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App Saudi Arabien 878012920 Getty Images Adrian Wojcik Eye Em
Die saudische Verwaltung stellt auf Google Play und iTunes eine App zur Verfügung, mit der man Frauen verfolgen und kontrollieren kann (Foto: GettyImages_Adrian Wojcik_EyeEm)
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Apple und Google helfen Saudi-Arabien, Frauen zu unterdrücken

Menschenrechtsorganisationen werfen Apple und Google vor, eine App auf ihren Plattformen anzubieten, die Grundrechte empfindlich beschneidet und Frauen in bedrohliche Situationen bringen kann. Die App stammt von der Verwaltung Saudi-Arabiens - also einem reichen Staat, den die beiden Tech-Giganten wohl nicht gegen sich aufbringen wollen.

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Gerne versichern Apple und Google bei jeder Gelegenheit, wie wichtig ihnen die Sicherheit ihrer Nutzer ist. Dabei scheinen sie aber mit zweierlei Maß zu messen: Für die Frauen Saudi-Arabiens gilt das zum Beispiel nicht, wie zahlreiche Menschenrechtsorganisationen kritisieren.

Die saudische Verwaltung stellt auf Google Play und iTunes eine App zur Verfügung, mit der man Frauen verfolgen und kontrollieren kann. In Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht ohne die Einwilligung eines männliches Aufpassers reisen oder gar das Land verlassen.

Saudi-Araberinnen versuchen immer wieder, vor Gewalt und Zwang zu fliehen und das Land zu verlassen: Erst im Januar sorgte die Flucht der 18-jährigen Rahaf Mohammed al-Kunun vor ihrer Familie für internationale Aufmerksamkeit.

Eine App hindert Frauen an der Flucht

Die junge Saudi-Araberin wollte nach Australien fliehen und wurde beim Umsteigen am Flughafen in Bangkok festgehalten. Über Twitter konnte sie Menschenrechtsorganisationen davon überzeugen, sich für sie einzusetzen. Rahaf erhielt schließlich Asyl in Kanada. Sie sagte aus, ihr hätten in Saudi-Arabien Folter und Mord gedroht, da sie sich von ihrem Glauben losgesagt habe und nun Atheistin sei.

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Vielen Frauen gelingt die Flucht indes nicht. Ein Grund sind die umfassenden Kontrollmöglichkeiten, die Saudi-Arabien männlichen Familienmitgliedern einräumt. Darunter auch die App Absher, die etwa eine Million Mal über den Play Store heruntergeladen wurde. Mit Absher können saudische Staatsangehörige harmlose Verwaltungsangelegenheiten abwickeln - und Frauen, über die sie bestimmen dürfen, kontrollieren und gängeln.

Mithilfe von Absher können die Aufpasser unter anderem angeben, ob und wie sie einer Frau, die zu ihrer Familie gehört, erlauben zu reisen. Und wenn eine Frau beispielsweise am Flughafen eincheckt, bekommen ihre männlichen Familienmitglieder eine Benachrichtung auf dem Handy. So können sie Frauen an der Flucht hindern - und der Fluchtwilligen drohen dann meist lebensbedrohliche Konsequenzen.

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Google und Apple haben noch nicht reagiert

Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch fordern deshalb, dass Apple und Google Absher von ihren Plattformen nehmen. Auf die App wurden die Organisationen aufmerksam, als die junge Saudi-Araberin Shahad al-Mohaimeed gegenüber der amerikanischen Nachrichtenseite Insider.com ihre Geschichte erzählte: Sie konnte als 17-jährige vor ihrer Familie fliehen und fand in Schweden Asyl. Vor der Flucht musste sie aber erst die Handys ihrer Familie stehlen - damit diese keine Benachrichtigungen über ihren Fluchtweg erhalten würden.

Sowohl Google als auch Apple haben noch nicht zu den Vorwürfen, diese App auf ihren Plattformen anzubieten, reagiert. Dana Ahmed von Amnesty International sagte gegenüber dem Business Insider: "Wir rufen diese Unternehmen auf, das Risiko von Menschenrechtsverletzungen abzuwägen und den Schaden, den diese Apps für Frauen haben können, abzumildern."

Yasmine Mohammed, Frauenrechlterin und Kritikerin der saudi-arabischen Regierung sagte dem Business Insider: "Das ist definitiv eine Tragödie: Die technologisch fortschrittlichsten Plattformen der Welt, Apple und Google, ermöglichen Frauenhass."

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