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Internes Recruiting

USA: Unternehmen setzen auf Talente-Portale

Irmela Schwab Veröffentlicht am 31.05.2012 - 08:00 Uhr

USA: Unternehmen setzen auf Talente-Portale

Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt doch so nah. Wieder so ein großmütterliches Sprichwort, in dem ein tiefer Wahrheitsgehalt steckt. Das meinen zumindest US-Unternehmen wie Cisco Systems, Google und Booz Allen Hamilton: Nach einem Bericht im "Wall Street Journal" haben die Firmen entdeckt, dass sie über internes Talente-Management zeit- und geldsparender operieren können, also viel effektiver, als wenn sie Externe zu sich holen, die eventuell gar nicht zu ihnen passen.

Um brachliegende Potenziale innerhalb seiner Mitarbeiterschaft zu orten, hat Cisco ein internes Programm entwickelt das "Talent Connection" heißt. Personaler können sich den Angestellten dabei auf die gleiche Art nähern, wie sie es sonst bei externen Kandidaten machen. Seit 2010 haben 65.000 Beschäftigte Profile auf der Plattform angelegt, um kontaktiert zu werden - oder aber auch, um aktiv nach Aufstiegsmöglichkeiten bzw. weiteren Optionen im Unternehmen zu suchen. Wie Cisco gegenüber dem "Wall Street Journal" sagt, hat diese Strategie dem Unternehmen "mehrere Millionen Dollar" an Recruiting-Kosten eingespart. Auf der anderen Seite seien die Angestellten um bis zu 20 Prozent zufriedener mit der Entwicklung ihrer Karriere. 

Google hat im vergangenen Jahr sein internes Jobportal mit dem neuen "Magnet" ersetzt - eine Website, die Angestellte mit detaillierten Informationen zu Karriereoptionen versorgt, und zur Flexibilität ermuntert: Mitarbeiter, die Interesse haben, können über Klick auf einen "Suche nach neuen Herausforderungen"-Button auf sich aufmerksam machen. Nach ähnlicher Systematik rekrutiert Booz Allen Hamilton über sein internes Recruiting-Tool "Inside First". Resultat: Die Unternehmensberater besetzen nun rund 30 Prozent der offenen Positionen mit Internen. Vor zwei Jahren waren es dagegen zehn Prozent.

Der Ansatz scheint goldrichtig zu sein: Wie eine Studie der University of Pennsylvania´s Wharton School herausgefunden hat, sind Neuzugänge zu 18 Prozent besser bezahlt als Angestellte, die schon länger im Unternehmen sind und dort den gleichen Job inne haben. Gleichzeitig ist die Arbeitsperformance der Neulinge meist schlechter. Zudem sei es allgemein unterschätzt, wie schwer es ist, Externe zu integrieren. Für die Studie wurden sechs Jahre lang rund 5300 Angestellte unter die Lupe genommen.

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