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Apple Tweet 2
(Foto: Apple)
Apple Gadgets iPhone

Apples heißester Herbst aller Zeiten

Das Unternehmen aus Cupertino eilt von Finanz-Rekord zu Rekord. Doch in diesem Herbst könnte Apple noch einmal alle Erwartungen übertreffen. LEAD-Autor Michael Gronau über die wohl größte neue Produktpalette der Firmengeschichte.

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Bis zum späten Morgen des 5. Juli 2018 war es ein ganz normaler Tag im Apple-Land. Einige Entwickler hatten in den Code-Tiefen der Betas von iOS 12 neue kleine Features ausgebuddelt. Wieder andere berichteten über interessante Funde im kommenden macOS-Betriebssystem Mojave. Business as usual.

Aber nur bis kurz nach 10 Uhr. Dann wurde die Apple-Welt gleich zehnfach in Ekstase versetzt: Das französische Blog consomac hatte zehn neue Einträge in Datenbanken der Eurasischen Regulierungs-behörde entdeckt. Zehn bisher unbekannte Geräte-Modelle sind bei der Eurasian Commission (EEC) hinterlegt worden. Die EEC kümmert sich speziell in Russland um die Zulassung neuer Geräte.

Fünf neue Macs bzw. MacBooks und gleich fünf neue iPads wurden von Apple registriert. Noch kein sicheres Indiz, dass auch zehn neue Modelle erscheinen, denn immer wieder tauchen in solchen Datenbanken auch Modelle auf, die nie oder später in den Handel kommen. So wie das handliche kleine 4-Zoll-iPhone SE 2, das bis jetzt nicht erschien, obwohl Apple bereits im Frühjahr 2018 neue iPhone-Modelle bei der EEC eintragen ließ.

Trotzdem! Die einen, die Fan-Base von Millionen Apple-Nutzern weltweit, überprüften schon ihr Girokonto. Motto: Was kann ich mir von den neuen Apple-Geräten alles leisten? Die anderen (die Analysten) kalkulierten schon das Potenzial des Aktienkurses. So schrieb das Portal Finanztrends.de aufgeregt: „Apple-Aktie: Das Allzeithoch rückt näher“. 165,76 Euro waren es am 5. Juni 2018.

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One more thing... or two... or three?

Egal ob im Herbst wirklich fünf neue Macs kommen oder fünf iPad-Modelle erscheinen. Auch wenn es nur zwei oder drei wären – es ist noch nicht alles. Apple steht, selbst wenn sich nicht alles bewahrheitet, was derzeit in der Gerüchteküche gehandelt wird, vor dem heißesten Herbst seiner Firmengeschichte. „Wir sind in allen Bereichen so gut aufgestellt wie noch nie in der Historie von Apple“, betont die Führungsriege um Tim Cook immer gebetsmühlenartig.

Doch es stimmt. Bisher gab es in diesem Jahr „nur“ ein günstiges überarbeitetes Einsteiger-iPad und den HomePod (in Deutschland am 18. Juni erstmals verkauft) als neue Hardware zu sehen. Auch deshalb wird in nahezu allen Produktsparten im September und Oktober, in einer oder vermutlich gar zwei Keynotes eine wahre Produktoffensive erwartet.

Neue iPhone-Modelle

Das iPhone. Immer noch die Lebensversicherung von Apple. Bereits Konsens in der Gerüchteküche, basierend auf Informationen aus der Zulieferkette: Im Herbst soll es gleich drei neue iPhone-Modelle geben, da sind sich die einschlägigen Analysten und Marktbeobachter seit Monaten einig.

Auch Details kursieren bereits, und sie klingen immer ähnlich: Zwei der drei Telefone, Verzeihung... Smartphones sollen den verbesserten OLED-Screen erhalten. Die Bildschirm-Größen: 5,8“ und 6,4“. Zum Vergleich: Das aktuelle iPhone X hat ebenfalls 5,8“. Das derzeitige iPhone 8 Plus bietet 5,5“, das iPhone 8 liegt bei 4,7“.

Das dritte neue Modell wird dem Vernehmen nach klassisch auf den traditionellen LCD-Screen setzen, bei 6“ oder 6,1“ – hier wird in der Gerüchteküche noch spekuliert. Gerade letzteres Modell soll für die besten Verkaufszahlen sorgen. Preise von 700 Dollar sind realistisch, die neuen OLED-Modelle dürften wieder in der teuren Preisklasse des iPhone X liegen (64 GB 1149 Euro, 256 GB 1319 Euro).

Iphonex Front Homescreen
Bald schon ein Oldie: das iPhone X (Foto: Apple)

Uneins sind sich Beobachter noch über die Kamera-Systeme, deutlicher zeichnet sich aber, dass die Käufer der 2018er-iPhones künftig auf den Home Button verzichten müssen. Apple wird mutmaßlich alle drei neuen Modellen mit Face ID ausstatten. Die Gesichtserkennung löst den seit langen Jahren bekannten, aber fehleranfälligen mechanischen Home Button dann komplett ab. Auch die Notch (zu Deutsch: Kerbe) – also die Aussparung, die das iPhone X bereits am oberen Bildschirmrand besitzt, sollen die drei neuen Modelle erben. Nicht umsonst hatte Apple schon das iPhone X mit "Sag der Zukunft Hallo" beworben. Das iPhone X war und ist insofern der Vorbote der neuen Modelle, die im Herbst erscheinen. Auch wenn das X smooth läuft, waren die Käufer Early Adopter und somit eine Art Beta-Tester für die Käufer der iPhone-Generation 2018.

Weiteres Detail: Apple könnte zur Farboffensive blasen. Blau, Orange, Braun, Gold – alles im Gespräch für die neuen Geräte. Bis zu acht Farben sind demnach möglich. Doch solche Gerüchte tauchen im Monatsturnus auf. Zuletzt hatte Apple beim iPhone X eher klassisch auf Spacegrau und Silber-Weiß bzw. Product(RED) gesetzt. Abwarten also, ob sich die Farb-Palette diesmal wirklich am iPhone 5c orientiert, dass quietschbunt daherkam.

Neue iPads

Die Tablet-Sparte bei Apple konnte zuletzt dank der gut akzeptierten und im Business-Bereich immer häufiger als Mac-Ersatz anzutreffenden iPad-Pro-Reihe zulegen. Lange Zeit hat Apple neue iPads im Frühjahr präsentiert. Dieses Jahr launchte Apple bisher allein ein Einsteiger-iPad, das bereits ab 349 Euro als Allround-Gerät zu haben ist. Auch dies trieb die Tablet-Sparte an, doch da Apple das iPad seit Monaten auch als professionellen Ersatz für Mac-Rechner preist, sind neue iPad-Pro-Modelle für den Herbst überfällig.

Zu erwarten sind hier ebenso fast randlose Display wie sie vom iPhone X bekannt sind. Auch die neuen iPad Pros dürften dann mit Face ID statt Home Button ausgestattet sein. Die Produktion der nahezu randlosen Geräte mit Notch dürfte noch einmal deutlich aufwändiger als beim iPhone X gewesen sein. Daher die Verzögerung vom Frühjahr bis hinein in den Herbst. Das iPad lebt also. Das zeigt auch, dass Apple sich im ersten Quartal 2018 im Tablet-Bereich den höchsten Marktanteil seit vier Jahren sichern konnte.

Neue Apple Watch

Verlacht wurde die erste Generation der Apple Watch, sie sei der größte Flop der Apple-Firmengeschichte, spotteten viele Kritiker seinerzeit. Und täuschten sich gewaltig. Inzwischen ist die smarte Uhr bei der 3. Generation angekommen, und die Einbindung der eSIM von Telekom und inzwischen auch Vodafone sorgte erst recht für einen großen Verkaufsboom der Series 3. Dank LTE-Support kann die Watch nun auch unterwegs genutzt werden, wenn das iPhone nicht in der Tasche steckt, sondern daheim auf dem Schreibtisch bleibt. Praktisch, weil sich so nicht nur tausende Songs aus der Apple-Music-Bibliothek unterwegs auf Bluetooth-Kopfhörer streamen lassen, sondern weil sogar Anrufe bei den Liebsten möglich sind.

5 Watch Os
Die Apple Watch erfreut sich wachsender Popularität (Foto: Apple)

Ein großer Fortschritt, der auch dazu führt, dass sich bei der Technik der im Herbst erwarteten vierten Generation wohl nur wenig ändern wird. Vielmehr soll die Series 4 gerüchteweise auf mechanische Buttons verzichten – und, für Apple wohl diesmal das Wichtigste, einen neuen Formfaktor erhalten: ein größeres Display, bei womöglich leicht flacherem Gehäuse. Die Preise dürften sich im Rahmen der Series 3 bewegen, die momentan bei 369 Euro startet.

Neue Macs und MacBooks

Nicht ganz unwahrscheinlich, dass Apple tatsächlich bis zu fünf neue Mac-Modelle auf den Markt bringt. Über genaue Spezifikationen ist noch wenig bekannt. Im Fokus der Nutzer dürfte eher liegen, ob sich Apple mit der nächsten MacBook-Generation wieder von den Butterfly-Tastaturen verabschiedet. Das dünne Keyboard, mit den Tasten, die extrem flach angeschlagen werden, ist bei vielen Usern fehleranfällig. Einzelne Tasten lassen sich nicht mehr drücken, sie bleiben funktionsunfähig. Apple hat erst kürzlich ein Reparatur- und Austauschprogramm gestartet. Vieles deutet daraufhin, dass Apples Ingenieure die Tastatur noch einmal neu gedacht haben. Immer dünner, immer schlanker – kritische Stimmen mehren sich, erste Sammelklagen in den USA sind anhängig. Dass das Mac/MacBook-Portfolio im Frühjahr noch nicht aufgerüstet wurde, legt nahe, dass Apple noch ein paar Monate Arbeit im Bereich der Tastaturen vor sich hatte. Im Herbst bzw. spätestens rund ums Weihnachtsgeschäft dürften dann neue 13“ und 15“ MacBook Pros in den Handel kommen, auch das 12“ MacBook hat einen Refresh verdient?

Kommt die Apple TV-Offensive als Nächstes?

Drei neue iPhones, Upgrades für iPads und Macs, neue Apple Watch – Apple dürfte Schwierigkeiten haben, diese Produktoffensive im traditionellen Keynote-Monat September in eine einzige Veranstaltung zu packen. Zumal klar ist, dass das iPhone alljährlich eine Extra-Keynote erhält, um den größten Ertragsbringer nahezu allein in den Fokus zu rücken. Das hat Tradition, das wird auch 2018 dem Vernehmen nach so sein. Somit könnte Apple im September iPhones und Watch Seite an Seite präsentieren, um im Oktober auf einem Zusatzevent neue iPads und Macs bzw. MacBooks vorzustellen.

Und wer weiß: Vielleicht gibt es im heißesten Herbst der Apple-Firmengeschichte auch das von Steve Jobs lange Jahre kultivierte "One more thing": Neben einem immer wieder spekulierten HomePod mini könnte sich auch im TV-Bereich etwas tun. Seit Monaten kauft Apple weltweit Rechte an TV-Serien und Filmen, um eine eigene Streaming-Plattform mit exklusiven Eigenproduktionen aufzubauen. Da wäre auch ein Refresh der Box Apple TV 4K durchaus sinnvoll. Oder vielleicht doch ein eigener Fernseher von Apple? Erst im Mai philosophierten die Analysten der Investorenfirma RBC Capital Management wieder, ein eigenes TV-Gerät von Apple könne für noch bessere Aktienkurse sorgen. Immer wieder kursieren, gerade in asiatischen Netzwerken, vermeintliche Prototypen von Apple-eigenen Fernsehern.

Doch egal ob mit oder eigenem TV: Apple kann auch so beruhigend in die Ferne sehen. Die Produktoffensive im Herbst wird für Rekordgewinne sorgen, so wie sie Apple nahezu in jedem Quartal aufs Neue vorlegt. Und die Apple-Ekstase an der Börse und an der Fan-Base dürfte noch länger so weitergehen. Garantiert. Mit jetzt schon annähernd 300 Milliarden US-Dollar Cash im Geldspeicher. Wohl nirgendwo dürfte auch der Winter so heiß werden wie in Cupertino.

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iPhone iPad Apple Watch Macs und MacBooks
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