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In Apples Dienstleistungs-Sparte stellen Apps den Löwenanteil des Umsatzes (Bild: © Fotolia)
Michael Gronau Apps Apple

Die App-Ökonomie wächst - das sind die neuen Entwicklungen

Schon vor langer Zeit haben Experten einen Wachstumsstillstand in der App-Ökonomie prophezeit. Das Gegenteil ist der Fall. Inzwischen gibt es allein in Apples App Store weit über 2 Millionen Apps. Quartal für Quartal werden neue Rekorde aufgestellt. Aber für die Zukunft bleiben auch Fragezeichen.

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Wer oder was ist eigentlich Hollywood? Heutzutage sind die wahren Blockbuster nicht mehr Filme, sondern Apps. Bereits 2015 überholte der Umsatz des App Stores laut einer Studie von Asymco die Einnahmen Hollywoods an den US-Kinokassen. Den Prognosen zufolge wird Apple bereits in diesem Jahr mit dem App Store auch die globale Filmindustrie beim Umsatz überholen.

Die Marktforscher von App Annie haben festgestellt: Auch zwischen April und Juli 2018 gab es einen erneuten Rekord bei globalen App-Downloads und Verbraucherausgaben:

Insgesamt wurde 28,4 Milliarden Mal ein Download in den App Stores von Apple und Google angestoßen – ein Spitzenwert seit Bestehen der App Stores. Apple hatte im Juli den 10. Geburtstags seines App Stores gefeiert, der Google Play Store existiert seit April 2009.

In Apples Dienstleistungs-Sparte stellen Apps den Löwenanteil des Umsatzes

Ungebrochenes Wachstum: Die Rekord-Downloads zwischen April und Juli markieren ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Besonders bemerkenswert: Die Zahl von 28,4 Milliarden Downloads bezieht sich auf neue Downloads, nicht auf Installationen, die erneut angestoßen wurden, und auch nicht auf Updates von Apps.

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Fazit der Analysten von App Annie: „Verbraucher haben in Q2 mehr Geld in Apps ausgegeben als je zuvor. Die insgesamt 18,5 Milliarden US-Dollar auf iOS und Google Play kombiniert bedeuten im Jahresvergleich eine Wachstumsrate von mehr als 20 Prozent.“

Die Branche, wie auch der Smartphone-Markt aufgeteilt zwischen Apple und Google bzw. Android OEMS, darf sich auch noch aus anderen Gründen auf die Schultern klopfen. iOS-Nutzer werden 2018 täglich 100 Millionen US-Dollar für Apps ausgeben. Das entspricht Googles Umsatz mit AdWords im Jahr 2012. Seit 2011 steigt der Umsatz des Apple App Stores zudem konstant um etwa fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr.

In Apples Dienstleistungs-Sparte stellen Apps den Löwenanteil des Umsatzes. Dieser lag 2017 bei 57 Milliarden US-Dollar und wäre einzeln betrachtet ausreichend für einen Einzug in die Fortune 100-Liste.

Viele große Unternehmen wie Amazon und Uber bieten außerdem kostenlose Apps an, die dennoch ein riesiges Einkommen generieren. Werden diese Einnahmen hinzugerechnet, dann kommen die Marktforscher von Asymco für 2017 auf einen Gesamtumsatz durch iOS-Apps in Höhe von 180 Milliarden US-Dollar.

Inklusive Hardwareverkäufen lag 2017 der Umsatz des iOS-Kosmos somit bei rund 380 Milliarden US-Dollar. Und 2019 soll dieser Wert erstmals über einer halben Billion US-Dollar liegen.

LEAD stellt dir die aktuellen Entwicklungen vor.

1. Abos sind im Kommen

Apples Anteil an den App-Einnahmen liegt in der Regel bei 30 Prozent am Verkauf bzw. 15 Prozent bei Software-Abos. Und Abos sind im Kommen – diesen Trend forciert Apple gerade hinter den Kulissen.

Schließlich profitieren nicht nur Entwickler von stetigen Abo-Einnahmen, sondern auch Apple, das die 15 Prozent dann auch regelmäßig verbuchen kann – deutlich lukrativer als Einmalkäufe.

Immer mehr Apps stellen jetzt auf das Abo-Modell um, jüngst zum Beispiel die App „1-2-3 Tanken“, die die günstigsten Spritpreise tagesaktuell anzeigt und in der Community höchst beliebt ist.

Kein Einzelfall. Der mächtige Text-Editor Ulysses hatte schon vor Monaten auf die Abo-Variante umgestellt, die Bewertungen sackten zwar auf 1 bis 2 Sterne (von 5 Sternen), doch das Geschäftsmodell wird weiter verfolgt. Nicht nur dort. Week Calendar, TextGrabber, Polarr – nur drei von vielen bekannten Apps, die aufs Abo umgestellt haben.

Erst Anfang September hat Apple ein spezielles Video für Entwickler gedreht, um ihnen die Vorzüge für die Umstellung aufs Abo schmackhaft zu machen. Unter dem Video verlinkte Apple auf eine Sonderseite über Abos, die per In-App-Kauf abgeschlossen werden können.

Dies bedeute, so argumentiert Cupertino, einen ständigen Cashflow sowohl für App-Entwickler, als auch für Apple selbst. Um die Implementierung noch schmackhafter zu machen, versprach Apple den Entwicklern nach einem Jahr statt 70 Prozent 85 Prozent des Umsatzes.

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2. Developer gratis schulen

Apple hat mit dem App Store 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze in Europa geschaffen. Die Ausschüttungen an Entwickler seitens Apple lagen bereits 2017 bei 26,5 Milliarden US-Dollar. Sie übertrafen damit bereits den weltweiten Umsatz von McDonald’s.

Beeindruckende Zahlen, die auf der Sommer-Keynote von Apple auch noch mal getoppt wurden. Jahr für Jahr zahlt Apple immer mehr an Entwickler aus. Gründet sogar eigene Entwickler-Akademien, auf denen Basics und weiterführende Grundlagen der App-Entwicklung gelehrt werden.

Los ging es schon im Oktober 2016 in Neapel. Die Akademie ist eine Zusammenarbeit zwischen Apple und der Uni. Allein im ersten Jahr konnten bereits mehr als 200 Studenten aus Europa kostenlos an dem neunmonatigen Semester teilnehmen. Inzwischen wurde die Zahl auf 400 Studenten pro Semester erweitert.

In diesem Jahr hat Apple nach Neapel und Brasilien die mittlerweile dritte Developer Academy in Jakarta in Indonesien eröffnet. Bis zum Sommer 2019 werden dort aktuell rund 1000 Studenten ausgebildet.

Inzwischen gibt es sogar einen sogenannten „Enterprise Track“ für 36 Studenten. Dort wird eine Komplettschulung für den gesamten Lebenszyklus einer App „vom Design über die Implementierung bis hin zur Bereitstellung in der Cloud, Sicherheit, Fehlerbehebung und Datenspeicherung“ gelehrt.

Wer die Aufnahmeprüfung an die Akademien schafft, erhält neben dem kostenlosen Unterricht auch iPhone und Mac gratis. Der Masterplan dahinter ist klar: Gut ausgebildete Developer sichern eben in Zukunft die App-Einnahmen von Apple.

3. Die Sichtbarkeit im App Store hängt immer mehr von Apple ab

Dass vor allem die großen Entwickler-Schmieden wie die Macher von Angry Birds (früher, heute kämpft Rovio ums Überleben), PUGB (Bluehole Studios), Fortnite (Kollaboration von Epic Games und People Can Fly), Clash of Clans (Supercell) beim Umsatz profitieren, ist längst kein Geheimnis mehr unter Developern. Es war schon immer so und dürfte sich auch nicht mehr ändern.

Gerade für kleine Indie-Entwickler mit geringem Budget ist das ein Problem: Ihre Sichtbarkeit im App Store schwindet – es sei denn, sie werden von Apple gefeatured. Doch dieses Privileg können nur wenige glückliche Entwickler in Anspruch nehmen, deren Apps Apples eigener App-Store-Redaktion auffallen.

Wird ein Entwickler von Apple kontaktiert, wird er oft zu Entwickler-Sessions nach Berlin und in andere Städte weltweit eingeladen. Solche Sessions werden in der Regel nicht publik gemacht. In kleiner Runde motiviert Apple diese Entwickler dann für ihre weitere Arbeit.

Als Belohnung winkt für meist eine Woche ein großes Banner der App im Store. Apple erstellt für die Entwickler dann eine Liste mit ToDos, bittet um Übersendung auch von kreativen selbst erstellten (oder bei Designern in Auftrag gegebenen) Bannern und verspricht dann zu prüfen, ob die App im Store gefeatured wird. Darauf hoffen die meisten Entwickler.

Doch auch hier sind die Erfahrungen, die Developer machen, dann höchst unterschiedlich. Für einige Apps ist es bereits ein Erfolg, wenn ihr Projekt 100 Downloads anstößt. Das reicht in einigen Kategorien erstaunlicherweise dann sogar, um in die Top 10 der App Store Charts zu gelangen. Aber eben nur vorübergehend.

Große Entwicklerstudios haben mehr finanziellen Background und können nach einem Flop natürlich gleich das nächste Spiel oder die nächste Produktivitäts-App angehen, während der kleine erfolglose Indie-Entwickler versucht, seine Miete im nächsten Monat erst einmal pünktlich zu zahlen.

4. Kleine Entwickler bleiben wohl bald auf der Strecke

Mit Wirkung vom 1. Oktober wird die Chance auf große Umsätze für kleine unbekanntere Entwickler noch einmal kleiner. Apple hat sich entschieden, an Blogs und Websites keine Affiliate-Provisionen mehr zu zahlen.

Begründet wird dies damit, dass der neue iOS-App-Store, bereits mit iOS 11 eingeführt, jetzt von einem großen Experten-Team, einer eigenen Apple-Redaktion, mit journalistischen Inhalten bestückt werde. Dies sind Vorstellungen von Entwicklern und ihren Apps mittels großer Interviews, das sind auch kuratierte App-Sammlungen zu einem Thema – mit Apps, die Apples Redaktion gefallen.

Und die Redaktion kürt auch immer eine „App des Tages“. Mit macOS Mojave, der neuesten Version des Betriebssystems für den Mac, hat Apple einen solchen redaktionellen App Store auch im Mac App Store eingeführt.

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Mit der redaktionellen Aufbereitung durch Apple im iOS App Store und im Mac App Store, so Vizepräsident Phil Schiller, sei es nicht mehr zwingend nötig, Affiliate-Provisionen an Blogger und Betreiber einer Webseite zu zahlen.

Über Jahre hinweg erhielten diese bis zu sieben Prozent von den Einnahmen, die durch einen App-Download nach einem Bericht auf der Webseite generiert wurden. Reich werden konnte dadurch kein Blogger, aber mit den Einnahmen ließen sich in vielen Fällen die Serverkosten für Webseiten, die über Apps (unabhängig) berichten und diese ausführlich testen, begleichen.

Diese Provisionen ist Apple nun nicht mehr bereit zu zahlen. Einerseits will Cupertino damit seine Ausgaben verringern, andererseits waren es über Jahre eben jene Blogger, die den App Store erst mit ihrer täglichen und unabhängigen Berichterstattung groß gemacht haben. Und auch kleine Entwickler ins Rampenlicht gerückt haben.

Auf diese „Power“ enthusiastischer Betreiber von Webseiten verzichtet Apple nun, sollte der Schritt nicht noch kurzfristig rückgängig gemacht werden – was viele Betreiber inständig hoffen, um nicht schließen zu müssen. Das Einstellen der Zahlung von Affiliate-Provisionen für Apps trifft sogar das große bekannte Spiele-Portal TouchArcade bis ins Mark.

Die Betreiber suchen seit Wochen händeringend nach einer neuen Finanzierungsoption für ihre Seite. Auch deutsche Seiten, die in den letzten Jahren fast allein auf Einnahmen aus App-Provisionen ihre Existenz begründeten, könnten betroffen sein. Einige Entwickler haben daher im Sommer 2018 bereits die sogenannte Developer Union gegründet, eine Entwickler-Gewerkschaft.

Auf der Startseite des Portals heißt es: „Liebes Apple, wir glauben, dass Leute, die großartige Software erschaffen, in der Lage sein sollten, davon zu leben.“

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