Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Apple Pay Mobile Payment  Fotolia 183354427 Web
Apple Pay startet in Deutschland (Foto: Fotolia)
Apple Mobile Payment

Apple Pay: Fluch oder Segen für den Online- und Einzelhandel?

Seit Wochen wird wild spekuliert - nun ist es endlich soweit: Apple Pay geht in Deutschland an den Start. Was das mobile Bezahlsystem von Apple für den Online- und Einzelhandel bedeutet, erklärt Anwalt Marcel Hagemann.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Apple Pay gibt es nach langem Warten auch in Deutschland. Welche rechtlichen Voraussetzungen E-Commerce-Unternehmen und Einzelhändler für das mobile Bezahlsystem schaffen müssen und wie sie als Akzeptanzstellen fungieren können, erläutert CMS-Anwalt und Zahlungsverkehrssystemexperte Marcel Hagemann im Interview mit LEAD.

Worauf Online- und Einzelhändler achten müssen

LEAD: Herr Hagemann, Apple Pay ist gerade in Deutschland freigeschaltet worden. Google Pay kann hierzulande bereits seit Juni genutzt werden. Wie schätzen Sie die Chancen und Risiken für deutsche E-Commerce-Unternehmen und stationäre Einzelhändler ein?

Hagemann: Die Risiken der stationären Einzelhändler sowie von E-Commerce-Unternehmen sind gering. Sie unterscheiden sich im Grundsatz nicht von den Risiken beim Einsatz der klassischen Giro- oder Kreditkartenzahlung. Die immer wieder angeführten datenschutzrechtlichen Bedenken betreffen den Händler nicht. Dieser hat vor allem den Vorteil, dass er nun eine weitere Zahlungsart anbieten kann.

LEAD: Und worauf müssen Online- und Einzelhändler aus rechtlicher Sicht bei der Einführung besonders achten?

Anzeige

Hagemann: Bei der Einführung einer Mobile Payment Lösung - also beispielsweise Apple oder Google Pay - sollten Online- und Einzelhändler mit etablierten Zahlungsdienstleistern zusammenarbeiten. Mit diesen arbeiten die Händler ohnehin zusammen, so dass es nur um die Freischaltung einer weiteren Funktionalität geht. Wenn überhaupt, muss das Zahlungsterminal erneuert werden. Denn hardwareseitig muss das Terminal NFC-fähig sein, also kontaktloses Zahlen ermöglichen.

LEAD: Apple Pay als Zahlungsvariante anzubieten funktioniert sicherlich nicht über Nacht. Welche Schritte muss ein Online- oder Einzelhändler gehen und was muss rechtlich beachtet werden?

Hagemann: Rechtlich und technisch ist für die Online- oder Einzelhändler keine große Umstellung erforderlich. Wenn man mal von der Umstellung auf ein neues Zahlungsterminal absieht, muss im stationären Handel lediglich das Kassenpersonal geschult werden. Auch die Anbieterseite ist gerüstet – diese betreiben ihre Plattformen ja bereits in zahlreichen Ländern erfolgreich. Es müssen von dieser Seite lediglich die Verträge mit den Banken verhandelt werden, was derzeit passiert. Wir rechnen daher nicht mit nennenswerten Anlaufschwierigkeiten oder Kinderkrankheiten.

Auch interessant: Wenn Datenschutz zum Feature wird

LEAD: Gibt es Besonderheiten für Einzelhändler bei der Einführung von Apple Pay im Vergleich zum Anbieten von der Bezahlung mit Giro- oder Kreditkarte?

Hagemann: Die beiden Systeme sind sehr ähnlich. Denn im Grunde ersetzt die virtuelle Giro- oder Kreditkarte auf dem Smartphone die bekannte physische Karte. Der einzige Unterschied ist, dass die Authentifizierung nicht mittels PIN oder Unterschrift funktioniert, sondern über das Smartphone. Typischerweise reicht es – bis zu einem Betrag von circa 30 Euro – aus, einfach das Smartphone oder die Smartwatch an das Lesegerät zu halten. Erst bei höheren Beträgen muss die Zahlung über Fingerabdruck-, Gesichtserkennung oder die Smartphone-PIN freigegeben werden. Dementsprechend besteht bei den kleineren Beträgen ein gewisses Missbrauchsrisiko, was aber nur in Ausnahmefällen zu einem Schaden des Verbrauchers führen wird. Typischerweise werden diese Schäden vollständig ersetzt.

Wird Apple Pay ein Erfolg?

LEAD: Wird Apple Pay ein Erfolg in Deutschland? Wird der Payment-Dienst den deutschen Handel verändern?

Hagemann: Entscheidend für den Erfolg hierzulande ist die Akzeptanz der Kunden, die Kooperationen mit den Banken und die Bereitschaft der Händler, diese Zahlungsalternative anzubieten. Insoweit ist Deutschland zweifellos ein besonderer Markt, da der "Deutsche an sich" bei bei Zahlungsabwicklung eher konservativ veranlagt ist. Hierzulande gilt immer noch "Cash is King" und auch die Kreditkarte ist weit weniger verbreitet als in anderen Ländern. Mittelfristig habe ich aber keine Zweifel, dass die Zahlung über das Smartphone einen erheblichen Marktanteil bei den bargeldlosen Zahlungsarten erreichen wird. Diese Art der Zahlungsabwicklung ist einfach komfortabler für die Verbraucher.

Marcel Hagemann ist Rechtsanwalt und Partner bei der internationalen Wirtschaftskanzlei CMS in Deutschland. Er betreut verschiedene größere Zahlungsdienstleister sowohl bei der Einführung neuer Produkte, als auch beim Erwerb von anderen Zahlungsdienstleistern.

Teaserbild Neu
Minimal-Onliner oder Technik-Enthusiast?

Tinder ersetzt die Bar, Alexa die Sekretärin. Die digitale Welt ist mit der realen Welt längst eins geworden. Nur will die Realität nicht jeder wahrhaben. Wie souverän bewegst du dich im vernetzten Leben?

Anzeige
Anzeige
Verlagsangebot
Anzeige
Anzeige
Aktuelle Stellenangebote
Alle Stellenangebote