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Big Brother
Die Augen von Big Sister. Besonders Amazons Alexa-Geräte machen Datenschützern Sorgen (Foto: 123rf.de)
Datenschutz Alexa Google Home

Abhör-Alarm! So neugierig können Weihnachtsgeschenke sein

"Smarte" Geräte mit Internetanschluss sind manchmal nützlich – und häufig neugierig. Die Mozilla Foundation hat schlaue Lautsprecher, Überwachungskameras, Spielkonsolen und weitere Produkte unter die Lupe genommen, die in diesen Wochen auf den Weihnachts-Wunschzetteln stehen.

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Wie neugierig sind Amazons Echo-Lautsprecher oder Nintendos Switch-Konsole? Und welche Hersteller respektieren die Privatsphäre der Nutzer?

LEAD verrät die interessantesten Ergebnisse der Untersuchung der Mozilla Foundation, Anbieter des herstellerunabhängigen Firefox-Browsers. Der Titel der Untersuchung lässt schon erkennen, wohin es gehen wird: "Privatsphäre nicht inbegriffen".

Weniger neugierig

Nintendo Switch
Spielen ohne Reue: Die Nintendo Switch lässt ihre Nutzer relativ unbeobachtet (Foto: Nintendo)

Bei der Switch-Konsole lobt Mozilla den Datenschutz von Nintendo und die vielen Einstellmöglichkeiten für Eltern. Die Switch-Kamera lässt sich beispielsweise nicht zum Beobachten des Besitzers verwenden.

Auch Sonys PlayStation 4 erfüllt die wichtigsten Anforderungen an den Datenschutz – aber nur, wenn die Nutzer für ihre Anmeldung die sichere Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden. Nur so ist das Konto vor Einkäufen durch Hacker geschützt. Wie das geht, steht hier.

Bei seinen smarten Hue-Glühbirnen hat Philips zuletzt die Verschlüsselung deutlich verbessert. Und die Holländer teilen keine Kundendaten mit anderen Firmen. Dafür gibt es gute Noten. Allerdings sollten die Lampen nicht mit Google Home oder mit Amazons Alexa gesteuert werden, sonst kommen die neugierigen Internetriesen schon wieder mit ins Spiel.

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Recht neugierig

Amazon Kindle
Beim Lesegerät Kindle bekommt Amazon genau mit, was die Nutzer gerade lesen (Foto: Amazon)

Bei den Kindle-Lesegeräten kann Amazon mitverfolgen, wer welches Buch bis zu welcher Stelle liest. Denn die Daten werden erfasst und in Amazons Internetwolke gespeichert. Nur so klappt die Synchronisation über mehrere Geräte und das Weiterlesen an der gleichen Position.

Das ist dann ein weiteres Mosaiksteinchen beim großen Auskundschaften im Netz. Aber: "Keine Videos, keine Apps, kein Surfen, einfach nur Bücher", so Mozilla über den Kindle. Damit sind die Überwachungsmöglichkeiten zumindest nicht allzu groß.

Samsungs smarte Uhr Gear Sport arbeitet zwar mit einer guten Verschüsselung. Aber die Koreaner geben Kundendaten an Dritte weiter. Und dank GPS kann die Uhr "ausplaudern", wo man sich gerade befindet – während daheim womöglich die Wohnung ausgeräumt wird.

Beim Fitness-Armband Fitbit Charge 3 Tracker anonymisiert Hersteller Fitbit die Nutzerdaten vorbildlich. Dadurch lässt sich kaum nachvollziehen, welche Daten von wem stammen. Weil solche Geräte den momentanen Standort exakt messen, gelten sie aber trotzdem generell als nicht ganz unbedenklich.

Air Pods
Bei Apple-Produkten wie den AirPods stört Mozilla nur die Möglichkeit, dass Daten an Dritte weitergegeben werden können (Foto: Apple)

Apple Watch, Apples AirPods-Kopfhörer und das iPad sind zwar gut abgesichert. Apple hat in Sachen Datenschutz auch einen guten Ruf – hält sich laut Mozilla in seinen Richtlinien aber dennoch die Möglichkeit offen, Nutzerdaten mit Drittfirmen zu teilen. Daher gibt’s keine Bestnoten.

Audio-Spezialist Sonos hat bei seinen Lautsprechern Sonos One bisher viel Wert auf Datenschutz gelegt. Aber seit Alexa darauf läuft, kann Amazon mitlauschen – und aufgrund der gewählten Musik darauf schließen, ob der Nutzer gerade fröhlich oder traurig ist, und ihm dann die passende Werbung anzeigen oder schicken.

Grenzenlos neugierig

Googles Fernsehstick Chromecast arbeitet unverschlüsselt. So lässt sich ohne großen Aufwand nachvollziehen, wer gerade welche Filme und Serien schaut. Außerdem teilt Google Nutzerdaten in großem Maßstab mit Dritten – davon lebt der Konzern schließlich.

Fire7 Kids Edition
Die Kleinen im Visier: Mit dem Kids-Tablet erfährt Amazon die Wünsche von Kindern (Foto: Amazon)

Beim TV-Stick Fire TV erfasst Amazon exakt, welche Filme und Serien darauf laufen. Die Daten werden auch nicht automatisch wieder gelöscht. Dadurch lernt der Online-Händler viel über den Nutzer, und schickt postwendend die passende Werbung.

Ähnlich funktioniert auch das Kinder-Tablet Fire HD Kids Edition – nur dass Amazon hier schon die Vorlieben und Interessen von Kindern kennenlernt.

Google Home
Überaus auskunftsfreudig: Googles Home-Lautsprecher (Foto: Google)

In die Privatsphäre-Hölle gehören die "Lauschsprecher" Google Home und Amazon Echo, die ihren Besitzern zuhause kontinuierlich zuhören.

Mozilla über Google Home: "Anhand der Fragen, die du stellst, lernt Google alles über deine seltsamen Vorlieben, zum Beispiel für Holzschuhe. Und bald darauf verfolgt dich Reklame für Holzschuhe durchs ganze Internet."

Und Mozilla über den Echo mit Alexa-Sprachsteuerung: "Amazon kann damit viel zu viel über dich, dein Leben und deine seltsamen Ticks erfahren. Und dann versucht es, dir jede Menge Selbsthilfe-Bücher anzudrehen."

Fredi
Oh Baby! Mit dem Fredi Baby Monitor holen sich Eltern einen gefährlichen Spion ins Kinderzimmer (Foto: Fredi)

Gefährlichstes Produkt im Test ist aber der Fredi Baby Monitor mit Kamera, der für 42 Euro auch in Deutschland verkauft wird. Das Fazit von Mozilla klingt für Eltern mehr als beunruhigend: "Der Fredi schützt die Privatsphäre sehr schlecht. Es gibt genügend Beispiele, dass solche Babykameras häufig gehackt werden. Damit ist es möglich, das Livevideo anzuzapfen, und eine Familie und ihre Kinder auszuspionieren."

Generell gelten Überwachungs-Kameras gerade von No-Name-Herstellern, die sich wenig um die Sicherheit ihrer Produkte kümmern, als extrem gefährlich. Sobald eine Kamera im Spiel ist, sollten Käufer eher großen Marken wie Philips vertrauen, und dafür ein paar Euro mehr ausgeben.

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Tinder ersetzt die Bar, Alexa die Sekretärin. Die digitale Welt ist mit der realen Welt längst eins geworden. Nur will die Realität nicht jeder wahrhaben. Wie souverän bewegst du dich im vernetzten Leben?

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