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iPhone 8
Besonders gefragt: Das rote iPhone 8 (links das 8 Plus mit der Doppel-Kamera) in der "Project RED"-Edition (Foto: Apple)
Apple iPhone Investment

Apple stoppt Verkauf von iPhone 7 und iPhone 8 in Apple Stores

Die schlechten Nachrichten für Apple reißen gerade nicht ab: Der Patentstreit mit Qualcomm erreicht in Deutschland eine neue Eskalationsstufe. LEAD erklärt die Hintergründe – und warum die Stimmung an der Börse sich seit Oktober arg gedreht hat.

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Der 3. Oktober war ein guter Tag für Apple, auch in Deutschland: An der Frankfurter Börse erreichte die Aktie mit 199,04 Euro einen neuen Höchststand in der Firmengeschichte.

Zweieinhalb Monate später ist dieser Rekordwert nur noch Makulatur: Der 20. Dezember ist ein vergleichsweise schwarzer Tag für Apple in Deutschland. Nicht nur weil die Aktie inzwischen 28 Prozent unter dem Höchststand vom Oktober liegt, sondern auch weil einer der erfolgreichsten Konzerne der Welt mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft in seinen Apple Stores den Verkauf seiner günstigeren älteren Modelle iPhone 7 und iPhone 8 stoppt. Stoppen muss.

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Neue Eskalationsstufe

Denn der Patentstreit mit (Ex-) Zulieferer Qualcomm hat eine neue Eskalationsstufe erreicht, die den ungewöhnlichen Schritt auf Seiten Apples wohl nötig macht.

Nach Ansicht des Münchner Landgerichts verletzt Apple ein Qualcomm-Patent. Dies kann in letzter Konsequenz zu einem gerichtlich angeordneten Verkaufsstopp bestimmter Modelle führen.

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Berufung seitens Apple möglich

Zwar kann Apple in Berufung gehen (und wird es nach Lage der Dinge auch), aber obwohl das Urteil noch nicht letztinstanzlich verhandelt worden ist, hat sich Apple zu dem ungewöhnlichen Schritt entschlossen, in seinen eigenen Ladengeschäften auf den Verkauf der gerade für nicht so zahlungskräftige Kunden interessanten Modelle iPhone 7 und iPhone 8 zu verzichten. Deren Preise liegen je nach Ausstattung des Speichers um bis zu 600 Euro unter einem iPhone XS Max mit 512 GB Speicherplatz.

Qualcomm muss 668 Mio. Euro hinterlegen

Qualcomm selbst kann das Urteil ohnehin vollstrecken. Allerdings nur dann, wenn für zwei Verfahren die beachtliche Sicherheitsleistung von 668,4 Millionen Euro bei Gericht hinterlegt wird. Qualcomm ist nach Ansicht von Experten dazu in der Lage und willens.

Apple versucht zu beruhigen

In einer ersten kurzen Erklärung gegenüber dem US-TV-Sender CNBC versuchte Apple, gleich zu beschwichtigen. Auch wenn das iPhone 7 und iPhone 8 aus den deutschen Apple Stores verschwände, bedeute dies nicht einen kompletten Verkaufsstopp.

Bei Wiederverkäufern (logisch) und bei Drittanbietern würden beide Modelle weiterhin erhältlich sein, erklärte der Konzern, wohl auch um einen weiteren Rutsch der Aktien am heutigen Abend an der New Yorker Nasdaq zu verhindern. Nach Bekanntwerden der Meldung und des Gerichtsurteils drehte die Apple-Aktie zunächst daher auch nur leicht ins Minus – bis zu 0,75 Prozent (Stand 18 Uhr). Doch die New Yorker Börse handelt nachbörslich bis 23 Uhr deutscher Zeit.

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Lange Auseinandersetzung

Der Streit mit Qualcomm ist Teil einer längeren Auseinandersetzung zwischen den zwei Firmen, die lange Zeit tief verbunden Hand in Hand arbeiteten. Inzwischen haben beide Unternehmen einen Vergleich vor Gericht ausgeschlossen. Die Fehde könnte sich also länger hinziehen.

Der Hauptgrund des Streits

Apple hatte Qualcomm zunächst verklagt und dem Unternehmen vorgeworfen, es verlange zu hohe Gebühren für die Nutzung seiner Patente. Apple kritisierte, dass Qualcomm von Apple keinen Festpreis zur Nutzung verlange, sondern pro Gerät daran verdienen wolle. Im. Gegenzug führt Qualcomm an, Apple habe diverse Patente verletzt. Allein in München und Mannheim sind mehr als ein Dutzend Verfahren anhängig, die Qualcomm hierzulande gegen Apple angestrengt hat.

Geschäftsmodell von Qualcomm unter Druck?

Der Streit tobt nicht nur in Deutschland zwischen den beiden Parteien, sondern auch in China und in den USA. Um einen Verkaufsstopp in China zu verhindern, hatte Apple in dieser Woche erst ein eiliges iPhone-Software-Update ausgegeben, um einen Verkaufsbann zu umgehen. Eigentlich hatte ein Gericht entschieden, dass alle Modelle vom iPhone 6 bis zum iPhone X in China nicht mehr verkauft werden dürfen. Apple behauptet nun, dass Software-Update reiche aus und verhindere die Verletzung des betroffenen Qualcomm-Patents.

Zulieferer entlastet Apple

Apple hat generell eine ganz andere Sichtweise auf das Begehren von Qualcomm. Die Firma bange um ihr Geschäftsmodell und wolle nun Apple und seine Zulieferer in einen finanziell lukrativen Vergleich zwingen.

Auch bezweifeln Geschäftspartner von Apple, darunter der Zulieferer Qorvo, dass Apples Geräte bei den Telekommunikation-Chips ein Patent von Qualcomm verletzen. Vielmehr setze man eine hauseigene Lösung ein, erklärte Qorvo, und entlastete Apple damit zumindest kurzfristig. Langfristig müssen Gerichte entschieden, wer die Wahrheit sagt.

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Sorge um iPhone-Verkaufszahlen

Für Apple bleibt die Jahreswende so oder so ungemütlich. Gerade in den letzten Wochen prasselten etliche schlechte Nachrichten auf den Konzern ein. So behaupten einige Research-Firmen die drei neuen iPhone-Modelle des Jahres 2018 würden sich rund um Weihnachten nicht so prächtig wie erhofft verkaufen. Aus einem „Superzyklus“ werde nichts. Gerade das iPhone XR schwächele.

Apple selbst nennt künftig keine offiziellen Verkaufszahlen mehr zu seinen Geräten. Während der Konzern dies damit begründet, dass Konkurrenten das auch nicht machen würden, behaupten Kritiker, Apple wolle keine Zahlen mehr nennen, weil das iPhone-Geschäft vor einem Abschwung stehe. Den Aktienkurs hat das ganze Philosophieren um die Apple-Umsätze in 2019 ohnehin schon unter Druck gebracht. Gestern erst kamen außerdem News aus Indien dazu, einem wichtigen Apple-Markt. Auch hier gibt es Indizien dafür, dass die iPhones sich schwach verkaufen.

Leicht verbogenes iPad Chassis laut Apple „kein Fehler“

Und zu all diesen Nachrichten gab es punktuell weitere Schlagzeilen, die dem erfolgsverwöhnten Unternehmen auch nicht gefallen dürften: In der vergangenen Nacht wurden Berichte von Usern öffentlich, die ihr neues iPad Pro 2018 ausgepackt hatten und sich über ein leicht verbogenes Chassis wunderten. Die Verunsicherung der Käufer erklärte Apple damit, dies sei der Produktion der iPads geschuldet und kein Mangel oder Fehler. Betroffene Nutzer sehen das allerdings anders, erhalten aber wohl kein Ersatzgerät.

Das gilt auch für einige Besitzer des iPads 2017, das an fast immer der gleichen Stelle bei manchen Usern einen weißen störenden Fleck über dem Home Button zeigen soll. Sofern die Garantie abgelaufen ist und der Kunde nicht AppleCare besitzt, kann eine Reparatur schon mal 500 Euro kosten.

Apple im Dezember 2018: Der erfolgsverwöhnte Börsenliebling aus dem Oktober hätte sich zu Weihnachten sicherlich auch eine besinnlichere Zeit gewünscht.

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