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Physiker und Fernsehmoderator Ranga Yogeshwar. Bild: Highlights der Physik/Offer
Digitalisierung Ethik KI

Alexa, magst du einen Keks?

Was passiert, wenn Menschen sich mit intelligenten Maschinen verbinden? Wer programmiert wen? Und nach welchen Regeln findet das statt? In Berlin stellt TV-Journalist Ranga Yogeshwar essenzielle Zukunftsfragen.

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Die Digitalisierung ist kein Add-on, sie verändert unsere Gesellschaft in einem Ausmaß wie zuletzt nur die industrielle Revolution. Nur wie wird diese Veränderung aussehen? "Haben wir dabei die Freiheit zu gestalten oder werden wir gestaltet?", fragte der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar auf dem Fachkonkress "Digitale Gesellschaft" der Initiative D21 im Bundeswirtschaftsministerium. Das sind Rangeshwars Beobachtungen:

Im Dialog mit den Systemen

Nur elf Jahre gibt es das Smartphone und 70 Prozent der Menschen nutzen es. Nach der Uhr, die das Leben grundsätzlich verändert hat, ist das Smartphone erst der zweite Apparat, den die Menschen ständig am Körper tragen. Das Smartphone versteht uns, wir können mit ihm sprechen, und wenn wir tippen, weiß es, was wir meinen. Wenn etwas Wichtiges passiert, halten wir es mit dem Smartphone fest. Wir kommen in Dialog mit den Systemen. Das ändert die Grammatik des Miteinanders. 

Für die kommende Generation ist Alexa Alltag

Wissenschaftler des MIT habe im vergangenen Jahr untersucht, wie Kinder Geräte wie Alexa wahrnehmen. Sie beginnen, Beziehungen zu ihnen aufzubauen und empfinden sie als Person, wollen sogar ihren Keks mit ihnen teilen. Die Mehrheit der Kinder glaubt den Maschinen und stuft sie als intelligenter und freundlicher ein als sich selbst. Die nächste Generation wird Geräte wie diese Sprachassistenten als ganz natürlich wahrnehmen. Die große Frage lautet: Wenn Kinder mit diesen Apparaten aufwachsen, von ihnen konditioniert werden, wie lernen sie Künstliche Intelligenz kritisch zu hinterfragen und kommerzielles Interesse zu erkennen?

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"Digitale Alchemie": Wir vertrauen Apparaten, die wir nicht mehr verstehen

Wir vertrauen selbstlernenden Technologien, die in einigen Bereichen besser sind als wir. Und zwar so gut, dass wir sie nicht mehr verstehen. Wenn zum Beispiel beim Credit Scoring letztlich ein Algorithmus entscheidet, wer einen Kredit bekommt und wer nicht, aber diese Entscheidung nicht erklären kann, wird das Prinzip von Ursache und Wirkung infrage gestellt. Es gilt als das Fundament der Aufklärung, auf der wiederum unsere heutige Gesellschaft basiert. Darf ein Rechtssystem eine solche Entwicklung zulassen? Das Vertrauen in Maschinen ist nur dann gerechtfertigt, wenn es auf einem klaren Verständnis der Algorithmen basiert: Zu wissen, was die KI weiß und und welches Wissen sie sich noch aneignen kann. Forscher prägen deswegen den Begriff der Explainable Artificial Intelligence.

Soziale Medien haben ihre Unschuld verloren

Aus Massenmedien sind Medien der Massen geworden. Einzelpersonen wie Trump haben mit 47 Millionen Followern bei Twitter eine größere Reichweite als Massenmedien. Aufklärung basiert aber auf Fakten, nicht auf der Mehrheit. Facebook fährt die öffentlichen Beiträge zugunsten der privaten herunter, und niemand kann überprüfen, wie die Datenströme anhand persönlicher oder politischer Profile priorisiert werden. Das kann einen direkten Effekt auf das gesellschaftliche Bewusstsein haben und politisch destabilisierend wirken. Müssten Firmen wie Facebook mit zwei Milliarden Nutzern bei einer derart kritischen gesellschaftlichen Relevanz ihre Algorithmen nicht offenlegen müssen?

Revolution Blockchain

Blockchain zeigt uns ein Verfahren, bei dem der Mittelsmann entfällt. Das ist eine Revolution für die Wirtschaft. Unser Denken hat sich über die Jahrhunderte so geprägt, dass es immer irgendwo einen Mittelsmann geben muss. Geld hole ich bei der Bank. Grundstückskäufe werden im Katasteramt eingetragen. Bioprodukte müssen über ein Label zertifiziert werden. Blockchain erlaubt uns, diese Instanzen durch Technologie zu ersetzen, die schneller, günstiger, transparenter, zuverlässiger ist. In der Folge könnten Banken und andere Institutionen überflüssig werden.  

Fazit

Die Veränderungen in einer digitalen Gesellschaft werden so gravierend sein, dass es mehr Bewusstsein darüber braucht, was mit uns passiert. Noch sind wir zu sehr Getriebene statt den digitalen Wandel selbst zu gestalten.

Die Initiative D21 hat parallel zum Kongress eine Studie über den Digitalisierungsfortschritt in Deutschland veröffentlicht: Sowohl bei der Digitalisierung der Arbeitswelt als auch was den digitalen Fortschritt insgesamt betrifft, hat Deutschland Nachholbedarf.

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