-Video, was noch viel mehr Speicherplatz einnimmt. Wir sehen deshalb 360-Grad-Video auch, bezogen auf bestimmte Anwendungszwecke, eher kritisch. Bei einem Outdoor-Konzert zum Beispiel wollen Sie natürlich die Künstler und die Bühne sehen, der Rest der Umgebung interessiert Sie aber eigentlich nicht – die Vorteile eines 360-Grad-Videos stehen dann nicht unbedingt im Verhältnis zu den Herausforderungen, wie der der Übertragung derart großer Datenmengen.

Für uns besteht beim Thema VR die Kunst darin, Firm- und Software anwenderbezogen ständig weiterzuentwickeln und sich in einzelnen hoch spezialisierten B2B-Bereichen auch die Frage von strategischen Software-Partnerschaften zu stellen, beispielsweise für hochwertige Immobilien-Rundgänge.

LEAD: Wagen Sie einen Blick in die Zukunft: Werden wir in zehn Jahren nur noch via AR/VR shoppen?

Escher: Für den B2B-Bereich würde ich die Aussage wagen, dass AR-Tools bis dahin Standard sind und von der großen Mehrheit genutzt werden. Was den privaten Nutzer angeht, ist das stark vom Softwareanbieter und ihre Benutzerfreundlichkeit abhängig. VR wird über das VR-Brillengeschäft sicher weiterwachsen, vor allem im Gaming- und Erotikmarkt.

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