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Oft beschworen, trotzdem wahr: Vinyl-Platten verleihen der Musik eine sinnliche Note (Bild: gloffs/123RF)
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10 Tipps, wie Musik 2018 wieder Spaß macht

In Zeiten von Spotify ist Musik zur Klangtapete geworden, die im Hintergrund dudelt. LEAD hat zehn Tipps, wie Musik 2018 wieder Spaß macht.

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Es gab Zeiten, da war Musik wichtig. Ach was: Musik war das Wichtigste der Welt, und manchmal sogar wichtiger als die Liebe. Der erste Kuss ging vorbei – aber das lang ersehnte neue Album von Bowie, von Oasis, von Pulp, sie blieben. Gekauft vom zusammengesparten Taschengeld bei WOM oder  Saturn, zu Hause auf den Plattenteller gelegt oder in den CD-Player geschoben, die ersten Töne gehört – und das Leben war perfekt. (What’s the Story) Morning Glory? - was kann einem schon passieren, solange Liam Gallagher "Hello" singt? Aber: Das war 1995, heute ist 2018. Und die Gallagher-Brüder wussten damals schon: "It's never gonna be the same." So schön wird’s nie wieder.

2001 packte uns Steve Jobs mit dem ersten iPod 1.000 Songs in die Hosentasche. Und aus den Platten und CDs, gehütet wie ein Schatz, wurde ein schneeweißes zigarettenschachtelgroßes Kästchen, großartig entworfen von Apples Design-Guru Jonathan Ive. Ab 2003 kostete ein Album-Download im iTunes Music Store 9,99 Euro. Und Herbert Grönemeyers "Mensch" oder "Die Reklamation" von den Helden waren jeden Cent wert.

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Der Streamingdienst Spotify ist ein All-you-can-eat-Buffet der Musik (Bild: twindesign/123RF).

Das lief einige Jahre ganz prima, bis 2012 Spotify kam – und Musik egal wurde. Heute sind aus den heiß ersehnten Platten und aus den 1.000 Songs in der Hosentasche 40 Millionen Lieder auf dem Smartphone geworden. Alle Musik der Welt für 9,99 Euro im Monat, oder mit Werbung bei Spotify für lau. Musik als Flatrate, All-you-can-eat für die Ohren, ein riesiger Klang-Supermarkt zur Selbstbedienung. 4,45 Euro kostet der Cappuccino bei Starbucks, Musik gibt’s für null Euro. Und, alte Weisheit: Was nichts kostet, ist nichts wert. Und so ist Musik in Zeiten von Spotify und Apple Music zur Klangtapete geworden, die im Hintergrund dudelt. Und niemand wartet mehr aufgeregt auf die neuen Platten von Felix Jaehn, Robin Schulz oder Luis Fonsi. It's never gonna be the same? Nicht unbedingt. Wir haben zehn Tipps, wie Musik 2018 wieder Spaß macht.

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1. Vernünftige Kopfhörer

Die Plastikstöpsel, die den Smartphones beiliegen, sind mit ihrem blechernen Klang eine Beleidigung für die Ohren – und für jeden Musiker. Schon für 30 Euro bieten In-Ears wie der Sony MDR-EX450AP drastisch besseren Sound. Noch besser klingen Apples drahtlose AirPods für 160 Euro. Und wer keine Stöpsel im Ohr will, sondern richtige Kopfhörer, freut sich über die bildschönen und toll klingenden Beoplay H4 (220 Euro) vom dänischen Edelhersteller Bang & Olufsen. Auch sie funken drahtlos per Bluetooth. Die Beoplay H9i für 500 Euro klingen dank aktiver Geräuschunterdrückung sogar noch besser. Und statt quäkender Smartphone-Lautsprecher sind die Drahtlos-Boxen Yamaha WX-030 (180 Euro) der aktuelle Preis-Leistungs-Tipp von Warentest. Es muss nicht unbedingt (aber es kann) der angeblich bestklingende Lautsprecher der Welt sein, der Devialet Phantom für 1.500 Euro, der auch im Amtszimmer des französischen Präsidenten Emmanuel Macron steht.

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Beoplay H4, die Kopfhörer vom dänischen Edelhersteller Bang & Olufsen (Bild: Bang & Olufsen/Beoplay)

2. Schluss mit CDs

Die Überbleibsel aus den 80er Jahren sind heute ein sinnloses Format. Sie sind nicht so praktisch wie digitale Downloads, und nicht so sinnlich und begehrenswert wie Vinyl. Fort mit ihnen! Die Silberscheiben sind als Mittelding zwischen alter und neuer Welt so überflüssig wie David Garrett als Mittelding zwischen Rock und Klassik. Niemand braucht einen Geigenschnösel, der "Thunderstruck" fiedelt. Also: Die letzten CDs digitalisieren! Und dann fürs Unterwegs-Hören konsequent auf Download und Streaming setzen, und für den Musikgenuss zuhause auf Vinyl.

3. Plattenspieler kaufen

Vinylplatten sind zurück. Und das aus gutem Grund. Die prächtigen Cover, die Texte auf den Innenhüllen, die Nadel, die sich auf die schwarze Scheibe senkt, hoffentlich an der richtigen Stelle – ein sinnlicher Genuss. Vinylplatten und ihre Hüllen duften sogar (vor allem, wenn sie gebraucht sind…). Wonach riecht ein Musikstream? Und wenn die Platten knacksen? Egal. Jeder Knackser ist eine Erinnerung an einen unvergesslichen Musikmoment, wie das Eselsohr im Lieblingsbuch. Der Umsatz mit Plattenspielern hat sich in Deutschland seit 2015 nahezu verdoppelt, auf 27 Millionen Euro im letzten Jahr.

Das Magazin Chip empfiehlt Vinyl-Fans den AudioTechnica LP60USB für 160 Euro, mit dem sich die alten Scheiben sogar digitalisieren lassen. Wobei: Das ist meist gar nicht nötig, denn immer mehr Vinylplatten kommen mit einem Code zum Download der Musik aus dem Netz. Und wenn die Optik wichtiger ist als der Sound: Der bildschöne Koffer-Plattenspieler Crosley Cruiser (ab 90 Euro) schaut nach Elvis und Petticoat aus. Außerdem kann man Platten seinen Kindern vererben – was deutlich cooler ist als das Vererben eines Spotify-Passworts.

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Ein Plattenspieler aus dem Koffer: Der Crosley-Cruiser (Bild: Crosley)

4. Musik-Diät starten

Jeden Song der Welt herunterzuladen und aufs Smartphone zu packen – das klingt verlockend, sorgt aber für mindestens genauso viel Völlegefühl wie ein überfüllter Teller am All-you-can-eat-Buffet. Wer wieder Spaß an der Musik haben will, setzt sich ein Limit, beispielsweise fünf Alben im Monat. Und hört diese Musik dann auch tatsächlich an, statt Hunderte von Songs zu laden, die dann ungehört im Smartphone-Speicher versickern. Der Musik-Schlankmacher für die Ohren.

5. Gute Klangqualität

Steve Jobs’ berühmte 1.000 Songs in der Hosentasche – das funktionierte nur, weil die Stücke mangels Speicherplatz beim Komprimieren ausgepresst wurden wie eine Zitrone. MP3-Dateien mit 128 Kilobit pro Sekunde klingen grottig, waren damals aber Standard. Denn die Festplatte des ersten iPods hatte nur 5 GB Platz. Heute kostet eine MicroSD-Speicherkarte mit 32 GB 15 Euro, doch die alten Schepper-Dateien mit ihren 128 Kilobit sind nicht totzukriegen. Wer sie immer noch hört: Löschen, CDs neu digitalisieren, und Downloads oder Streams mit zeitgemäßen 256, beziehungsweise 320 Kilobit suchen. Für alle, die ihre Ohren verwöhnen wollen, bieten Shops wie HD Tracks hochauflösende und verlustfreie Audiodaten. Wir schauen schließlich auch keine Schwarzweiß-Sendungen auf dem Röhrenfernseher mehr an.

6. Auch mal bezahlen

Niemand muss Beyoncé, Ed Sheeran und Taylor Swift noch reicher machen, als sie ohnehin schon sind. Oder die Komponisten, die uns mit Helene-Fischer-Musik traktieren. Aber wenn ein Musiker, vielleicht jung, vielleicht noch unbekannt, tolle Songs abliefert – dann lohnt es sich, sein Album nicht nur zu streamen, sondern beispielsweise bei iTunes für 9,99 Euro zu kaufen, und damit tolle Musik zu unterstützen. Das sind immer noch weniger als zwei Cappuccino bei Starbucks, und es gibt ein gutes Gefühl beim Hören. Das verbessert zumindest ein wenig die verheerende Bilanz, die das Streaming unter Musikern angerichtet hat, die nicht zu den Weltstars gehören. Für einen Stream bekommen die Plattenfirmen in aller Regel etwa einen Cent von Spotify oder Apple Music. Davon landen rund 15 Prozent beim Musiker, falls er sein Stück selbst geschrieben hat. 0,15 Cent pro Stream – das bedeutet bei soliden 20.000 Abrufen im Monat Einnahmen von 30 Euro. Hurra. Ein einziger bezahlter iTunes- Download bringt dem Künstler dagegen etwa einen Euro.

7. Komplette Alben hören

Viele Bands und Sänger haben die Musikkassette als neues Lieblingsmedium entdeckt. Warum? Weil sie den Zuhörer praktisch dazu zwingt, Alben wieder komplett anzuhören. Denn Spulen nervt, und führt nie an die richtige Stelle. Früher war es selbstverständlich, Alben zu hören. Heute regiert die Häppchen-Musik, die große Kunst praktisch unmöglich macht. Das "Weiße Album" der Beatles im Spotify-Zeitalter, das würde sich so anhören: Ein wenig "Ob-La-Di, Ob-La-Da", ein bisschen "Revolution 9", "Blackbird" und "Helter Skelter", der Rest wird übersprungen. Die ersten aktuellen Stars wie DJ Calvin Harris haben sich bereits komplett vom Konzept des Albums verabschiedet, und produzieren nur noch Singles und EPs. Wer Musik liebt und ernst nimmt, hört sich auch 2018 noch (oder wieder) komplette Alben an.

8. Mehr als Ed Sheeran

Spotifys Flatrate-Musik führt zu einer Monokultur, in der wenige Superstars dominieren. Und die Charts, zu denen mittlerweile auch das Streaming zählt, werden dadurch immer irrelevanter. Eine Untersuchung der BBC aus dem 2016 liefert Zahlen: Im ersten Halbjahr landeten 86 Neuzugänge in den britischen Singles-Charts. Zehn Jahre zuvor waren es noch 230. Absoluter Tiefpunkt: Im März 2017 wurden die "UK Top 20" zu den "Ed Sheeran Top 20": 16 Songs des englischen Sängers lagen unter der ersten 20 – und damit sein komplettes Album "Divide". Wenn die Musik von Superstars von Sheeran bis Adele praktisch kostenlos verfügbar ist, bleibt frischen, jungen, unbekannten Künstlern kaum mehr Luft zum Atmen. Es lohnt sich auch heute noch, neue Musik zu entdecken, und auf Spotify nicht nur die Charts rauf und runter laufen zu lassen.

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Musik-Monopolist Ed Sheeran (Bild: Warner)

9. Finger weg von den Playlists

Bei Spotify heißen die millionenfach gehörten Playlists "New Music Friday" oder "Afternoon Acoustic", bei Apple Music "Friday Feeling", "Pure Romance" oder "Angesagt: Deutschrap". Diese Listen sind das Bügelradio des Streaming-Zeitalters, und jeder Künstler will dort vertreten sein. Warum wurde "Despacito" zu solch einem Welthit? Weil die Plattenfirma zahllose Versionen zusammenmixen ließ – einmal mit Salsa, einmal Portugiesisch, einmal mit Justin Bieber, einmal als Pop, oder einmal als Reggae. Künstlerisch war das völlig überflüssig. Aber so landete "Despacito" in jeder nur denkbaren Playlist für jeden nur denkbaren Geschmack. Und mit dem Siegeszug von Lautsprechern wie Amazons Echo, die auf Befehle wie "Alexa, spiel Musik zum Entspannen" reagieren, werden solche Playlists noch wichtiger, die als Musiktapete zum Nebenbei-Hören zusammengestellt werden. Wer wirklich Lust auf Musik hat, geht selbst auf die Suche nach neuen Lieblingssongs, und lässt sich nicht nur von Playlists berieseln.

10. Keine Gratis-Musik

140 Millionen Nutzer hat Spotify weltweit – doch nur die Hälfte davon bezahlt. Der Rest nutzt die Gratisvariante mit Werbung dazwischen und zeigt damit, dass ihm Musik nicht einen einzigen Cent wert ist. Das ist dann kaum besser als früher die illegalen Downloads bei Napster und anderen Tauschbörsen. Wer ein Herz für Musik hat, und sei es noch so klein, sollte wenigstens die 9,99 Euro im Monat für Spotify oder Apple Music übrig haben. Denn bei der Gratis-Variante von Spotify bleiben den Künstlern nur rund ein Fünftel der Einnahmen aus den bezahlten Abos. Das macht dann bei 20.000 Streams sechs Euro im Monat. Doch ein verhungerter Musiker schreibt keine guten Songs mehr.

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