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Huawei 5G Cybersecurity

Experte warnt vor 5G-Kooperation mit Huawei

Der chinesische Tech-Konzern Huawei gerät zunehmend unter Druck - vor allem, weil das Unternehmen seine Technologie beim 5G-Ausbau des deutschen Mobilfunknetzes einsetzen wird. China-Experte Jan Weidenfeld erklärt in einem Interview der Wirtschaftswoche, welche Folgen das für die Sicherheit deutscher Unternehmen haben wird.

Der chinesische Staatskonzern Huawei ist durch den Handelskrieg zwischen USA und China unter Druck geraten (Foto: GettyImages/NurPhoto)
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Huawei wird beim Ausbau des 5G-Netzwerkes in Deutschland wohl eine tragende Rolle spielen. Die Lizenzen dazu werden zwar erst im Frühjahr vergeben, doch alle Mobilfunkbetreiber in unserem Land kooperieren mit dem chinesischen Tech-Konzern.

Das könnte durchaus ein Sicherheitsrisiko werden, meint Experte Jan Weidenfeld, Leiter der Stabsstelle Europaangelegenheiten und Geschäftsentwicklung beim Mercator Institute for China Studies in Berlin, gegenüber der Wirtschaftswoche: "Die Bundesregierung sollte auf jeden Fall verhindern, dass Huawei kritische Elemente der zukünftigen 5G-Mobilfunkinfrastrukturen ausbaut. Es gibt besonders sensible Kernkomponenten, und die müssen massiv vor Zugriffen aus China geschützt werden."

Es gebe zwar eine ganze Reihe von Technologien, bei denen keine größeren Sicherheitsrisiken bestehen würden. In diesem Fall sei seiner Meinung nach eine Beteiligung von Huawei nicht so problematisch. Aber: "Wir sollten beim Aufbau der 5G-Netze zumindest über eine differenzierte Sicherheitsarchitektur nachdenken."

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​ "Einfallstor für Wirtschaftsspionage"

Die deutsche Regierung beschäftigt sich bisher nur zögerlich mit dem Thema. Ganz anders gehen die Vereinigten Staaten vor: Wegen Bedenken, dass die Ausrüstung ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte, ist Huawei praktisch vom nationalen Netzwerk-Markt in den USA ausgeschlossen. US-Behörden drängen andere Staaten, ihrem Beispiel zu folgen. In Australien, Neuseeland, Großbritannien und auch Norwegen gibt es bereits ein Umdenken oder wird noch geprüft.

Weidenfeld warnt in der Wirtschaftswoche: "Über den 5G-Mobilfunk werden unheimlich viele sensible Daten fließen. (...) Es entsteht ein ganz neues Einfallstor für Wirtschaftsspionage. Wenn diese Daten über Netze transportiert werden, bei denen nicht klar ist, ob nicht auch die Kommunistische Partei Chinas darauf Zugriff bekommt, dann müssen auch wir in Deutschland ganz genau hinschauen, ob wir dieses Risiko eingehen wollen."

Ein Sabotage-Risiko bestehe seiner Meinung auch, aber die größere Bedrohung sei, dass sensible Daten abfließen könnten.

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Keine "notwendige Sicherhetsbesorgnis" beim Endkonsumenten

Weidenfeld wünscht sich deshalb, dass "solche Kooperationen in Zukunft viel grundlegender diskutiert" werden.

Er kritisiert in der Wirtschaftswoche nicht nur Industrieunternehmen und die Regierung, sondern auch die Konsumenten: "Wenn ich mir die stetig steigenden Verkaufszahlen von Huawei-Smartphones in Deutschland anschaue, dann gibt es eine notwendige Sicherheitsbesorgnis bei den Endkonsumenten derzeit noch nicht. Deshalb ist es auch so wichtig, über dieses Thema eine breitere gesellschaftliche Debatte zu führen. Das findet derzeit aber noch nicht statt."

Mit Material der dpa

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