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So zeigt Dolby bei seiner Technik Dolby Vision den Unterschied zum normalen TV-Bild. Foto: Dolby
Jörg Heinrich TV Streaming

Alles über das perfekte Fernsehbild

Derzeit dreht sich bei Fernsehern alles um 4K und HDR. LEAD erklärt, was hinter den beiden Technologien steckt und verrät, warum HDR fürs perfekte Fernsehbild viel wichtiger ist als 4K.

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Das Jahr 2018 bietet gleich mehrere sportliche Höhepunkte. In Südkorea beginnen am 9. Februar die Olympischen Winterspiele. In Russland startet am 14. Juni die Fußball-Weltmeisterschaft. Und in Deutschlands Elektromärkten wird das Schleppen riesiger Fernseher zur olympiareifen Herausforderung. Denn in solchen Jahren kaufen Zuschauer und Sofasportler besonders viele neue TV-Geräte. Dabei ist nicht nur das Tragen anstrengend, sondern auch die völlig unübersichtliche Auswahl.

Allein Samsung bietet derzeit 47 verschiedene Fernseher mit der besonders scharfen 4K-Bildauflösung an – und verwirrt Käufer mit mysteriösen Modellbezeichnungen wie QE55Q7CGMTXZG oder UE65MU7049TXZG. Diese koreanischen Geheimformeln muss kein Kunde verstehen.

Viel wichtiger sind die beiden Technologien, um die sich derzeit bei Fernsehern alles dreht: 4K und HDR. LEAD erklärt, was dahintersteckt. Und verrät, warum HDR fürs perfekte Fernsehbild viel wichtiger ist als 4K.

4K: Viermal so viele Bildpunkte

Dieses Kürzel kennen die meisten TV-Käufer. 4K bedeutet: Bei gleicher Größe des Fernsehers setzt sich das Bild aus viermal so vielen Punkten beziehunsgweise Pixeln zusammen wie beim bisherigen Standard Full HD, der in Deutschland seit etwa 2010 üblich ist.

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Und so stellt Apple den Unterschied für sein Apple TV dar. Foto: Apple

Bei Full-HD-Fernsehern besteht das Bild aus rund zwei Millionen Punkten. Bei 4K – das auch als Ultra-HD oder UHD bezeichnet wird – sind es etwa acht Millionen. Die Pixel sind damit viermal kleiner, das Bild wird, zumindest theoretisch, noch feiner und schärfer. In der Praxis ist der Sprung aber unspektakulärer als einst beim Wechsel von der Röhre zum Flachbildfernseher.

Kaum einen Unterschied zwischen Full HD und 4K

Bei einem Experiment der Stiftung Warentest erkannten die 24 Probezuschauer kaum einen Unterschied zwischen Full HD und 4K. Die höhere Auflösung, für die es noch kaum TV-Sendungen gibt, die aber von Streamingdiensten wie Netflix, Amazon Prime Video oder von Apples iTunes unterstützt wird, lohnt sich vor allem, wenn der Zuschauer relativ nah vor dem Fernseher sitzt. Denn dank der kleineren Bildpunkte droht auch bei Abständen zwischen 1,50 Meter und zwei Metern kein Kopfweh mehr. Bei mehr als zwei Metern kann das Auge aber kaum noch einen Vorteil von 4K erkennen. Solche Fernseher brillieren also vor allem als "Nahseher".

Zuschauern, die auch künftig einfach nur ihr gewohntes TV-Programm sehen wollen, genügt deshalb nach wie vor ein günstiges Full-HD-Gerät wie zum Beispiel der 43 Zoll große Samsung UE43M5590AU­XZG für rund 470 Euro. Fans von Netflix & Co., aber auch Zocker auf PlayStation 4 und Xbox One, sollten dagegen auf den echten TV-Fortschritt der letzten Jahre achten, auf HDR.

HDR: Fernsehbilder (fast) wie echt

In der Werbung für neue Fernseher dreht sich fast alles um 4K und UHD – dabei ist HDR viel spannender. Die drei Buchstaben stehen für "High Dynamic Range", also für einen besonders hohen Kontrastumfang, für größere Unterschiede zwischen Hell und Dunkel.

Bisher war HDR vor allem beim Fotografieren wichtig. Fast jede Kamera bietet einen HDR-Modus, bei dem die Elektronik aus mehreren besonders hellen und dunklen Belichtungen das optimale Bild zusammensetzt. Wolken am Himmel sind damit auch noch bei gleißendem Sonnenschein zu erkennen. Und eine dunkle Mauer zeigt auch im Schatten ihre Strukturen.

Das funktioniert jetzt auch am Fernseher. Ein normales TV-Gerät kann nur 256 verschiedene Helligkeitsstufen darstellen. Beim HDR-Fernseher sind es dagegen 1.024. Und der momentan fortschrittlichste HDR-Standard Dolby Vision - mehr dazu später - schafft sogar 4.096 Stufen. Folge: Die TV-Bilder sehen fast so aus, wie wir es beim normalen Sehen gewöhnt sind. Denn das menschliche Auge kann rund 10.000 Helligkeitsstufen unterscheiden. Und diesem Ideal kommen die Hersteller immer näher.

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Liefert brillante HDR-Bilder - Testsieger LG 55SJ8109. Foto: LG/123rf.de

Im Warentest haben die Probezuschauer, die kaum zwischen Full HD und 4K unterscheiden konnten, den Fortschritt durch HDR deutlich erkannt. Und so bieten in der momentanen TV-Rangliste der Tester sämtliche Fernseher in den Top 10 einen HDR-Modus. Nummer 1 mit der Note 1,7 ist der 55 Zoll große LG 55SJ8109 mit Dolby Vision, der im Sommer 2017 noch rund 1.600 Euro kostete, der aber jetzt schon zwischen 1.000 und 1.100 Euro zu haben ist.

Wichtig: Die vielen 4K-Fernseher ohne HDR, die derzeit noch im Angebot sind, sind ihr Geld nicht wert. Wer hier spart, kauft quasi einen Ferrari mit Dieselmotor.

HDR ist nicht gleich HDR

Nicht nur Typenbezeichnungen wie QE55Q7CGMTXZG verwirren die Käufer, sondern auch drei verschiedene HDR-Standards, die es momentan gibt.

Am meisten verbreitet ist HDR10, das die Bildqualität bereits enorm verbessert, das aber seine Grenzen hat. Denn hier gilt für einen gesamten Film oder für eine gesamte Serienepisode die gleiche Einstellung in Sachen Kontrast und Dynamik. Das verbesserte HDR10+, hinter dem Samsung und Amazon stehen, optimiert das Bild dagegen ständig neu – je nachdem, welche Einstellungen für eine Szene optimal sind. Von Audio-Pionier Dolby kommt Dolby Vision, das ähnlich wie HDR10+ funktioniert, das aber noch einen höheren Kontrastumfang bietet.

Welcher Standard sich durchsetzt, ist noch offen. Wichtig für die Nutzer: Die meisten Videoanbieter unterstützen mehrere Techniken, Netflix und Apple beispielsweise HDR10 und Dolby Vision. Das Ausgabegerät und der Fernseher verständigen sich dabei per HDMI-Kabel auf die "Sprache", die beide verstehen. Wer für die Zukunft sichergehen will, sollte aber auf die aktuelleren Standards HDR10+ und Dolby Vision achten.

Das Siegel für eine exzellente Bildleistung

Letzte Hürde auf dem Weg zum perfekten TV-Bild: Selbst wer einen HDR-fähigen Fernseher kauft, bekommt nicht unbedingt die optimale Bildqualität. Denn richtig klasse sieht das Bild erst dann aus, wenn weitere Kriterien erfüllt sind, zum Beispiel eine Helligkeit des Bildschirms von mindestens 1.000 Nits. Einfachere Fernseher kommen hier nur auf rund 300 Nits – und weniger Helligkeit bedeutet weniger Kontrast.

Ein Qualitätssiegel vereinfacht die Suche deutlich: Fernseher, die alle Bedingungen für ein exzellentes Bild erfüllen, dürfen das Logo "Ultra HD Premium" tragen. Wenn dieses Zeichen auf der Packung klebt, ist es egal, ob der Fernseher nun QE55Q7CGMTXZG oder UE65MU7049TXZG heißt.

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