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Sebastian Pobot, Maritim Verlag (Foto: Martin Nink)
LEAD 02/2019 Podcast Audio

Audio-Boom: Wie Traditionsverlage davon profitieren

Geschäftsführer Sebastian Pobot hat das Sortiment des Traditionsverlages Maritim fürs Streaming geöffnet - ein Wagnis, das sich laut Pobot "definitiv ausgezahlt" hat. Nun hat er auch im Podcast-Bereich Fuß gefasst.

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Vor vier Jahren hat Sebastian Pobot den über 50 Jahre alten Traditionsverlag Maritim gekauft. Im Sortiment: Hörspiele und Hörbücher, von Sherlock Holmes bis Karl May. Weil der Verkauf auf CDs stark rückläufig war, hat Pobot sein Angebot kurzerhand fürs Streaming geöffnet - ein Wagnis, das sich für den Geschäftsführer "definitiv ausgezahlt" hat. Nun hat er auch im Podcast-Bereich Fuß gefasst.

LEAD: Wie kam es zu der Idee, die Hörbücher zu digitalisieren - und zunächst in den sauren Apfel zu beißen und das Sortiment auf anderen Kanälen zu verbreiten?

Sebastian Pobot: Die Käufe von CDs als klassisches Trägermedium waren rückläufig. Um die Masse an Titeln in den Verkauf zu bekommen, die Maritim mittlerweile hat, mussten wir uns einem neuen Markt öffnen und digital denken – alles andere hätte uns nur ausgebremst. Der Digitalmarkt ist ein Massenmarkt, der von hohen Verkaufszahlen lebt. Während man früher viele Exemplare von einer Katalognummer verkaufen musste, ist es heute notwendig, einen großen Katalog zu haben.

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Was waren die - erwarteten und unerwarteten - Benefits?

Pobot: Generell spielt uns der Streaming-Vertrieb sehr in die Karten. Download und Streaming sind für ein Label deutlich leichter zu handhaben als physische Tonträger. Für den Vertrieb von CDs benötigt man beispielsweise große Lagerflächen, man muss die Pressung bezahlen, die GEMA-Beiträge vorausschicken und für die Veröffentlichung größere Vorläufe einplanen.

Im Gegensatz dazu erlaubt mir der digitale Vertriebsweg ganze Kataloge innerhalb von wenigen Wochen zu veröffentlichen – noch dazu weltweit. Das wäre mit CDs früher nicht möglich gewesen.

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Worin lagen die Risiken der Digitalisierung für Ihr Business?

Pobot: Ich habe erkannt, dass der Digitalmarkt ein Massenmarkt ist, der von hohen Verkaufszahlen lebt. Während man früher viele Exemplare von einer Katalognummer verkaufen musste, ist es heute notwendig, einen großen Katalog zu haben. Es lohnt sich also nur, wenn man eine entsprechende Masse an Titeln zur Verfügung stellen kann.

Eine weitere Herausforderung ist die schwer nachzuvollziehende Vergütung von Musik-Streamingportalen im Hinblick auf den Preis pro Stream. Hier muss man sehr vertrauen. Man sieht sich einer Monopolspirale gegenüber und muss sich fragen, was die Alternative ist.

"Man sieht sich einer Monopolspirale gegenüber und muss sich fragen, was die Alternative ist." Sebastian Pobot

Unterm Strich: Hat sich die Digitalisierung für Ihr Business ausgezahlt?

Pobot: Das hat es sich definitiv. Mittlerweile macht der digitale Markt zirka 90 Prozent unseres Geschäfts aus und wir verzeichnen zwei Millionen Streams unserer Hörspiele pro Tag, Tendenz steigend. Gleichzeitig haben wir auch im Podcast-Bereich Fuß gefasst. Beispielsweise bei "Gästeliste Geisterbahn" oder "Im Autokino" konnten wir beim Start auf der digitalen Vertriebsebene behilflich sein. Damit decken wir einen Nischenplatz im Markt ab, der viele Liebhaber hat.

Wie geht es weiter - was sind Ihre Pläne?

Pobot: Zunächst konzentrieren wir uns natürlich auf die Veröffentlichung diverser Hörspiele in den kommenden Jahren. Nachdem wir im vergangenen Jahr den "Märchenland"-Katalog, ehemals "Polyband", gekauft haben, sind wir derzeit damit beschäftigt, diesen zu remastern und nach und nach zu veröffentlichen.

Außerdem sind wir neben Batman, Captain Future, Sherlock Holmes oder Star Trek immer auf der Suche nach weiteren Lizenzthemen. In Sachen Podcasts sind wir ebenfalls aktiv. Unser brandneuer Podcast ist die digitale Audio-Variante des bekannten und beliebten "Doppelpass"-Talkformats von Sport1. Ein spannendes Projekt und wir freuen uns sehr über diese Kooperation auf Vertriebsebene.

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