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Trember Initiator Jonathan Streubel
Der 16-jährige Berliner Jonathan Streubel hat sich die App trember ausgedacht. (Bild: trember)
Apps Start-ups Interview

16-jähriger Berliner erfindet Verabredungs-App trember

Um sich einfacher mit mehreren Leuten verabreden zu können, hat sich der 16-jährige Berliner Jonathan Streubel die App trember ausgedacht.

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Vor ungefähr einem Jahr war Jonathan Streubel während seines Auslandsjahrs in den USA ziemlich genervt. Die internationale Schule in der Nähe von Boston gefiel ihm, die Mitschüler kamen aus unterschiedlichen Ländern, das Leben war aufregend und die Jugendlichen motiviert, sich möglichst schnell einen Freundeskreis aufzubauen, mit dem das Jahr zu mehr als nur einer Station im Lebenslauf werden würde.

Doch vor allem, wenn man sich mit mehreren Leuten verabreden wollte, wurde es schwierig, sagt Jonathan zu LEAD: "Viele hatten WhatsApp, aber bei den Amerikanern war das nicht verbreitet." Am Ende sei nur geblieben, jeden einzeln anzurufen und zu bequatschen, was man wann starten könnte. "Extrem nervig und zeitaufwendig", fand Jonathan und begann, sich über das Problem seine eigenen Gedanken zu machen.

Verabreden wird einfacher und schneller

Die Lösung: Eine App, mit der man in ein paar Klicks ein Event erstellen kann. Entweder als Open Event, indem man zum Beispiel nur fragt, wer gerade Zeit und Lust hat, etwas zu machen, oder als konkreten Vorschlag mit Einladung an seine Freunde.

Wer die App hat, bekommt alle Infos angezeigt und kann zu- oder absagen, wer die App nicht hat, kommt über einen per SMS verschickten Link zum Event. Details kann man dann im Chat besprechen. Wie bei anderen Apps auch läuft alles über das Smartphone, aber: "Wir benutzen es nicht, um nur zu schreiben. Sondern um sich im echten Leben zu treffen, was mehr Spaß macht und viel cooler ist."

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Trember App
Mit trember können User in ein paar Klicks ein Event fürs echte Leben erstellen. (Bild: trember)

Parkour ist seine Leidenschaft

Wer sich jetzt einen 16-jährigen Nerd vorstellt, der tagelang nur vor dem Computer sitzt, liegt bei Jonathan falsch. Er verbringt einen großen Teil seiner Freizeit beim Parkour, durchstreift mit seinen Kumpels Berlin und findet heraus, wie man den Weg von A nach B auf möglichst kreative Art gestalten und dabei Spaß haben kann.

Der urbane Raum wird so zu Spielweise und Trainingsort, rennen, springen oder klettern kann man überall, die Möglichkeiten sind unendlich. "Nur Saltos übt man am besten in Sandkästen auf Spielplätzen", sagt Jonathan, und wer sich neue Tricks erarbeiten will, kann das wie er auch in einer Halle mit einem Trainer tun.

Eine Sportart, die für viele eher eine Lebenseinstellung als ein Hobby ist und auch eines der großen Vorbilder von Jonathan hervorgebracht hat: Jason Paul, Parkour-Athlet im Team von Red Bull, der bei Instagram 419.000 Follower und mit Team Farang ein eigenes Modebrand aufgebaut hat.

In Jonathans Gunst liegt Paul damit knapp vor Elon Musk. Was der 16-Jährige sonst so mag? Den Rapper J. Cole, Comedy-Serien wie "The Office" und "Brooklyn Nine-Nine" und ja, auch seine vier kleinen Schwestern, von denen die jüngste gerade mal ein Jahr alt ist und die nicht ganz unschuldig daran sind, dass aus der Sache mit trember tatsächlich etwas geworden ist.

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Jonathans Vater ist der CEO von trember

Eben jene Schwestern ("schon niedlich, aber auch anstrengend", wie Jonathan sagt) waren es nämlich, die die Nerven von Jonathans Vater während seines Auslandsaufenthaltes so strapazierten, dass er die Business-Idee seines Sohnes äußerst wohlwollend aufnahm.

"Zu Weihnachten war Jonathan aus den USA zu Besuch und hat mir beim Kaffeetrinken hier in Zehlendorf davon erzählt", erinnert sich sein Vater Dr. Nikolai Riesenkampff. Der Gründer des Zahlungsdienstes Moneybookers, aus dem die Multimilliarden-Firma Skrill hervorgegangen ist, hatte sein Amt als einstiger Präsident des 1. FC Kaiserslautern kurz zuvor aufgegeben, langweilte sich und suchte eine Möglichkeit, "um von zuhause zu fliehen", sagt er halb im Spaß.

Als Jonathan sich im Anschluss an das Gespräch sofort hingesetzt und tagelang Screens für die App gebaut hätte, habe er gesehen, wie ernst es ihm mit der Sache sei und dann seine Kontakte angezapft. Riesenkampff ist als CEO des Start-ups trember eingetragen, das mittlerweile rund 20 Mitarbeiter hat und schon im nächsten Jahr den internationalen Aufschlag wagen will. Er ist zuständig für die Management-Seite, Jonathan für den kreativen Part.

"Ich überlege mir, wie die App aussehen und welche neuen Features sie haben soll und bespreche das dann mit den Developers", sagt der 16-Jährige. Seine Freistunden und die Nachmittage verbringt der Elftklässler mit den Leistungskursen Mathe und Physik im Büro und ist auch dann immer dabei, wenn wichtige Entscheidungen anstehen.

Wenn er das Abi in zwei Jahren in der Tasche hat, will er vor allem eines machen: "Erst einmal trember. Und dann vielleicht studieren." Business steht hoch im Kurs, vielleicht in Berlin, vielleicht aber auch in den USA. Mit 16 scheinen die Möglichkeiten unendlich, nicht nur beim Parkour.

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Über trember

  • Das Event steht im Mittelpunkt, die wichtigen Informationen sind immer auf der Eventkarte zu sehen
  • Die Chats werden nicht zugespamt
  • Events kann man als Open Events für alle Interessierten erstellen oder explizit seine Freunde einladen
  • Sowohl das Verabreden als auch die Kommunikation im Chat sollen einfacher, lustiger und schneller sein als über eine WhatsApp-Gruppe
  • Hauptzielgruppe sind Schüler und Studenten
  • Jeder User sieht auf der Karte nicht nur, welche Events von Freunden stattfinden, sondern auch, welche öffentlichen Veranstaltungen (Konzerte, Fußballspiele …) es in der Nähe gibt
  • Das nächste Ziel: Gestartet am 16. Oktober soll die App bis Ostern 2020 100.000 User haben
  • Das langfristige Ziel: "Wir wollen das Ding so groß machen wie WhatsApp." (CEO Dr. Nikolai Riesenkampff)
  • Die App ist kostenlos in den App-Stores für Android und iOS verfügbar
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